Lieferdrohnen: Forschungsprojekt bindet Wetterdaten mit ein
Drohnen kommen auch für schnelle Transporte von Waren in entlegene oder schwer erreichbare Gebiete zum Einsatz. Allerdings können extreme Wetterbedingungen zu Verspätungen oder gar Flugabbrüchen von Lieferdrohnen führen.
Diesem Problem widmet sich das Forschungsprojekt Sidda („Sustainable Intermodal Drone Delivery Airline“). Es wurde eine Funktion entwickelt, die automatisch Wetterdaten über OpenWeather abruft. Bei ungünstigen Bedingungen wird dann der Drohnenflug selbstständig abgesagt.
Zuverlässige Drohnenlogistik
So soll sichergestellt werden, dass nur unter sicheren Wetterverhältnissen geflogen wird - ohne dass der Disponent zusätzliche Planungen vornehmen muss. Dies sei, so die Angaben, ein entscheidender Schritt in Richtung einer zuverlässigen und zukunftsfähigen Drohnenlogistik.
Eine neue Funktion in TransIT soll dafür sorgen, dass Disponenten bereits im Vorfeld Wetterprognosen einbeziehen und kritische Situationen vermeiden können. Das Risiko wetterbedingter Flugabbrüche werde minimiert. Dies erhöhe einerseits die Sicherheit und spare anderseits auch Kosten. Auch die Planungssicherheit soll verbessert werden.
Die entscheidende Rolle des Wetters
Wenn Wetterverhältnisse nicht berücksichtigt werden kann es nach Angaben von Gts Systems and Consulting zu Kommunikationsproblemen kommen. So können Stürme beispielsweise Funksignale stören, sodass die Drohne nicht mehr zuverlässig gesteuert werden kann oder den Kontakt zur Zentrale verliert.
Auswirkungen gebe es aber auch in Bezug auf Batterieverbrauch und Flugstabilität: Starke Winde oder niedrige Temperaturen können den Energieverbrauch stark erhöhen - was zu unerwarteten Notlandungen führen kann.
Wenn die Wetterbedingungen nicht einkalkuliert werden, sei dies jedoch auch mit Sicherheitsrisiken verbunden – nämlich dann, wenn eine Drohne unkontrolliert fliegt oder abstürzt.
"Die Berücksichtigung von Wetterdaten in der Tourenplanung ist ein essenzieller Schritt, um Drohneneinsätze sicherer und effizienter zu gestalten“, so David Barnard, Projektmanager bei Gts, und ergänzt: „Mit TransIT schaffen wir eine Lösung, die es ermöglicht, schnell auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren und die Einsatzplanung entsprechend anzupassen."
Das Forschungsprojekt
Im Rahmen des Sidda-Projekts soll bis Ende Mai 2027 der Erforschung von durchgehend automatisierten, intermodalen Drohnennetzwerken und deren Integration in bestehende Logistiknetzwerke nachgegangen werden. Das Ziel: eine klimaneutrale Distribution und die Verbesserung der B2B-Zustellung von Gütern in suburbanen Räumen.
Angesiedelt ist das Projekt an der Fachhochschule Südwestfalen im Fachbereich Elektrische Energietechnik – Fachgebiete Automatisierungstechnik sowie im Fachbereich Ingenieur und Wirtschaftswissenschaften – Fachgebiete Logistik und Supply Chain Management.
Die Konsortialführung übernimmt die Karl Koerschulte GmbH. Das hochautomatisierte intermodale Drohnennetzwerk soll neben der GTS Systems and Consulting GmbH auch bei der Third Element Aviation GmbH und der J. D. Geck GmbH erprobt sowie in Hinblick auf die Skalierbarkeit und Übertragbarkeit auf den Wirtschaftsstandort NRW evaluiert werden.
Der intermodale Verbund von straßen- und luftgebundenen Verkehrsträgern soll den Forschenden zufolge den weitestgehend ungenutzten Luftraum für Logistiklösungen erschließen. Erforscht werde der Aufbau und Einsatz statischer sowie mobiler Micro-Hubs und deren Konfiguration zu einer Drohnenairline.
Es wird prototypisch ein U-Space Service Provider erstellt, um das Verhalten der Drohnenairline im U-Space zu simulieren. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und kofinanziert von der Europäischen Union.
Zukunft der Lieferdrohnen
Gts Systems and Consulting zufolge könnte sich die smarte Nutzung von Wetterdaten als Schlüssel zur sicheren, effizienten und nachhaltigen Integration von Drohnen in bestehende Lieferketten erweisen. Die Wetterintegration in TransIT sei ein wichtiger technologischer Fortschritt.
Doch ob Drohnen eine langfristig tragfähige Transportlösung darstellen, hänge von Faktoren wie Wetterresistenz, technologischen Weiterentwicklungen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab. In jedem Fall sei aber eine intelligente und vorausschauende Tourenplanung essenziell, um das volle Potenzial dieser Technologie auszuschöpfen.