Xpeng G7: Revolution beim Head-Up-Display
Die Screens könnten schon wieder auf dem Rückzug sein – zumindest wenn es nach Xpeng geht, wo man beim G7 mit einem neuen Head-Up-Display klotzt, dass dezent die ganze Windschutzscheibe belegt und so vor allem die Navigation nochmal massiv erleichtern soll.
Mit einer CLTC-Reichweite von 702 km, von der immer 500 km bleiben dürften, einem 800V-Hochvolt-System samt 5C-Ultraschnellladung und einem Einstiegspreis von 235.800 Yuan (knapp 27.950 Euro) zielt der 4,9 Meter lange G7 klar auf Familien, Pendler und ein bisschen auch auf Future-Nerds, die mehr wollen als ein rollendes Tablet.
Optisch bleibt der G7 für einen Xpeng sehr dezent und verwechselbar
Optisch hält sich der Xpeng G7 dezent zurück: Er hat komplex gestaltete Flanken, lässt aber sonst die teils gekonnt zelbrierte optische Eigenständigkeit der Marke schwer vermissen: Er könnte auch von Changan kommen oder oder…Kurz zu den Abmessungen: Er streckt sich auf 4.892 mm Länge, 1.925 mm Breite, 1.655 mm Höhe bei einem Radstand von 2.890 mm. Dazu gibt’s versenkbare Türgriffe, ein Panorama-Glasdach, abgedunkelte Scheiben und einen sportlichen Heckspoiler – alles familientauglich abgeschmeckt. Interessant sind vor allem die Innenraumfotos mit Kindern, die den G7 innen zum Schlaf- und Spielzimmer machen.
Highlight: das mit Huawei entwickelte Head-Up-Display
Vier Sitze bieten Belüftung, Heizung, Massage und elektrische Verstellung, dazu kommen CDC-Adaptivdämpfer mit Hydraulikunterstützung und ein Multiscreen-Erlebnis mit 15,6-Zoll-Zentraldisplay, 8-Zoll-Fondmonitor, 9-Zoll-digitalem Rückspiegel und clever versteckten Klapptischen mit Magnetfläche. Das technologische Kronjuwel ist aber ohne Frage das zusammen mit Huawei entwickelte „Chasing Light Panoramic AR-HUD“. Es projiziert ein beeindruckendes 87-Zoll-Bild mit 1920x1080 Auflösung direkt in die Windschutzscheibe – mit Navigation auf Spur-Ebene, Echtzeitdaten zu Geschwindigkeit, Batterie, Assistenzsystem und allem, was man sonst noch lieber sieht als sucht.
Unter der Haube arbeitet ein Elektromotor mit – für chinesische Verhältnisse dezenten 218 kW, der den G7 auf 202 km/h Spitze bringt – gespeist von einem LFP-Akku, der das volle Reichweitenversprechen auch halten soll.
Immer wichtig bei Xpeng: Die Chips samt der Software
Der G7 kommt in zwei Varianten: Max (mit zwei Nvidia Orin-X Chips) und Ultra (mit drei hauseigenen Turing-KI-Chips). Beide stehen für Level-3-Autonomie und smarte Cockpit-Intelligenz – und beide dürften Tesla & Co. ganz schön die Siliziumchips ins Schwitzen bringen.
Neu: Die chinesischen Elektro-Tecchies unterstützen sich gegenseitig
Während Xpeng also die große G7-Präsentation vorbereitet, hat CEO He Xiaopeng noch rasch selbst zugeschlagen – allerdings bei der Konkurrenz. Kurz vor dem G7-Launch bestellte er öffentlich einen Xiaomi YU7 Pro und präsentierte sein neues Spielzeug auf Weibo: 25 Lautsprecher, 20-Zoll-Halo-Felgen und – man gönnt sich ja sonst nichts – einen smarten Bordkühlschrank. Xiaomi-CEO Lei Jun revanchierte sich charmant, dankte für die „Unterstützung“ und versprach, die Produktion des YU7 zu beschleunigen. Als Sahnehäubchen wünschte er Xpeng „viel Erfolg beim Launch am Donnerstag“ – ein Gruß, der klingt wie: „Möge der Bessere den Akku länger halten.“
Kleine Anekdote am Rande: Lei Jun selbst hatte nach dem Launch des Xiaomi SU7 öffentlich einen Li L6 gekauft – ein offensichtlicher Trend zur höflichen Konkurrenzunterstützung unter Chinas Elektro-Elite. Ob das wirklich reiner Sportsgeist ist oder subtile PR-Kunst, bleibt offen. Aber langweilig wird's auf dem chinesischen EV-Markt sicher nicht.
Wann, ob und wie der G7 nach Europa kommt, dazu hüllt sich Xpeng derzeit noch in Schweigen.
Was bedeutet das?
Mit dem G7 steigt Xpeng ins Mainstream-SUV-Segment ein und verabschiedet sich optisch leider stark von seiner Eigenständigkeit. Punkten soll das neue Modell vor allem mit dem großen Head-Up-Display, ansonsten kommt der G7 leider eher "me too-mäßig" rüber. Fun-fact sind die gegenseitigen Konkurrenzbestellungen der chinesischen Tec-Unternehmer.
Quellen: Car News China, Chinaelektro