Flynt feiert offizielle Premiere für neuen E-Van und will Logistiker überzeugen
Die neue europäische Transportermarke FLYNT hat im Vorfeld der Auto Shanghai in China nun auch offiziell sein erstes vollelektrisches leichtes Nutzfahrzeug vorgestellt. Der Elektrovan soll eine maßgeschneiderte Lösung für die Bedürfnisse europäischer Flotten sein, so das Versprechen. Die Marke agiere dabei "als anlagenarmer OEM der nächsten Generation": Anstatt eigene Fabriken oder traditionelle Produktionsinfrastrukturen zu besitzen, will das Unternehmen seine und Investitionen auf die Produktstrategie und den den Aufbau eines Vertriebs- und Service-Ökosystems in ganz Europa konzentrieren. Die Forschung und Entwicklung sowie Produktion werden Partnerschaften mit starken, etablierten Produktionsunternehmen in China abgewickelt, heißt es. So will man Qualität Skalierbarkeit und schnelle Markteinführung der gesamten Produktpalette gewährleisten. Im Falle des ersten Modells, einem leichten elektrischen Nutzfahrzeug, arbeitet das Unternehmen mit MiracoMotor zusammen - einem eLCV-Spin-off der GAC Group, wiederum einem der führenden chinesischen führenden EV-Hersteller mit über 20 Jahren Erfahrung. So will man die Geschwindigkeit, Kostenvorteil und die technologische Qualität eines etablierten China-Players in einem Fahrzeug vereinen, das angeblich voll auf Europa zugeschnitten ist.
„Wir sind kein Automobilhersteller im herkömmlichen Sinne. Wir haben ein intelligenteres, flexibleres Modell entwickelt, das die Bedürfnisse der Kunden in den Mittelpunkt stellt und die beste globale Technologie einsetzt, um Elektrofahrzeuge kosteneffizienter zu liefern, als es herkömmliche Anbieter je könnten“, behauptet Daniel Kirchert, Gründer von FLYNT, zuvor von Byton und einst Ex-Topmanager bei BMW-Brilliance selbstbewusst.
Die Entscheidung für eine Partnerschaft mit Chinas führendem EV-Ökosystem sei strategisch und wichtig: Man sieht China als mehr als ein globales Produktionszentrum, denn in den letzten Jahren habe das Land eine führende Position in der EV-Technologie aufgebaut. Etwa mit unerreichter Entwicklungsgeschwindigkeit und F&E-Skala, der Kostenführerschaft bei EV-Plattformen, Batterien und Antriebssträngen, mit fortschrittlicher digitaler Architektur und softwaredefinierten Fahrzeugen. Hinzu komme aus Sicht von Kirchert eine hervorragende Produktqualität, in großem Maßstab validiert.
„Durch die Integration dieser fortschrittlichen EV-Technologie in ein Fahrzeug, das speziell für europäische Flotten entwickelt wurde, erreichen wir ein Maß an Leistung, die sich direkt in niedrigeren Gesamtbetriebskosten niederschlägt“, schwärmt Rogan Liu, Gründer von FLYNT. „Es ist ein Produkt, das nicht nur für die Erwartungen von heute, sondern auch für die den Betrieb von morgen.“
Das Ergebnis ist ein skalierbares, leistungsstarkes eLCV für den zukunftssicheren Transport von der Logistik auf der letzten Meile bis zum mobilen Handel. Nicht weniger als einen "Wendepunkt in der Flotten den Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen" will der Hersteller darin sehen.
„Das ist keine Nachrüstung. Es ist kein Kompromiss. Es ist das, was passiert was passiert, wenn man das alte Denken über Bord wirft und etwas völlig Neues entwickelt, das sich an den Kunden tatsächlich brauchen - und es dann durch die intelligenteste globale Partnerschaft, die man aufbauen kann, zum Leben erweckt", trommelt Kirchert mächtig.
