LKW

Bauma 2025: Trailer werden smart – und sparen Gewicht

Auf der Bauma 2025 präsentieren Hersteller wie Schmitz Cargobull und Van Hool neue Anhänger und Aufbauten, die durch digitale Technologien und Gewichtsreduktion Effizienz und Sicherheit im Güterverkehr steigern.

Neue Produkte und Telematik in Serie bei Schmitz-Cargobull und Tochter Van Hool. | Foto: G. Soller

Der Trailer oder Aufbau wird in der Regel nur als der „stumme Diener“ gesehen, der hinter oder auf dem Lkw mitläuft, doch damit wird in der Regel das Geld verdient. Und da hilft im Bau- und Schüttgutbereich jedes Gramm Nutzlast und bei komplexeren Aufbauten ganz klar mehr Intelligenz, um Fehbedienungen soweit wie möglich zu vermeiden und per Telematik Routen und Wartung zu optimieren, da jeder Ausfall massiv ins Geld geht.

Die Konzentration im Segment hält an

Auch hier waren wir bei unserem Rundgang erstaunt, was sich mittlerweile tat im Segment – und wie rasch die Konzentration fortschreitet: Van Hools Trailersparte wurde mittlerweile zur Delikatessabteilung von Schmitz Cargobull, Schwarzmüller ist Partner von Krone, wobei die Emsländer hier hinter den Kulissen stärker am Steuer sitzen denn je und Reisch ist nur noch ein Name unter dem Dach von Benalu-Legras, aber immerhin wieder am Start. Reisch und Schmitz Cargobull waren mit einigen Lkw-Herstellern und weiteren Aufbauherstellern in Halle B4.

Die Telematiksysteme werden komplexer, intelligenter und deshalb trotzdem einfacher bedienbar

Bei den Cargobullen ist jetzt das Telematiksystem Trailer Connect serienmäßig an Bord und soll hier in der Basis vor allem Reifenplatzer vermeiden soll – durch die Luftdruckkontrolle. Wichtige Neuerung: Wenn neue Pneus aufgezogen werden, erkennen die Sensoren das, wodurch das aufwendige und oft fehleranfällige „Anlernen“ des neuen Reifens samt Druck entfällt. Auch den Unterfahrschutz kann man pneumatisch aus der Kabine steuern (die Sensorik erkennt dabei Entlade- und Fahrposition) und eine optionale Laderaum- und Rückraumkamera erleichtern das Handling auf dem Bau, ohne dass man jedesmal aussteigen muss. Die Gewichte sinken dezent, der S.KI light mit 24-Kubik-Kastenmulde startet jetzt bei 4.650 kg Leergewicht und Van Hool steuert einen „kippbaren Container“ bei, der bei den Cargobullen als W.KI bezeichnet wird und hochseetauglich-stapelbar ist.

Auch bei Schwarzmüller schraubt man wieder an den Gewichten und fuhr die komplette Bandbreite des Programms auf – inklusive der Behälteranhänger der Tochter Hüffermann, dem Vierachstiefladeanhänger und dem TP 22 – einem robusten Tandemachser, den man bei ganz schweren Anwendungen hinter den Traktor hängt. Perspektivisch erwarten wir uns hier durchaus einen starken Anstieg der Telematikoptionen, welche beim Partner Krone schon sehr intensiv gespielt werden. Damit die Austro-Trailer nicht nur leicht, sondern auch schlau werden.

Ein paar Stände weiter stellte Kögel seinen neuen Muldenkipper aus, der ebenfalls wieder abspeckte: Als Stahl-Stahl-Dreiachser startet er bei 5.200 kg – trotzdem soll er hohe Stabilität bieten, denn auch das Chassis besteht aus hochfestem Feinkornstahl und bei der Mulde achtete man darauf, diese so tief wie möglich zu legen, um Fahrstabilität und Belastbarkeit sorgt. Die Kögel-Mutter Humbaur stellte ihre Tieflader sowie Pkw-Anhänger dazu und schnürte ein Doppelpaket: Bei Bestellung eines Kögel-Kippsattels packt Humbaur einen Pkw-Anhänger dazu.

Weißwurstfrühstücke bei Meiller: schon am zweiten Tag musste man beim Metzger nachbestellen

Über einen immer (über-)vollen Stand freute wunderte man sich auch bei Meiller: Wir trafen Pressechefin Elisabeth Egger, Konstrukteur Christoph Tanner und Produktmanager Michael Eicheldinger, der sich freute:

„Als Bauma-Aussteller der ersten Stunde sind wir besonders stolz, auch dieses Jahr wieder mit dabei zu sein. Wir sind überwältigt vom nationalen und internationalen Besucheransturm und deren positiven Resonanz und Interesse an unseren Produkten.“

Insider am Rande: Meiller hatte für 2025 eher vorsichtig geplant, mit 60 Ansprechpartnern und dem gleichen Weißwurstvorrat wie 2022. Aufgrund der bauflaute hatte man schon Angst, nach der Bauma wochenlang Weißwurstfrühstücke ausrichten zu müssen und mit gelangweiltem Personal im Regen zu sitzen. Aber alles kam anders! Schon nach dem zweiten Tag mussten Weißwürste nachgeordert werden, das Standpersonal hatte keine Sekunde Leerlauf und die Sonne schien. Im Fokus stand einmal mehr die neue Dreiseitenkippergeneration „Trigenius“, dazu die smarten Abroller und Absetzer mit intelligenter Folgesteuerung und man hatte auch noch „Exotischeres“ wie die Asphaltmulde dabei – die dann auch gleich vom Stand wegverkauft wurde. Weshalb man auch Konstrukteur Thanner bei Meiller dezent optimistisch in die Zukunft blickt, die auch bei Meiller noch digitaler und leichtgewichtiger ausfallen wird.

