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Nordrhein-Westfalen: Neuer Bahnanschluss stärkt DeltaPort-Häfen

Die neue Emscherbrücke ist fertig, der Hafen Emmelsum ist wieder auf der Schiene erreichbar. Güterströme sollen nun verstärkt zurück auf Bahn und Binnenschiff verlagert werden.

Die Freude war groß, als der erste Güterzug am Gründonnerstag die neue Bahnbrücke über die Emscher passierte… (Foto: Hermann-Josef Möllenbeck / DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH)

Nach dem Abriss der Emscherbrücke ist der Hafen Voerde-Emmelsum wieder ans Schienennetz angeschlossen. Darüber informierten die Deltaport Niederrheinhäfen in einer Pressemitteilung. Demnach fahren rund zwei Jahre nach dem plötzlichen Ende der Bahnverbindung durch den Abriss der Emscherbrücke in Dinslaken seit Gründonnerstag wieder Güterzüge in den Hafen Voerde-Emmelsum. Die damit verbundene Wiederherstellung der trimodalen Erreichbarkeit der Standorte sei ein bedeutender Meilenstein für die Infrastruktur am Niederrhein.

Der Hintergrund: Am 15. Juli 2023 musste die Emscherbrücke aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. Starkregen und Erosionsschäden an der Emscherböschung hatten die Standfestigkeit der Brücke derart gefährdet, dass der Rückbau alternativlos war. Die Folgen trafen die Deltaport-Häfen mit voller Wucht. Die trimodale Anbindung – also die Verknüpfung von Straße, Schiene und Wasserstraße – war unterbrochen. Besonders betroffen waren neben dem Hafen Emmelsum auch der Rhein-Lippe-Hafen in Wesel und das Gewerbegebiet Hünxe-Bucholtwelmen. Deltaport bezifferte die jährlichen Umschlagsverluste auf rund 650.000 Tonnen.

Kreative Umleitungen statt Stillstand

Trotz dieser Zäsur gelang es Deltaport nach eigenen Angaben, gemeinsam mit ansässigen Unternehmen pragmatische Lösungen zu entwickeln. Die Sappi Germany GmbH, die im Hafen Emmelsum Zellstoff umschlägt und von dort Papierprodukte in ganz Europa verteilt, setzte zwischenzeitlich auf eine alternative Bahnverbindung. Dazu wurde der Anschluss des Unternehmens Pilkington genutzt, der über die von Deltaport betriebene Strecke zwischen dem Stadthafen Wesel und dem Weseler Bahnhof Zugang zur Betuwe-Linie bot.

„Der Brückenabriss hat uns vor gewaltige Herausforderungen gestellt, aber wir haben schnell in den Jetzt-erst-recht-Modus geschaltet“, wird Hansjürgen Peichler, Geschäftsführer von Sappi Germany, zitiert.

Gemeinsam mit dem Hafennachbarn Jerich International und dem Hafenbetreiber sei ein tragfähiges Konzept entwickelt worden, um den Schienenausfall abzufedern.

Auch bei Rhenus in Wesel zeigt man sich erleichtert. Henning Brands, Leiter des Logistikzentrums, sieht in der Rückkehr des Bahnanschlusses einen zentralen Baustein für die nachhaltige Ausrichtung des Standorts:

„Ziel ist es, Warenströme möglichst auf umweltfreundliche Verkehrsträger, wie das Binnenschiff und die Bahn zu verlagern.“

Bau in Rekordzeit dank enger Zusammenarbeit

Die neue Brücke über die Emscher ist eine sogenannte Behelfsbrücke aus dem Bestand des Bundes. Sie ist für eine Betriebsdauer von bis zu 20 Jahren konzipiert und soll den Güterverkehr auf der eingleisigen Verbindung zwischen Oberhausen und Spellen sichern, bis ein vollständiger Neubau realisiert ist. Aus Sicht von Deltaport verlief der Wiederaufbau in bemerkenswert kurzer Zeit – auch dank der Kooperation mit Bundes- und Landespolitik sowie der DB InfraGo.

„Wir haben lange auf diesen Tag gewartet. Jetzt ist es endlich soweit, dass der Hafen Emmelsum wieder ans Schienennetz angebunden ist“, sagt Dieter Thurm, technischer Leiter und Prokurist der Deltaport.

Die neue Brücke sei widerstandsfähiger gegenüber Hochwasserereignissen, unter anderem durch eine auf 60 Meter vergrößerte Spannweite und tief gegründete Widerlager auf Bohrpfählen. Die Planung der endgültigen Brückenlösung erfolgt in enger Abstimmung mit der Emschergenossenschaft.

Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann lobte die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten:

„Zum Glück haben alle Hand in Hand gearbeitet, um die Verluste und den Schaden für den Standort Voerde so gering wie möglich zu halten.“

Neuer Schwung für Log4NRW

Mit der Wiederherstellung der Schienenanbindung hofft Deltaport, auch dem landesweiten Projekt Log4NRW neue Dynamik zu verleihen. Die Initiative unter der Schirmherrschaft von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer zielt darauf, den Güterverkehr stärker auf Bahn und Binnenschiff zu verlagern. Neben Deltaport sind auch Duisport, der Dortmunder Hafen und die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein beteiligt. Der Brückenabriss hatte das Projekt zuletzt ins Stocken gebracht.

„Gerade der Brückeneinsturz als Folge des Klimawandel-bedingten Starkregens zeigt doch, wie wichtig Projekte zur Verkehrsverlagerung und zur CO2-Einsparung im Logistikbereich sind“, betonte Thurm. DeltaPort werde sein Engagement in diesen Zukunftsthemen weiter ausbauen.