Nufam Day: Messe-Vorschau mit Wasserstoff-Fokus
Die Messe Karlsruhe hat einen ersten Ausblick auf die Nufam 2025 gegeben – und dafür ein neues Format gewählt: Der diesjährige Nufam DAY fand ausschließlich digital statt. In einem rund 30-minütigen Video informierte das Team der Messe über aktuelle Entwicklungen rund um die Nutzfahrzeugmesse, die vom 25. bis 28. September 2025 in Karlsruhe stattfindet. Der Beitrag enthält unter anderem Details zum erweiterten Außengelände, Stimmen von Ausstellern und erstmals auch Hinweise auf die geplante Sonderschau zum Thema Wasserstoffantrieb.
Der Nufam Day geht damit in seine dritte Auflage. Die ersten beiden Ausgaben 2023 und 2024 fanden als Präsenzveranstaltungen statt und behandelten jeweils aktuelle Branchenthemen wie alternative Antriebe oder die Lkw-Maut. Das diesjährige Format wurde bewusst digital konzipiert.
„Wir konnten so alle Informationen zur Nufam kompakt zusammenfassen, ohne auf Inhalte verzichten zu müssen“, erläutert Projektleiter Jochen Bortfeld.
Besonders geeignet sei das Format auch für die Vorstellung des umgestalteten Außengeländes, das künftig neue Präsentationsmöglichkeiten für Aussteller bieten soll.
Ein weiteres Element des Videos: Das Team der Nufam besucht ausgewählte Aussteller auf deren Betriebsgeländen und spricht mit ihnen über deren Pläne für die Messe. Damit setzt die Messe Karlsruhe bewusst auf Kontinuität und Austausch mit der Branche. Bereichsleiterin Beate Frères betont den Netzwerkgedanken:
„Der Nufam Day ist ideal dafür geeignet, die Herausforderungen der Branche aufzuzeigen. Auf der Nufam zeigen wir dann, welche Antworten unsere Ausstellenden auf diese Herausforderungen haben.“
Wasserstoffmotor im Fokus
Erstmals kündigte die Messe im Rahmen des Nufam Day eine eigene Sonderschau zum Thema Wasserstoff an. Im Zentrum steht dabei der Wasserstoffmotor als dritte Säule der alternativen Antriebstechnologien im Schwerlastverkehr. Zur inhaltlichen Einordnung führte die Messe ein Gespräch mit Dr. Daniel Regina, globaler Entwicklungsleiter bei Mahle, sowie mit Michael Rhein, Entwicklungsberater und Mitgründer der Allianz Wasserstoffmotor.
Die Allianz versteht sich als Interessenvertretung einer Technologie, die in der öffentlichen Diskussion oft im Schatten von Batterieantrieb und Brennstoffzelle steht.
„Wir sind Menschen, Ingenieure, Forscher, die die Meinung haben, dass batteriebetriebene Antriebe im schweren Nutzfahrzeugsegment nur bedingt einsetzbar sind“, sagte Rhein.
Die Initiative entstand aus einem kleinen Kreis von Fachleuten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und ist inzwischen zu einem Verein mit über 80 Mitgliedern angewachsen – darunter namhafte Unternehmen wie Bosch, Mahle und weitere Akteure aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau.
Das Ziel der Allianz beschreibt Rhein so:
„Wir wollen den Wasserstoffmotor gesellschaftsfähig machen, das heißt, ihn zu Anerkennung zu bringen – vor allem auf politischer Ebene.“
Neben technischer Aufklärung liege ein Fokus auf Fragen der Umweltverträglichkeit und volkswirtschaftlichen Relevanz. Gerade mit Blick auf Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Technologietransfer sei der Wasserstoffmotor eine tragfähige Ergänzung zu bestehenden Lösungen.
Technische Kontinuität als Vorteil
Dr. Daniel Regina betont im Gespräch den evolutionären Charakter des Antriebskonzepts:
„Ein Wasserstoffmotor ist im Prinzip ein konventioneller Verbrennungsmotor, bei dem Diesel durch klimaneutralen Wasserstoff ersetzt wird.“
Die technologische Basis sei vorhanden, bestehende Motorplattformen ließen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand anpassen.
„Wir reden hier also nicht von einem revolutionären technologischen Ansatz, sondern einer Evolution, für die wir auch noch bestens gerüstet sind.“
Laut Regina können 70 bis 80 Prozent der Komponenten eines Dieselmotors weiterhin verwendet werden.
Geeignet sei die Technologie insbesondere für anspruchsvolle Anwendungen im Bau-, Agrar- oder Offroadbereich.
„Gerade wenn man sich vorstellt, Betrieb in einem Mähdrescher oder im Baubereich – da kämpft man mit Vibrationen, mit Staub, also mit allem, was einer Brennstoffzelle nicht unbedingt gut tut.“
Auf der Straße werde sich zeigen, wie sich die Technologien am Markt behaupten.
Zwar sei die Brennstoffzelle in bestimmten Betriebsbereichen effizienter, räumt Regina ein. Doch in schwereren Einsatzprofilen könne der Verbrenner diese Differenz durch robuste Technik und niedrigere Investitionskosten wieder ausgleichen.
„Am Ende des Tages wird es eine Kostenentscheidung sein“, so Regina.
Entscheidend sei, dass Kunden die Freiheit haben, je nach Anwendung zwischen den verfügbaren Antriebstechnologien zu wählen.
Ausblick auf die Nufam 2025
Die kommende Messe im September 2025 will das Thema Wasserstoffantrieb unter anderem in der geplanten Sonderschau umfassend beleuchten. Dabei sollen auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge gezeigt und die verschiedenen technologischen Ansätze verglichen werden. Noch bis zum 5. März 2026 können Interessierte zudem im Technik Museum Speyer historische Nutzfahrzeuge von Daimler Trucks besichtigen – eine Kooperation, die der Messe Karlsruhe zusätzliche Sichtbarkeit im Vorfeld der Nufam verschafft. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung haben dort auch die Möglichkeit, kostenlose Eintrittskarten für die Nutzfahrzeugmesse zu erhalten.