30 Jahre Vito: Mercedes-Benz stellt Weichen auf Elektromobilität
Seit 1995 ist der Mercedes-Benz Vito als gewerblicher Midsize-Van im Einsatz und bedient seither unterschiedliche Branchen vom Handwerk über den Handel bis hin zu Polizei und Rettungsdiensten. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums blickt der Hersteller auf drei Fahrzeuggenerationen zurück, die das Segment der mittelgroßen Transporter über die Jahre mitgeprägt haben.
Erste Generation: Kompakt und für den urbanen Einsatz konzipiert
Die erste Generation des Vito wurde 1995 eingeführt und richtete sich gezielt an Unternehmen mit städtischem Einsatzprofil. Der Fronttriebler mit quer eingebauten Vier-Zylinder-Diesel- oder Ottomotoren wies eine Fahrzeughöhe von 1,89 m auf, was ihn parkhaustauglich machte. Mit bis zu 1 Tonne Nutzlast, 5 m³ Ladevolumen und serienmäßiger Sicherheitsausstattung inklusive ABS, Scheibenbremsen und Fahrerairbag wurde der Vito früh als praktikabler Alltagsbegleiter im gewerblichen Einsatz positioniert. Zwischen 1995 und 2003 wurden rund 473.000 Fahrzeuge der ersten Generation verkauft.
Zweite Generation: Neue Antriebe, mehr Nutzlast, erste Elektrifizierung
Ab 2003 folgte die zweite Generation mit einem grundlegend überarbeiteten Fahrzeugkonzept. Der Vito wurde auf Heckantrieb umgestellt; optional war nun auch Allradantrieb erhältlich. Die Nutzlast stieg auf bis zu 1.295 kg. Eine erweiterte Motorenpalette – bis hin zu V6-Aggregaten – sowie unterschiedliche Fahrzeuglängen und -höhen führten zu einer deutlich größeren Variantenvielfalt.
2010 erfolgte mit dem Vito E-Cell der Einstieg in die Elektromobilität. Das Modell verfügte über einen 70 kW starken Elektromotor und wurde in Kleinserie produziert. Die Reichweite lag bei rund 130 km. Bis 2014 wurden weltweit fast 750.000 Fahrzeuge dieser Baureihe verkauft.
Dritte Generation: Elektrifizierung im Serienprogramm und Digitalisierung
Die 2014 vorgestellte dritte Generation bot drei Antriebsoptionen – Front-, Heck- und Allradantrieb – und erweiterte die Fahrzeuglänge auf bis zu 5,37 m. Die maximale Nutzlast stieg auf 1.369 kg. Serienmäßig wurden Airbags und Assistenzsysteme wie der Seitenwind-Assistent verbaut. Mit dem eVito startete 2018 die Serienproduktion des batterieelektrischen Midsize-Vans.
Ein Modell-Update im Jahr 2020 brachte die neue OM654-Dieselmotorenfamilie, das 9G-Tronic-Automatikgetriebe, zusätzliche Assistenzsysteme wie Distronic und neue Komfortfunktionen.
Modelljahr 2024: Update mit digitalen Features und Mild-Hybrid-Antrieb
2024 wurde der Vito erneut technisch überarbeitet. Mit der Integration des MBUX-Multimediasystems hielt digitale Konnektivität Einzug. Das Exterieur wurde modernisiert, unter anderem mit Multibeam-LED-Scheinwerfern, das Interieur durch eine neue Mittelkonsole ergänzt. Auch die Sicherheitsausstattung wurde erweitert, unter anderem durch einen Bremsassistenten mit Kreuzungsfunktion. Die Antriebsoptionen beinhalten seitdem auch einen Benzinmotor mit Mild-Hybrid-Technologie.
Der eVito erreicht nun eine WLTP-Reichweite von bis zu 480 km (90 kWh-Batterie). Die Einstiegspreise liegen bei 32.284,52 Euro für den Vito und 43.055,51 Euro für den eVito (Preisstand: Juli 2025).
Produktion am Standort Vitoria
Seit seiner Einführung wird der Vito im Werk Vitoria-Gasteiz in Spanien gefertigt. Das Werk zählt zu den größten Standorten von Mercedes-Benz Vans weltweit. Auf einer Produktionsfläche von 373.000 m² arbeiten rund 4.800 Beschäftigte. Im März 2024 wurde der Grundstein für eine Werkserweiterung gelegt, um ab 2026 Vans auf Basis der elektrischen VAN.EA-Architektur zu produzieren. (av)