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Smart-City-Startup dataMatters stellt mehrstufiges Frühwarnsystem gegen Starkregen und Überflutung vor

Ein verstopfter Gully, eine überflutete Bahnstrecke, ein tragisches Unglück – und ein Startup, das behauptet, genau das verhindern zu können. Mit einem dreistufigen Sensornetzwerk und LoRaWAN-Funkabdeckung bringt dataMatters aus Köln sein System zur Starkregenwarnung auf den Markt – und fragt sich, warum die Bahn noch nicht mitmacht.

Sensorik, Funktechnik und KI-Auswertung: Das Warnsystem von dataMatters erfasst an neuralgischen Punkten die Gefahrensituation vor Ort – vom Gullydeckel bis zur Brücke. | Foto: Steve Johnson/Unsplash

Die dataMatters GmbH, ein Kölner Startup und Spin-off der RWTH Aachen, hat ein Warnsystem entwickelt, das Starkregen und Überschwemmungen in Städten, Gemeinden sowie entlang von Bahnstrecken und Straßen frühzeitig erkennen soll. Hintergrund ist ein tödliches Zugunglück im Landkreis Biberach, das laut Polizei durch einen überlaufenden Abwasserschacht und Geröll auf den Gleisen verursacht wurde.

Das System von dataMatters setzt auf drei Sensor-Ebenen:

  1. Eine Wetterstation mit Regenmesser wird auf der höchsten Erhebung der Region installiert.

  2. Wasserstandssensoren überwachen Flüsse und Brücken.

  3. Sensoren an Gullydeckeln, Sinkkästen und in der Kanalisation erkennen Verstopfungen durch Laub, Müll oder andere Hindernisse.

Ziel ist es, potenzielle Gefahrenquellen frühzeitig zu identifizieren – bevor Wasser Wege nimmt, die es besser nicht nehmen sollte.

urbanOS: Datenstrom für kommunale Entscheidungen

Das Warnsystem ist Bestandteil von „urbanOS“, einem Betriebssystem für Smart Cities, das ebenfalls von dataMatters stammt. Es basiert auf einem mehrschichtigen Modell: Sensoren erfassen lokale Umweltbedingungen, Künstliche Intelligenz verarbeitet die Daten zentral in einem sogenannten Datenraum, und die Ergebnisse landen nahezu in Echtzeit auf den Endgeräten kommunaler Entscheider.

Die Kommunikation erfolgt über den LoRaWAN-Funkstandard, der eine Reichweite von bis zu 15 Kilometern ermöglicht und besonders für Sensoranwendungen mit niedrigem Energiebedarf geeignet ist. Laut Unternehmen erreicht urbanOS etwa zwei Drittel aller deutschen Hauszustell-Postleitzahlgebiete.

Im Einsatz – nur nicht bei der Bahn

Das Betriebssystem ist nach Unternehmensangaben bereits in 25 Städten und Gemeinden installiert. Anwendungsfelder reichen von Verkehrs- und Abfallmanagement über Energieversorgung und Parkraumbewirtschaftung bis hin zur Hochwasserprävention.

Ein großer potenzieller Nutzer fehlt bislang: die Deutsche Bahn. dataMatters sieht gerade entlang von Bahntrassen erhebliches Potenzial für sein System, etwa zur automatisierten Überwachung von Entwässerungseinrichtungen – bisher offenbar ohne Resonanz.

Was bedeutet das?

DataMatters zielt mit seinem System auf ein bekanntes Infrastrukturproblem: Wenn Starkregen kommt, steht schnell alles still. Sensoren, Funk und KI sollen rechtzeitig warnen – klingt technisch machbar und kommunal praktikabel.

Warum ausgerechnet die Bahn noch nicht dabei ist? Vielleicht liegt es nicht nur an fehlender Technik, sondern auch an zu viel Bürokratie. Ein smarter Gully allein macht eben noch keine sichere Strecke. (av)