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Mercedes-Benz G Edition „Stronger than the 1980s“ – Retro trifft Radlaufverbreiterung

Einst entstand der „G“ gemeinsam mit Steyr-Daimler-Puch als Geländewagen fürs Militär. Aber da Mercedes-Benz nicht wirklich spartanisch kann, wurde daraus ein veritabler Kraxler, der sich ab 1979 schnell in die Herzen der Schickeria nicht nur Stuttgarts hineinfuhr. Jetzt bringt man das Urmodell ein bisschen zurück...

In Originalfarben von 1979 aber zum zehnfachen Preis: Die neue G Edition „Stronger than the 1980s. | Foto: Mercedes-Benz

Wer jetzt dachte, die 1980er wären nur für Schulterpolster, Synthiepop und Satellitenschüsseln verantwortlich, muss auch an die G-Klasse denken. Mercedes-Benz jedenfalls hat ein langes Gedächtnis – und bringt mit der Edition Stronger than the 1980s eine Hommage an die erste G-Baureihe mit dem Codenamen W 460 auf die Straße. Limitiert auf 460 Exemplare – angelehnt an die Baureihe – und gespickt mit allerlei historischen Anspielungen, zeigt sich das Sondermodell als durchaus ernst gemeintes Retro-Zitat mit moderner Technik. Immerhin wurden mittlerweile über 500.000 G gebaut. 

Farben wie damals – nur mit Euro-6, allerdings nicht elektrisch

Die Edition ist wahlweise als G 450 d (kombinierter Verbrauch: 9,9–8,7 l/100 km, CO₂: 261–227 g/km, CO₂-Klasse: G) oder als G 500 (12,3–10,9 l/100 km, CO₂: 281–248 g/km, CO₂-Klasse: G) erhältlich – Klimabilanz à la 80er inklusive. Den Stromer G580 ließ man mal außen vor, gab es ja damals noch nicht…

Was einst aufpreisfreie Unilacke waren, fällt jetzt unter das sauteure Maufaktur-Label: zu haben ist der Retro-G in agavengrün, cremeweiß oder coloradobeige (alle uni – so wie früher). Und man man sich auf authentische Blinkerwarzen wieder in Orange und allerlei in Nachtschwarz magno lackierte Karosserieteile freuen – darunter Stoßfänger, Radlaufverbreiterungen und die Außenspiegelgehäuse. Reiner Kunststoff wäre nicht ganz so nett anzusehen, aber kratzresistenter gewesen.

Ein weiteres historisches Detail: der Mercedes-Stern auf der Haube, der sich – stilecht – im blauen Lorbeerkranz zeigt. Am Heck: Eine originale Plakette aus den 1980ern und eine eigens designte Ersatzradabdeckung. Das Ganze rollt auf Leichtmetallrädern im 5-Speichen-Design.

Wem das nicht reicht, der darf sich über Ausstattungselemente der Professional Line Exterieur freuen: Steinschlagschutzgitter, Schmutzfänger, grobstollige All-Terrain-Reifen – und, optional, ein Dachgepäckträger für den Fall, dass man tatsächlich mal etwas transportieren möchte. Abgerundet wird das Ganze vom schwarzen Manufaktur-Logo-Paket inklusive Logoprojektor. Der begrüßt mit dem Schriftzug „G – Stronger than time“ auf dem Asphalt – falls man’s mal vergessen sollte.

Innen: Schöckl statt Schickimicki

Im Innenraum wird ebenfalls tief in der Retrokiste gegraben: Die Sitzmittelbahnen ziert taubengrauer Stoff – wie in den frühen Tagen. Der Griff vor dem Beifahrer prahlt mit dem Schriftzug „Stronger than the 1980s“, und wer einsteigt, blickt auf die Topografie des Grazer Schöckl, wo seit jeher getestet wird, was G heißen darf. Natürlich ist auch die legendäre „Schöckl Proved“-Plakette mit dabei – im Look der 80er und farblich passend zum Fahrzeug.

 

 

Nicht ganz 1980er: Leder-Nappa am Multifunktionslenkrad, ein Glas-Schiebedach und das Burmester 3D-Surround-System. Komfort darf dann doch sein. Und für Sammler wichtig: Jedes Modell trägt den Hinweis „1 of 460“ auf der Mittelkonsole – für den Fall, dass man den Überblick über seine G-Flotte verliert. Der Einstiegspreis liegt bei 160.055 Euro – womit der G seinen Preis gegenüber 1979 grob verzehnfacht hat, aber er ist immer noch deutlich günstiger als eine Zeitmaschine.

Was bedeutet das?

Wie auch beim Land Rover Defender gäbe beim G durchaus Publikum für Basisversionen – die aber in der Herstellung kaum billiger wären, aber viel günstiger angeboten werden müssten, weshalb es Mercedes-Benz ein bisschen wie die Truppe in Solihull macht, nur nicht ganz so krass: Während die Briten alte Defender kaufen, neu aufbauen und NOCH teurer als Restomod ab Werk verkaufen, schminkt man in Graz einfach den aktuellen, immer noch G463 genannten, aktuellen G einfach auf Urmodell um. Was optisch auf den ersten Blick etwas komisch aussieht...wir hätten als Option gern noch eine Steyr-Daimler-Puch-Plakette satt dem Stern.