LKW
Fernverkehr: Wie man sich bei Stau richtig verhält
17.06.2025
Der Verti Versicherung Ag zufolge verzeichnete der ADAC im Jahr 2024 insgesamt rund 859.000 Kilometer Stau auf deutschen Autobahnen. Dies entspreche einem Stau, der mehr als 21-mal um die Erde führt.
Dennoch seien dies circa zwei Prozent weniger Staukilometer als im Jahr 2023. Gestiegen ist hingegen die Anzahl der im Stau verbrachten Stunden - um fünf Prozent auf 448.000 Stunden, so die Angaben. Umgerechnet wären dies etwa 51 Jahre.
Wichtig es es deshalb, sich im Falle eines Staus an die Regeln zu halten – andernfalls drohen gefährliche oder sogar strafbare Konsequenzen. Die Verti Versicherung AG gibt folgende Sicherheits-Hinweise:
- Rettungsgasse bilden: Unabhängig von der Anzahl der Fahrstreifen der Autobahn muss die Rettungsgasse immer zwischen dem ganz linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet werden - sobald der Verkehr stockt. Den Versicherungs-Experten zufolge reagieren viele Fahrer oft zu spät oder gar nicht. Dies könnte im Ernstfall lebensrettende Minuten kosten. Besonders bei dichtem Verkehr sei vorausschauendes Fahren gefragt, um Platz zu schaffen, bevor es zu eng wird.
- Seitenstreifen oder Rettungsgasse nicht unbefugt benutzen: Der Standstreifen sei, so die Versicherung, kein Überholweg für Ungeduldige. Wer ihn eigenmächtig nutzt, behindere nicht nur mögliche Einsatzfahrzeuge, sondern gefährde auch Pannenhelfer oder liegengebliebene Fahrzeuge. Das Befahren der Rettungsgasse ist den Experten zufolge zudem strafbar, da im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet werden - es drohen hohe Geldstrafen und ein Fahrverbot.
- Warnblinklicht bei Stauende: Nähert man sich einem Stauende, sollte man frühzeitig das Warnblinklicht einschalten, um nachfolgende Fahrzeuge zu warnen. Entscheidend sei dies gerade bei unübersichtlichen Streckenabschnitten wie Kurven oder Hügeln, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Nach Angaben der Verti Versicherung unterschätzen viele Fahrer diese einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme.
- Nicht aussteigen: Laut den Versicherungsexperten ist das Verlassen des Fahrzeugs streng verboten, auch wenn der Verkehr steht. Es sei lebensgefährlich, sich "mal schnell" auf dem Seitenstreifen oder zwischen den Fahrbahnen die Beine zu vertreten - sowohl für die Aussteigenden als auch für andere Verkehrsteilnehmer. Als Ausnahme gelte, wenn ein echter Notfall vorliegt - etwa wenn das Fahrzeug aufgrund einer Panne oder eines Unfalls nicht mehr sicher ist. Dann sollte man das Fahrzeug möglichst auf dem Standstreifen verlassen und sich hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen, so der Rat.
- Nicht zu dicht auffahren: Auch im Stillstand ist der nötige Abstand von großer Bedeutung. Denn im Notfall kann nur eine Rettungsgasse schnell und effektiv genutzt werden, wenn ausreichend Platz zwischen den Fahrzeugen bleibt. Außerdem soll der Abstand unnötige Blechschäden bei plötzlichem Anfahren oder Bremsen verhindern.
- Motor aus: Läuft der Motor bei längeren Standzeiten, werde nicht nur Kraftstoff verschwendet, sondern auch die Umwelt durch unnötige Emissionen belastet – in vielen Städten drohen bei Verstößen Umweltstrafen, so die Versicherung. Ist eine Start-Stopp-Automatik vorhanden, schaltet diese den Motor automatisch ab, wenn das Fahrzeug beispielsweise an einer roten Ampel oder im Stau steht, und startet ihn wieder, sobald der Fahrer die Fahrt fortsetzen möchte, etwa durch das Treten der Kupplung oder Lösen der Bremse bei Automatikfahrzeugen.
- Kein Smartphone am Steuer: Nach Angaben der Verti Versicherung unterschätzen viele die Ablenkung, die bereits ein kurzer Blick aufs Display verursachen kann. Das Handy sollte tabu bleiben, auch wenn der Verkehr steht - es sei denn, der Motor ist aus und das Fahrzeug steht sicher, so die Versicherungs-Experten. Die Polizei kontrolliere im Stau gezielt auf Handyverstöße. Das Ausschalten des Motors durch eine Start-Stopp-Automatik genüge nicht, der Motor müsse aktiv komplett ausgeschaltet werden.