PKW

Motivationsleasing: Viele interessiert, wenige nutzen das Modell

Viele Beschäftigte würden gerne einen Dienstwagen per Gehaltsumwandlung nutzen, doch das Angebot bleibt oft aus. Eine aktuelle Befragung zeigt große Lücken bei Bekanntheit und Umsetzung – und Chancen, besonders bei E-Fahrzeugen, die das Interesse zusätzlich steigern.

Dienstwagenmodelle wie das Motivationsleasing können zur Mitarbeiterbindung beitragen – wenn sie aktiv kommuniziert und angeboten werden. | Foto: Alphabet

Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage der Alphabet Fuhrparkmanagement GmbH in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Toluna interessieren sich rund 75 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland für ein sogenanntes Motivationsleasing. Doch das Modell ist längst nicht allen bekannt – geschweige denn verfügbar.

Beim Motivationsleasing erhalten Mitarbeitende einen Dienstwagen, den sie auch privat nutzen können. Im Unterschied zum klassischen Dienstwagenmodell wird das Fahrzeug nicht zusätzlich zum Gehalt gestellt, sondern über eine Gehaltsumwandlung finanziert.

Bekanntheitslücken bei Beschäftigten

Trotz hoher grundsätzlicher Zustimmung zeigen die Zahlen deutliche Informations- und Nutzungslücken:

  • Nur 51 Prozent der Interessierten haben ein entsprechendes Angebot vom Arbeitgeber erhalten.

  • 17 Prozent der Interessierten haben noch nie vom Modell gehört.

  • Insgesamt kennen 32 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten das Motivationsleasing gar nicht.

  • Lediglich 28 Prozent fahren aktuell ein Fahrzeug per Gehaltsumwandlung.

E-Auto als Meinungswender

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Aussicht auf ein elektrisches Dienstfahrzeug erhöht das Interesse spürbar.

  • 61 Prozent der Befragten geben an, dass ein E-Auto das Motivationsleasing attraktiver macht.

  • Selbst 24 Prozent derjenigen, die sich ursprünglich nicht dafür interessieren, würden durch ein E-Fahrzeug umdenken.

„Viele unserer Kunden beschäftigen sich mit der Frage, wie sie – angesichts des wachsenden Fachkräftemangels – Talente auf dem Arbeitsmarkt langfristig binden können“, sagt Christoph von Meyer, Leiter Kunde, Marken, Vertrieb (CCO) bei Alphabet Deutschland. „Unsere Empfehlung ist es daher, sich möglichst innovativ aufzustellen und auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen. Ein mögliches Incentive ist dabei der Dienstwagen über ein Motivationsleasingmodell.“

Anbieter setzt auf Digitalisierung und Full-Service

Alphabet verweist in diesem Zusammenhang auf eigene Angebote im Bereich Motivationsleasing, darunter den Zugang zu Neuwagen zu Unternehmenskonditionen sowie ein Full-Service-Paket, das Leistungen wie Wartung, Versicherung und Werkstatt abdeckt. Ergänzt wird das Angebot durch einen digitalen Leasingrechner zur individuellen Vorteilsberechnung, App-Funktionen für Schadenmeldungen und Führerscheinkontrollen sowie webbasierte Reportinglösungen für Fuhrparkverantwortliche. Darüber hinaus stellt Alphabet Beratungsleistungen bereit, insbesondere für Unternehmen, die einen Umstieg auf Elektromobilität planen.

Was bedeutet das?

Die Zahlen sprechen für sich: Das Interesse an Motivationsleasing ist vorhanden, doch Umsetzung und Kommunikation hinken hinterher. Für Arbeitgeber liegt hier ungenutztes Potenzial – nicht nur zur Bindung von Fachkräften, sondern auch zur Förderung alternativer Antriebe.

Die Integration in bestehende Fuhrparkstrukturen ist technisch möglich, aber offenbar noch kein Selbstläufer. Besonders bei der Elektromobilität könnte das Modell jedoch gezielt als Anreiz wirken – vorausgesetzt, die Mitarbeitenden wissen davon. Ein erster Schritt wäre also: Aufklären, anbieten, nachfassen. (Alina Venediktova)