Ultraleicht: Fliegls Alu-Kastenmlde startet bei 3.900 Kilogramm!

Unweit entfernt hat Fliegl seinen Stand, wo wir Helmut Fliegl treffen, der sich ebenfalls über regen Zuspruch freut und mit 3.900 Kilo Leergewicht wohl einen der allerleichtesten Alukippsattel auf die Beine gestellt hat. Die vor allem für Zuschlagstoffe und wenig abrassive Güter genutzt wird, denn wenn man wirklich auf jedes Gramm achtet, erfordert das gewisse Abstriche und fähige Lader- und Lkw-Fahrer. Aber: Wer das beherzigt, kann, eine entsprechend leichte Zugmaschine vorausgesetzt, auch mal 30 Tonnen(!) Fracht führen. Geschäftsführer und Eigentümer Helmut Fliegl erklärte uns: 

„Wenn Fuhren nach Gewicht bezahlt werden, kann man sich ausrechnen, ab wann sich der Trailer von selbst amortisiert!"

Ganz abgesehen davon, dass bei jeder Leerfahrt Energie gespart wird. Dazu kommen smarte Innovation wie das „Drive-On“-Kippstabilisierungssystem, das beim Abkippen und Anfahren mehr Druck auf die Antriebsachse des Lkw bringt, die seitlich ausklappbare Aufstiegshilfe „S.T.E.P“ und der robuste Stonemaster, der als Zweiachser ab 4.500 Kilogramm Leergewicht startet. Womit wir den Kippsatteln attestieren können, das deren Gewichte im letzten Jahrzehnt dank neuer Stahlgüten, Konstruktionen und Fertigungstechniken zwischen rund 500 und 1.000 Kilogramm sanken!

Auch bei den Tiefladern sinken die Gewichte

Gesunken sind die Gewichte aber auch im Tiefladersegment: bei Müller-Mitteltal startet der Dreiachs-Sattel inklusive Rampen bei 7.750 Kilogramm und auch der Faymonville-Gruppe oder Broshuis gingen die Gewichte nach unten: Broshuis hatte seinen neuen dreiachsigen nachlaufgelenkte-Semi-Tieflader mitgebracht. Der verfügt über durchgehende Achsen in Kombination mit Luftfederung, was das System wartungsarm macht. Der Auflieger ist einmal ausziehbar womit er eine teleskopierte Ladebodenlänge von bis zu 15.200 mm erreicht. Das wichtigste: Er wurde gegenüber dem Vorgänger bei mehr Stabilität 15% leichter.

Was uns bei Broshuis und Doll auffiel: es standen auch zwei tarnfarben gestrichene Tieflader am Stand – in der aktuellen politischen Situation eher kein gutes Zeichen. Abgesehen davon, das auch bei Doll am Detail gefeilt wurde: Das Dreiachs-Tiefbett kam mit noch intelligenterer Bedienung und der Funkfernsteuerung Doll connect samt 7-Zoll-Display, der sogenannten Doll-Control. Was bei Doll und Broshuis auffiel: Auf beiden Ständen standen Tieflader in Tarnfarben für militärische Zwecke – was angesichts der aktuellen politischen Situation nicht unbedingt das beruhigende Signal war.

Dass man auf alternative Energien statt Atomkraftwerke setzt, zeigte ich bei Goldhofer an der Pflege, die man den Windkraftprodukten zuteil werden ließ: So konnte man den Windturm-Rohradapter RA3-100 wieder etliche Kilo erleichtern und überarbeitete dessen Bedienung. Und der Selbstfahrer PST/ES-E fährt jetzt auch rein elektrisch.

Optimierte Produkte fand man auch bei Kässbohrer, darunter den Vierachs-Tieflader K.SLA R4/ 2N-18/40, der ebenfalls im Detail gepflegt wurde. Er startet bei 14.735 kg Leergewicht und punktet mit noch besserem Korrosionsschutz – hier investierte man in Adapazari erst jüngst weiter in neue Beschichtungstechnik. Bei den Kippern schraubte man weiter am Gewicht, das bei Kässbohrer seit jeher eher im oberen Bereich liegt, da die Fahrzeuge auf extreme Stabilität ausgelegt sind: Die ausgestellte dreiachsige Stahl-Rundmulde startet bei 5.850 kg. Für Stabilität auf politischer Ebene spricht sich auch Iffet Türken, Board Member und President bei der Transport Section ESTA Europe aus. Als Weltbürgerin fordert Sie:

„Europa muss endlich zusammenwachsen!“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Was bedeutet das?

Auch bei den Anhängern und Aufbauten gilt: Die Zukunft wird grüner und digitaler: Was sich in diesem Bereich vor allem über geringere Gewichte und intelligentere