LKW

Chemielogistik: Talke testet Mercedes-Benz eActros 600

Der Anbieter von Chemielogistiklösungen hat gemeinsam mit Evonik Industries und Daimler Truck erstmals die E-Sattelzugmaschine Mercedes-Benz eActros 600 unter realen Bedingungen getestet.

Die erste Praxiserprobung eines E-Lkw im Chemietransport von Evonik und Talke. Foto: Talke

Der Testlauf fand auf der Strecke zwischen Wesseling und dem Containerdepot in Hürth bei Köln statt. Jährlich erfolgen dort rund 800 Transporte. Ziel des Testlaufs war es laut der Teilnehmenden, Erkenntnisse über Reichweite, Ladezeiten und betriebliche Abläufe zu gewinnen. Die Transporte auf dieser Strecke werden nach eigenen Angaben zunächst noch weiterhin mit Diesel-Zugmaschinen durchgeführt werden.

Nachhaltige Logistik
Laut Christina Göhde, Einkäuferin für Dry Bulk Transporte Europa bei Evonik, leiste der Einsatz von E-Lkw einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks. Die Prüfung und Umsetzung neuer Transportkonzepte sei ein wesentlicher Bestandteil der Logistikstrategie von Evonik.

Auch Christian Hartmann, Manager Sales & Business Development bei Talke, sieht den Testlauf als wichtigen Schritt, um den künftigen Einsatz vollelektrischer Fahrzeuge in der Chemielogistik vorzubereiten:

„Der Weg zur emissionsfreien Logistik bringt Herausforderungen mit sich, doch TALKE setzt sich konsequent dafür ein, innovative Lösungen frühzeitig zu testen und gemeinsam mit Kunden weiterzuentwickeln.“

Trotz der Technologie beim eActros 600 gebe es noch einige Herausforderungen für den flächendeckenden Einsatz elektrischer Sattelzugmaschinen. Die Ladeinfrastruktur müsse weiter ausgebaut werden, um kurze Ladezeiten sicherzustellen – sowohl öffentlich als auch betriebsintern.

Eine weitere Hürde stelle die noch nicht vollständige allgemeine ADR-Zulassung für Gefahrguttransporte dar. Das im Test verwendete Fahrzeug hatte bereits eine Zulassung für den Transport von Säuren und Laugen. Um die volle ADR-Zulassung zu erreichen, sollen E-Trucks im Falle eines Aufpralls automatisch stromlos geschaltet werden.

Praxiserfahrungen als Basis
Den Test hatten Talke-Fahrer Czeslaw Wieczorek und Fahrertrainer Ralf Gregor vom Verkehrsinstitut Bayern GmbH begleitet. Wieczorek:

„Ich musste mich nicht groß umgewöhnen, weil das Fahrerhaus identisch mit dem des normalen Actros ist. Bemerkenswert ist aber das leisere Fahrgeräusch und dass man den Dieselmotor nicht mehr spürt. Besonders gut gefällt mir das direkte Drehmoment beim Anfahren – das macht das Fahren noch angenehmer. Insgesamt ist es ein tolles Fahrzeug und ich bin stolz, dass ich es testen durfte.“

Talke werde weiterhin mit Partnern wie Evonik und Daimler Truck zusammenarbeiten, um nachhaltige Transportlösungen zu entwickeln, heißt es aus dem Unternehmen. Auch wenn der vollelektrische Schwerlastverkehr noch vor Herausforderungen stehe, sei der eingeschlagene Weg klar, denn man wolle sich aktiv für zukunftsfähige und umweltfreundliche Transportkonzepte einsetzen.