Kombinierter Verkehr: Kombiverkehr macht Druck auf Brüssel
Die Kombiverkehr KG will die seit Jahren stagnierende Reform der EU-Richtlinie zum kombinierten Verkehr wieder in Gang bringen. Gemeinsam mit der EU-Abgeordneten Sophie Kircher hat das Unternehmen eine politische Lunch Debate im Europäischen Parlament initiiert. Ziel der Veranstaltung war es, den politischen Stillstand in der Debatte um die Zukunft des kombinierten Verkehrs zu überwinden und neue Impulse für den Schienengüterverkehr in Europa zu setzen. Die Informationen stammen aus einer Pressemeldung von Kombiverkehr.
Hintergrund der Initiative ist der dritte Entwurf der EU-Kommission zur Richtlinie über den kombinierten Verkehr, der bereits im November 2023 vorgelegt wurde. Doch die Weiterentwicklung der Richtlinie stockt. Fehlende Standardisierung, Umsetzungsdefizite in den Mitgliedstaaten und ein festgefahrener Gesetzgebungsprozess bremsen nach Angaben von Kombiverkehr den Ausbau des kombinierten Verkehrs in Europa aus. Die Branche warnt vor den Folgen der ausbleibenden Planungssicherheit.
„Es ist höchste Zeit für diese Debatte, damit in den kombinierten Verkehr wieder Bewegung reinkommt“, sagte MEP Sophie Kircher, stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Europäischen Parlament.
Ein modernes und effizientes Transportsystem sei eine der wichtigsten Grundlagen für die Wettbewerbsfähigkeit der EU.
„Die Richtung ist klar: Wir brauchen eine spürbare Verlagerung des Verkehrs weg von der Straße hin zur Schiene. Dabei ist es sehr wichtig, wie die gesetzliche Grundlage aussieht, um besonders in den Alpenregionen nicht schlussendlich mehr Verkehr auf den Straßen zu erzeugen“, so Kircher weiter.
Im Zentrum der Veranstaltung standen laut Pressemeldung die Herausforderungen der bestehenden Richtlinie, eine klare Definition des kombinierten Verkehrs, der Abgleich mit bestehenden Rechtsakten wie der Gewicht- und Abmessungsrichtlinie sowie die Auswirkungen nationaler Subventionen auf den Wettbewerb. Auch der Umgang mit Krisensituationen wie dem Schneechaos 2019 oder Engpässen am Brenner-Korridor wurden thematisiert.
Armin Riedl, Geschäftsführer der Kombiverkehr KG, forderte insbesondere die polnische Ratspräsidentschaft zum Handeln auf: „Das Thema kombinierter Verkehr ist zu wichtig, als dass es noch länger liegengelassen werden könnte.“ Seit den späten 1990er-Jahren sei bei der Überarbeitung der Richtlinie kein Fortschritt mehr erzielt worden.
„Eine wachsende Industrie braucht einen starken Güterverkehr. Und das geht nicht ohne einen leistungsstarken kombinierten Verkehr auf der Grundlage einer innovativen, verständlichen und runderneuerten KV-Richtlinie“, betonte Riedl.
Auch Kristian Schmidt, Direktor der Generaldirektion Mobilität und Verkehr (GD MOVE), rief die Mitgliedstaaten dazu auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die gemeinsamen europäischen Ziele im Verkehrssektor entschlossen umzusetzen.
Mit der Debatte in Brüssel will Kombiverkehr nach eigenen Angaben ein deutliches Signal setzen. Die Weiterentwicklung des kombinierten Verkehrs sei ein entscheidender Baustein für eine klimafreundliche und krisenfeste europäische Logistik.