Entwickelt in Europa, angetrieben von Chinas EV-Expertise
Das erste eLCV der ambitionierten Marke wurde speziell für den europäischen Stadt- und Regionalverkehr sowie die letzte Meile in Europa entwickelt - mit dem Vernehmen nach hoher Effizienz und einem digitales Fahrerlebnis, verpackt in einem robusten, vielseitigen Design. Wichtigste Highlights:
- Reichweite: Bis zu 500 km WLTP (100kWh NCM-Batterie)
- Wirkungsgrad: 20kWh/100km (WLTP, 3,5t)
- Aufladen: 22 kW AC, 220 kW DC Schnellladung (30-80% in 20 min)
- Vehicle-to-Grid und Vehicle-to-Load Funktionalität
- Volumen & Nutzlast: 8,7 bis 16,5 m³ Laderaum; bis zu 1.630 kg Nutzlast
- Plattform: Vollelektrisch, native EV-Architektur
- FWD, RWD, AWD Optionen
- Fahrerlebnis: 12,8„ Hauptdisplay, 8,8“ Kombiinstrument, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto
- Ergnomie: Intelligente Ablage, leichter Zugang, Mobile-Office-Funktionalität
- Sicherheit: ADAS mit Level 2 Autonomie Standard, Level-4-fähige Systemarchitektur
- 800-V-Architektur und umfassender Cybersicherheitsrahmen
- Betriebskosten: Deutlich niedriger als bei Dieselfahrzeugen, hohe Energieeffizienz, geringe Wartungsanforderungen, minimale Ausfallzeiten und intelligente Energiemanagement-Funktionen
Geformt von europäischen Kunden, universell einsetzbar
Kernelement war die gemeinsame Entwicklung zusammen mit europäischen Flottenbetreibern, Fahrern und Mobilitätsexperten zusammengearbeitet, um zu verstehen, was elektrische Transporter wirklich leisten müssen - nicht nur in der Theorie, sondern auch im täglichen Betrieb.
„Wir haben die letzten 18 Monate im ständigen Dialog mit Kunden in ganz Europa verbracht - von der Logistik über das Baugewerbe bis hin zu Dienstleistungsflotten“, sagt Laura Peschke, Mitbegründerin von FLYNT. „Dieses Fahrzeug ist das Ergebnis dieses kontinuierlichen Co-Creation-Prozesses. Es spiegelt reale Bedürfnisse, nicht Annahmen".
Schlüsselfaktor Vertrieb & Service: Die größte Hürde für Flynt
Im Januar 2025, stellte das Unternehmen seinen ersten Prototyp ausgewählten europäischen Medien bei einer exklusiven Vorschau in China vor. Der Prototyp soll nun in diesem Sommer nach Europa kommen, wo er wo er laufende Pilotprogramme, Kundenpräsentationen und lokale Tests unterstützt. Offizielle Markteinführung ist in den ersten europäischen Märkten ab 2026 geplant, gefolgt von einem schrittweisen Ausbau und einer schrittweisen Expansion in alle 26 Zielmärkten in der Region. Parallel dazu baut man ein "Go-to-Market-Ökosystem" mit einer starken mit einem starken digitalen Fundament auf und will die "gesamte Customer Journey durch Innovation und Technologie", überdenken, wie es nebulös heißt.
Kernelement ist somit eine digitale Plattform, die das Kundenerlebnis unterstützt - von der ersten Kontaktaufnahme bis zum langfristigen Betrieb und Service. Das Ziel sei es, nicht nur Fahrzeuge anzubieten, sondern eine ganzheitliche 360° Lösung - einschließlich integrierter Angebote für saubere Energie - zu bieten, die Flotten bei der effizient und profitabel zu dekarbonisieren. Über sein digitales Vertriebs- und Servicemodell hinaus, konzentriert sich das Unternehmen auf die Bildung starker Partnerschaften in jedem Zielmarkt, um lokalisierten Service zu bieten, den europäische Kunden erwarten. Erste Vertriebsvereinbarungen wurden bereits unterzeichnet, und es werden Gespräche geführt, um ein robustes Partnernetz, das Abdeckung, Support und Betriebszeit vom ersten Tag an sicherstellt, so das vollmundige Versprechen.
Flynt trifft auf massive Konkurrenz etablierter und neu sortierter Player
Das haben allerdings schon viele versprochen. Und mit Kia mit seinen PBVs sowie dem Flexis-Projekt von Renault und Volvo Group treten etablierte Hersteller mit bestehendem Netz mit mindestens ebenso vielversprechenden technischen Konzepten komplett neu an. Einen Hersteller namens Farizon aus dem Geely-Imperium sollte man da auch noch auf dem Zettel haben, genauso wie wie aufstrebende Marken wie Maxus oder zuletzt auch bei den Vans BYD. Die Partnerschaft zwischen Rivian und Amazon lieferte ebenfalls bereits sehenswerte und in der Praxis erprobte Ergebnisse eines radikal neuen Zustellfahrzeugs. Und sowieso die angestammten Vanbrands Ford, VW, Mercedes, Stellantis, Renault etc. Kurzum: Leicht wird das nicht, den Van neu zu erfinden.