PKW

dena-Statistik: Flaute bei E-Autos - Boom bei Ladesäulen

Zahl der Neuzulassungen von batterieelektrischen Pkw sinkt um über ein Viertel. Starkes Wachstum beim Ausbau des Schnellladenetzes. Verlässliche Rahmenbedingungen und Anreize notwendig. Trend zu größeren und schwereren E-Modellen hält an, erst 2025 kommen günstigere BEV. VW und BMW vorn bei BEV.

Licht und Schatten: Zwar brach der Verkauf von E-Autos nach dem Ende der Prämie um ein Viertel ein. Aber der Zubau bei der Infrastruktur schreitet rasant voran. | Foto: Silke Reents/dena

Die Deutsche Energie-Agentur dena hat ihren Monitoringbericht „Neuzulassungen von Personenkraftwagen mit elektrischen Antrieben in Deutschland 2024“ veröffentlicht und zeichnet ein gemischtes Bild mit einem Einbruch um ein Viertel bei den Zulassungszahlen bei zugleich starkem Wachstum bei der Ladeinfrastruktur. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland insgesamt 2,81 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Bei den batterieelektrischen Pkw gingen die Neuzulassungen dagegen deutlich zurück – um 27 Prozent auf rund 380.000 Fahrzeuge. Der Bestand dieser Pkw erhöhte sich auf rund 1,8 Millionen, was einem Anteil von 3,6 Prozent am gesamten Pkw-Bestand in Deutschland entspricht. Fortschritte gab es beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Insbesondere die Anzahl von Schnellladepunkten wuchs um rund 40 Prozent. 

„Die Reduzierung von Emissionen im Verkehrssektor ist zentral für die Energiewende. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass es hier dringend mehr Dynamik braucht. Die Zurückhaltung beim Kauf von Elektrofahrzeugen verdeutlicht die Verunsicherung vieler Kundinnen und Kunden. Ohne verlässliche politische Rahmenbedingungen und gezielte staatliche Unterstützung droht ein noch stärkerer Rückschlag für die Elektromobilität – mit Folgen für die Autoindustrie und die Klimaziele", warnte Kristina Haverkamp, Geschäftsführerin der dena.

Positiv sieht man dagegen die Entwicklung bei der Ladeinfrastruktur. „Mit über 150.000 öffentlichen Ladepunkten und steigender Ladeleistung haben wir große Fortschritte erzielt. Das Wachstum bei der Infrastruktur ist essenziell, um den Markthochlauf der Elektromobilität zu beschleunigen“, skizziert Haverkamp weiter. Die Zahlen des Monitoringberichts zeigten auch, dass hiesige Hersteller auf dem deutschen E-Mobil-Markt gut vertreten sind: Mit Volkswagen und BMW stehen deutsche Unternehmen an Platz 1 und 2 der Neuzulassungen. Tesla hält Platz 3 und bietet mit dem Model Y weiter das meistverkaufte E-Modell. Doch die Gesamtzulassungen der Marke gingen in Deutschland um 41 Prozent zurück – deutlich stärker als der Gesamtmarkt. 

China-Marken machen nur 1,5 Prozent bei BEV aus

Chinesische Marken machten im Jahr 2024 nur rund 1,5 Prozent der Neuzulassungen bei vollelektrischen Pkw aus – das ist ebenfalls ein Rückgang zum Vorjahr. Der Trend zu größeren und teureren Elektroautos hat sich fortgesetzt, stellt der Bericht fest. Insbesondere im Segment der oberen Mittelklasse, der Oberklasse und der SUV stieg die Nachfrage. Eine Ursache könnte das bislang begrenzte Angebot günstiger E-Kleinwagen sein. Für 2025 sind hier viele neue Modelle angekündigt. Zusätzlichen Verkaufsdruck auf die Autohersteller könnte die Verschärfung der CO2-Flottengrenzwerte ausüben.