TII Scheuerle: Ersteinsatz für Seitenträgerbrücke STB 320
Bei der STB 320 handelt es sich um eine Seitenträgerbrücke, die TII Scheuerle speziell für den Transport schwerster Transformatoren konzipiert hat. Geschaffen werden sollte den Angaben zufolge ein modulares, gewichtsoptimiertes Fahrzeug, das auch unter schwierigen infrastrukturellen Bedingungen maximale Lasten sicher bewegen kann.
Das Projekt sei in enger Abstimmung mit dem langjährigen Anwender Spedition Kübler entstanden – entsprechend der Anforderungen, die der Netzausbau an moderne Schwerlasttechnik stellt, heißt es.
Herausforderungen auf der Strecke
Die STB 320 machte sich am Abend des 9. Juli 2025 gegen 19:00 Uhr in der Nähe des Güterbahnhofs Offenburg auf den Weg. Von dort aus sollte es zum circa zehn Kilometer entfernten Umspannwerk Offenburg-Weier gehen – dieses soll im Rahmen des Netzausbaus im Südwesten Deutschlands auf eine höhere Spannungsebene umgestellt werden.
Die Strecke sei in etwa drei Stunden zurückgelegt worden. Besondere Herausforderungen: sensible Brückenüberfahrten – unter anderem die fast 80 Meter freitragende Kinzigbrücke - , enge Kreisverkehre sowie eine komplexe innerstädtische Verkehrsführung. Dies hätten laut Angaben des Herstellers herkömmliche Fahrzeuge aufgrund der statischen Lastgrenzen nicht bewältigen können.
Technische Features
Der STB 320 sei hingegen das reduzierte Eigengewicht und die flexible Achskonfiguration zugute gekommen, sodass eine sichere Querung möglich war.
Beim Ankuppeln des Transformators soll sich die Seitenträgerbrücke dank hydraulisch verstellbarer Hilfsträger millimetergenau positionieren lassen. Weitere Vorteile laut Hersteller: eine sehr gute Lenkbarkeit und Anpassungsfähigkeit – inklusive Hubfunktionen zum Unterfahren einer Fußgängerbrücke und Überschwenken hoher Verkehrsinseln.
Am Ziel angekommen, sei es möglich gewesen, den Transformator mittels Bordhydraulik und ohne zusätzliche Hebetechnik präzise auf die vorbereiteten Fundamente abzusenken.
Für Trafo-Transporte
Mit dem neu entwickelten Gefährt für schwere Einsätze wolle man einen Beitrag zur Energiewende leisten und mit Blick auf steigende Anforderungen im Netz- und Anlagenausbau eine zukunftsweisende Lösung für Trafotransporte unter schwierigen Bedingungen bieten, so das Unternehmen.
„Die Kombination aus hoher Tragfähigkeit, reduzierter Achslast und flexibler Einsatzmöglichkeit eröffnet uns ganz neue Transportoptionen – insbesondere an infrastrukturell sensiblen Standorten. Der erfolgreiche Ersteinsatz hat gezeigt, dass wir damit bestens für kommende Herausforderungen aufgestellt sind“, heißt es von Seiten der Spedition Kübler.