Lime senkt CO2-Emissionen um 67 Prozent und tauscht Akkus mit E-Cargobikes
Der Mikromobilitätsanbieter Lime hat seine CO₂-Emissionen im Jahr 2024 im Vergleich zum Referenzjahr 2019 um 66,8 Prozent gesenkt. Damit macht das Unternehmen einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel bis 2030. Im Vergleich zu 2023 hat die Firma ihre Emissionen nochmals um sechs Prozentpunkte gedrückt und liegt damit weiterhin zwei Jahre vor dem eigenen ambitionierten, wissenschaftsbasierten Klimaziel. Gleichzeitig erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 686 Millionen US-Dollar. Bei den direkten und energiebezogenen Emissionen (Scope 1 und 2) liegt Lime vier Jahre und bei den indirekten Emissionen aus der Lieferkette (Scope 3) zwei Jahre vor Plan.
Die gemessenen CO₂-Einsparungen beziehen sich auf die weltweiten Aktivitäten des Unternehmens, einschließlich Lieferkette, Logistik und Herstellung. Mit dem Ziel, die Emissionen 20 Jahre früher als im Pariser Klimaabkommen vorgesehen zu senken, zeige man, dass Mikromobilität ein zentraler Hebel zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors sein kann – bei gleichzeitigem Wachstum und positiver Wirkung auf städtische Systeme, so der Anbieter. Die Fortschritte basieren dabei nicht nur auf globalen Maßnahmen, sondern auch auf sehr konkreten lokalen Projekten, etwa in Hamburg. Dort setzt man unter anderem Cargo-Bikes für den Batteriewechsel in der Innenstadt ein und rollt gerade eine neue Akku-Generation mit höherer Reichweite und gesteigerter Effizienz aus.
„Eine Reduktion der Emissionsintensität um über 66 Prozent zeigt, dass mutiger und unmittelbarer Klimaschutz möglich ist“, appelliert Andrew Savage, Vizepräsident für Nachhaltigkeit und Gründungsmitglied von Lime.
Nachhaltigkeit sei eben kein Nebenthema, sondern "ein Motor für Innovation, um unseren Städten und Nutzern einen langfristigen Mehrwert zu bieten", so Savage weiter. Die Erfolge seien das Ergebnis jahrelanger Investitionen in Effizienz und Dekarbonisierung – von zirkulärem Fahrzeugdesign und strategischer Materialbeschaffung bis hin zu erneuerbaren Energien und emissionsarmen Betriebsabläufen.
"Wenn Unternehmen, Städte und Gemeinschaften gemeinsam handeln, können wir den Übergang zu einer CO₂-freien Mobilitätszukunft beschleunigen", gab sich Savage überzeugt.
Ziel ist es, urbane Mobilität geteilt, elektrisch und emissionsfrei zu gestalten. Als erstes Mikromobilitätsunternehmen habe man sich ein wissenschaftsbasiertes Netto-Null-Ziel für alle Emissionsbereiche (Scope 1, 2 und 3) gesteckt, das durch die Science Based Targets Initiative (SBTi) validiert wurde. Der aktuelle Klimabericht, der mit Unterstützung von Optera, einem Spezialisten für Nachhaltigkeitssoftware, erstellt wurde, zeigt die Fortschritte der vergangenen fünf Jahre im Detail. Lime orientiert sich an den Vorgaben der Science Based Targets Initiative (SBTi), die Unternehmen zur jährlichen Bilanzierung ihrer Emissionen verpflichtet. Nach einem ersten Ziel im Jahr 2020 wurde das ambitioniertere Netto-Null-Ziel für 2030 im Jahr 2023 durch die SBTi bestätigt.
Zentrale Ergebnisse des Klimaberichts 2024:
- Trotz Investitionen in neue Fahrzeuge und die Erschließung neuer Märkte konnte Lime die transportbezogenen Emissionen im Vergleich zu 2023 um 20,3 Prozent senken.
- Durch die Wiederverwendung, Aufbereitung und Reparatur von Ersatzteilen, ein langlebiges Design und die Verwendung CO₂-armer Materialien konnten die Emissionen in diesem Bereich im Vergleich zu 2023 um 37,7 Prozent gesenkt werden.
- Der Betrieb aller Einrichtungen und Fahrzeuge mit 100-prozentig erneuerbarer Energie sowie Effizienzmaßnahmen führten zu einer Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um mehr als 70 Prozent.
Künftig will man mit mehreren Partnerschaften weitere Fortschritte erzielen. So werden mit Redwood Materials in den USA, Deutschland und den Niederlanden Altbatterien aus E-Scootern und E-Bikes recycelt und ihre Rohstoffe für neue Batterien wiederverwendet, um den Rohstoffbedarf und die Emissionen zu senken. In einer weiteren Partnerschaft mit Cyclic Materials recycelt man in Kanada und den USA Magnete aus ausrangierten Elektromotoren. Zudem erweitert man die emissionsarme Logistik und will im Jahr 2025 die mit HVO-100 betriebene Hafen-zu-Hub-Logistik in der Region EMEA ausbauen. Zudem wird der mit HVO-100 betriebene Lkw-Verkehr von Hub zu Hafen auf über 16 europäische Städte erweitert.