NWO entwickelt eigenen Stromkosten-Index für den Elektrobus-Betrieb
Der Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen e. V. (NWO) hat einen eigenen Stromkosten-Index für Elektrobusse eingeführt.
„Damit soll eine Vergütungsfortschreibung beim Einsatz von Elektrobussen ermöglicht werden, die der tatsächlichen Kostenentwicklung gerecht wird. Denn die vorhandenen Indizes des Statistischen Bundesamtes sind dafür nicht geeignet“,
erklärt NWO-Geschäftsführer Christian Gladasch. Ziel ist es, die Vergütung im öffentlichen Linienverkehr an die tatsächliche Entwicklung der Stromkosten anzupassen. Nach Angaben des Verbandes seien die bestehenden Indizes des Statistischen Bundesamtes für diesen speziellen Anwendungsbereich nicht geeignet.
Zusammensetzung und Datengrundlage
Der in Zusammenarbeit mit der Wendlandt Unternehmensberatung entwickelte Index berücksichtigt neben dem reinen Strompreis auch Umlagen, Steuern, Abgaben, Netzentgelte sowie gesetzliche Entlastungen für den Linienverkehr und Händleraufschläge. Grundlage der Berechnung sind Daten des größten deutschen Verteilnetzbetreibers westnetz. Insgesamt fließen derzeit zehn Einzelkomponenten in die Berechnung ein.
Entwicklung seit 2020
Als Basisjahr des NWO-Stromkosten-Index gilt 2020. Laut Verband erreichten die Stromkosten 2022 einen Höchststand, sanken 2023 und steigen 2024 erneut um 9,08 Prozent. Der Index soll künftig einmal jährlich aktualisiert werden.
Einsatz in Verkehrsverträgen
Geplant ist, den Stromkosten-Index als Referenz („Ankerpunkt“) für Preisgleitklauseln in Verkehrsverträgen mit kommunalen Auftraggebern sowie in Subunternehmerverträgen zu nutzen. Hierfür hat der NWO spezielle Preisgleitklauseln für den Kostenblock „Strom“ entwickelt.
Erweiterung bestehender Instrumente
Der Verband stellt seinen Mitgliedern und deren Auftraggebern bereits seit über 40 Jahren die „NWO-Kostensteigerungsraten“ und den „NWO-Personalkosten-Index“ zur Verfügung. Mit dem neuen Stromkosten-Index ergänzt der NWO dieses System um ein weiteres Instrument zur Abbildung der Kostenentwicklung im Zuge der Antriebswende.