BloombergNEF-Analyse: Stark steigende Spritpreise ab 2027 - Anreiz zum Umstieg auf E-Mobilität
Nach dem ADAC hat auch der Datenanalyst BloombergNET vor stark steigenden Spritpreisen mit dem Inkrafttreten des neuen europäischen Emissionshandels (ETS) gewarnt. Um 22 bis 27 Prozent könnten sich Benzin und Diesel demnach verteuern für das Jahr 2030. Eine Tonne CO2 würde dann 149 Euro kosten, schon von 2027 an. Ab dann tritt der ETS 2 in Kraft, zunächst die Lieferanten von Benzin, Diesel, Erdgas und Heizöl betreffend. Diese dürften die Kosten an ihre Kunden weitergeben. Damit steigt aber wiederum auch der Anreiz, in der Mobilität wie beim Heizen auf effizientere und umweltfreundlicher elektrische Optionen wie E-Autos oder Wärmepumpen umzusteigen, um damit Emissionen einzusparen. Je langsamer der Umstieg erfolgt, desto höher ist die Nachfrage nach Klimaausgleichszertifikaten und damit deren Preis.
Seit 2021 gibt es in Deutschland den CO2-Preis im Gebäude- und verkehrssektor, der sich allerdings nicht am europaweiten Spiel von Angebot und Nachfrage orientiert, sondern vom Bund festsetzt wurde, auf anfangs 25 Euro pro Tonne. In der Zwischenzeit stieg der Preis dreimal bis auf 55 Euro pro Tonne. Mit den Einnahmen wird der Klima- und Transformationsfonds gefüttert, der wiederum zur Förderung von Wärmepumpen oder dem klimagerechten Umbau der Wirtschaft dient. So stieg der Benzinpreis mit dem derzeitigen CO2-Preis um 13 ct/Liter, Diesel um 15 ct/Liter.
Zum Ausgleich der Preisanstiege sind verschiedene Modelle im Vorschlag: Die Union wollte im Wahlkampf vor allem die Stromsteuer und die Netzentgelte senken, die SPD setzt auf ein sogenanntes Klimageld, das auch schon in der Ampel-Koalition verabredet war, das aber an der Ablehnung von FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner scheiterte. Nach dem Vorbild der aktuellen Verschiebung der CO2-Grenzwerte für Pkw könnte es aber auch beim CO2-Preis zu einem Aufschub kommen, wenn genügend Länder blockieren. Tschechien forderte bereits, den Start von ETS2 um ein Jahr zu verschieben, weil die Umweltziele sich nicht "negativ auf die Wirtschaft" auswirken dürften.