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Nabu: Forderung nach Scrubberverbot

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. appelliert in einem Brief an die Atlantik-Anrainerstaaten, die Einleitung von Schwerölwaschwasser ins Meer zu verbieten.

Der Nabu setzt sich dafür ein, Schiffen die Einleitung von Abwasser aus Abgaswäschern zu verbieten. Das Waschwasser landet schwefel- und schadstoffbelastet im Meer. Foto: Pixabay

Der Nabu hat heute einen von 14 Umweltschutzorganisationen unterzeichneten Brief an die OSPAR-Kommission (Meeresschutzübereinkommen des Nordost-Atlantiks) gesendet. Darin fordern die Umweltschutzverbände, die Einleitung von Abwasser aus Abgaswäschern, sogenannten Scrubbern, in der Zwölf- Meilen-Zone entlang der Küste zu verbieten.  

Scrubber werden von Schiffen verwendet, die statt beispielsweise mit Marinediesel weiterhin mit dem besonders giftigen Schweröl fahren. Die hohen Schwefelkonzentrationen werden im Abgasstrom mit Hilfe von Wasser ausgewaschen und das Waschwasser landet dann schwefel- und schadstoffbelastet im Meer. Enthaltene Schwermetalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) und andere toxische Substanzen würden zu langfristigen Schäden der Meeresumwelt führen, so der Nabu. Nabu-Schifffahrtexpertin Raija Koch:

„Diese für die Meeresumwelt verheerende Praxis muss sofort beendet werden. Die OSPAR-Kommission hat eine zentrale Rolle als Vorreiter für den Schutz der Meeresumwelt im Nordostatlantik. Diese Vorreiterrolle muss sie nutzen und die Vorsorgeprinzipien und den Schutz der marinen Ökosysteme in den Mittelpunkt zu stellen.“ 

Erst jüngst habe die UN-Seeschifffahrtsorganisation (IMO) die Länder darin ermutigt, regionale Maßnahmen zum Schutz der Meeresumwelt zu ergreifen. Raija Koch:

„Das Abwarten auf einen globalen Konsens beim Scrubberverbot darf nicht als Ausrede für Untätigkeit dienen.“
 

Deutschland sollte sich bei der OSPAR für das Einleitungsverbot einsetzen und dieses mit einer insgesamt wirksamen Meeressschutzpolitik verbinden. Nabu-Leiter Meeresschutz Kim Detloff:
 

„Mit der Waschwassereinleitung sowie durch Lebensraumzerstörungen, Überfischung und Nährstoffbelastungen wird die Erreichung des guten Umweltzustands nach EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie verhindert. Es ist an der Zeit, die Schifffahrt beim Schutz von Natur und Klima stärker in die Pflicht zu nehmen. Das gilt es zusammen mit einer klugen Raumplanung, nutzungsfreien Meeresschutzgebieten und der Wiederherstellung von Salz-, Seegraswiesen und Riffen in eine glaubwürdige Meeresschutzpolitik der zukünftigen Bundesregierung zu übersetzen.“