Quehenberger: Mit KI gegen Ladungsdiebstahl
Ladungsdiebstahl und ungenutzter Laderaum verursachen finanzielle Verluste und beeinträchtigen die gesamte Lieferkette. Um die Sicherheit sowie Nachhaltigkeit im Road-Trandsport-Bereich zu erhöhen setzt Quehenberger auf künstliche Intelligenz.
Während einer Pilotphase werden zehn international fahrende Trailer mit KI-gesteuerten Kameras ausgestattet. Geplant sei, dies künftig auf die komplette Flotte sowie die Transportpartner auszuweiten.
Den Innenraum überwachen
Die Kameras scannen den Angaben zufolge den Innenraum der Auflieger, analysieren und aggregieren die Daten in Echtzeit. Bei Problemen wie verrutschten Paletten wird ein Alarm ausgelöst, der den Lkw-Fahrer und den Disponenten informiert.
Quehenberger zufolge zählen der Diebstahl von Ladung aus Lkw, der Diebstahl kompletter Ladungsträger und der Diebstahl von Treibstoff zu den häufigsten Diebstahlarten in der Logistik. Zudem würden sich immer wieder Personen unbemerkt an Grenzen Zutritt zum Lkw verschaffen und unbemerkt „mitreisen“.
Die Kameras sollen nun Abweichungen von der Route, ungeplante Manipulationen oder Türöffnungen erkennen und auch bemerken, wenn zum Beispiel die Plane der Lkw aufgeschnitten wird.
Dann löse die KI Alarme aus und informiere die Verantwortlichen. Auf diese Weise soll eine optimale Diebstahlsicherung mit geringem Ressourceneinsatz gewährleistet werden, heißt es.
Freien Laderaum erkennen
Die Kamera vermisst den gesamten Laderaum innerhalb des Trailers und meldet dem Disponenten außerdem in Paletten-Einheit einen freien Laderaum, damit dieser dann auf den Frachtbörsen angeboten und auch unterwegs noch verkauft werden kann.
In einer zweiten Ausbaustufe sei vorgesehen, dass die KI selbstständig den Laderaum in den Börsen anbietet und die optimale Zusatzladung findet.
„Wenn alle Systeme optimal ineinandergreifen, ist vieles möglich: höchste Laderaumauslastung, der Verkauf von freiem Laderaum on the go, eine bestmöglich gesicherte Ladung und perfekte Diebstahlsicherung mit geringem Ressourceneinsatz“, erklärt Mag. Robert Köbrunner, Head of Q Direct.
Konkrete Anwendung
Bei dem Projekt hätten sich alle beteiligten Personen vom Transportspezialisten, Kameratechniker und Sicherheitsspezialisten bis zum Fahrer eingebracht. Nun stehe dem Projektteam eine ausgiebige Lernphase bevor, denn die Software muss mit konkreten Anwendungsfällen trainiert werden.
„Für unser Team wird es erstmal ein höherer Aufwand, aber wir sind davon überzeugt, dass sich dies lohnen wird“, so Eugen Goss, Produktspezialist und Projektleiter.