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Zukunft Fahrrad: Nicht nur E-Autos, sondern auch E-Bikes fördern

Zur Förderung der Elektromobilität gehört auch das E-Bike, mahnt der Branchenverband an und verweist auf die gewaltigen Potenziale zur CO2-Reduktion, die sich mit Pedelecs erzielen lassen. Zudem seien E-Bikes auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor. 

Wirtschaftsfaktor Fahrrad: Das E-Bike spielt bisher in der Debatte um Förderung der E-Mobilität keine Rolle. Ein Fehler, findet der Branchenverband Zukunft Fahrrad. | Foto: Zukunft Fahrrad

Um die Elektromobilität der Zukunft sozial gerecht und nachhaltig zu gestalten, braucht es auch das Fahrrad, hat der Branchenverband Zukunft Fahrrad jetzt in einem Appell angemahnt. Hintergrund: Am Mittwoch stellt die Europäische Kommission einen Aktionsplan für die europäische Automobilbranche vor, der auch Kaufanreize und „Social Leasing“ für E-Autos enthalten soll. Bereits heute haben Agora Verkehrswende und Zukunft Klimasozial ein Papier zur Förderung von E-Autos veröffentlicht. 

"Eine Kaufförderung nur für E-Autos zu fordern, ist ein falsches politisches Signal. Gerade das E-Bike ist – auch auf dem Land – eine effiziente und gesunde Form der Elektromobilität sowie essenziell für das Ausbauziel der Bundesregierung für den Radverkehr. Wir fordern eine sinnvolle Elektromobilitätsförderung, die eine sozial gestaffelte Kaufförderung für kleine E-Autos verbindet mit einer Umstiegsprämie auf E-Bikes – beim Kauf, Abo oder Sharing", appelliert Wasilis von Rauch, Geschäftsführer des Verbandes. 

Das E-Bike sei mittlerweile auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor und Deutschland ein führender Innovationsstandort und internationaler Leitmarkt für E-Bikes. Rund 13 Millionen E-Bikes wurden hierzulande bereits verkauft. Nach einem Boom in den Corona-Jahren stockt der Absatz von E-Bikes jedoch erstmalig, konstatiert der Verband. Das sei nicht nur ein Rückschlag für den Ausbau des Radverkehrs, sondern gefährde auch Umsätze und Arbeitsplätze in der Fahrradwirtschaft in Deutschland. Auch wirtschafts- und industriepolitisch wäre hier eine Beschränkung der Elektromobilitätsförderung auf das E-Auto kontraproduktiv findet der Verband. 
 

Verdoppelung des Radverkehrs bis 2030 droht zu scheitern

Im Nationalen Radverkehrsplan (NRVP 3.0) hat sich die Bundesregierung 2020 unter Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) das Ziel gesetzt, die Radverkehrsleistung in Deutschland zwischen 2017 und 2030 zu verdoppeln – von 112 auf 224 Millionen Kilometer pro Tag. Die Ampelkoalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag zur Umsetzung des NRVP 3.0 bekannt. Die CDU/CSU forderte im Februar 2023 in einem Bundestagsantrag ein verbindliches Umsetzungsgesetz für den NRVP 3.0. Die Studie “Potenziale des Radverkehrs” des Fraunhofer ISI vom Mai 2025 sieht ohne zusätzliche Maßnahmen das Wachstum der Radverkehrsleistung von 2017 bis 2035 bei etwa 20 Prozent – das wäre gegenüber einer Verdoppelung bis 2030 ein krachendes Scheitern.