LKW

ACEA warnt: Reformstau gefährdet Klimaziele im Güterverkehr

Die EU kommt bei der Überarbeitung der Lkw-Gewichtsvorgaben nicht voran. ACEA sieht den Markthochlauf klimafreundlicher Antriebe in Gefahr.

Der Verband der europäischen Automobilhersteller fordert neue Regeln für emissionsfreie Lkw. Ohne Anpassung sei ein fairer Wettbewerb im Straßengüterverkehr nicht möglich. (Foto: Aral)

Der europäische Verband der Automobilhersteller ACEA hat anlässlich des Treffens des Rats „Verkehr“ in Brüssel seine Sorge über den schleppenden Fortschritt bei der Reform der EU-Richtlinie über Maße und Gewichte geäußert. Nach Ansicht des Verbands gefährdet die ausbleibende Einigung der Mitgliedstaaten den Hochlauf emissionsfreier Nutzfahrzeuge und untergräbt damit die Umsetzung der EU-Klimaziele im Straßengüterverkehr.

Nach dem heute im Rat „Verkehr“ vorgestellten Fortschrittsbericht ist der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) zutiefst besorgt über die mangelnden Fortschritte bei der Überarbeitung der Richtlinie über Abmessungen und Gewichte. Da die Uhr für die CO2-Reduktionsziele der EU für schwere Nutzfahrzeuge bis 2030 tickt, fordert ACEA die Mitgliedstaaten auf, dem raschen Abschluss der Verhandlungen Vorrang einzuräumen.

Hintergrund ist die geplante Überarbeitung der EU-Vorgaben für Lkw-Gewichte, Achslasten und Fahrzeuglängen. Diese Anpassung gilt laut ACEA als Voraussetzung dafür, dass batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge unter fairen Bedingungen im Wettbewerb mit konventionellen Diesel-Lkw stehen können. Die aktuellen Begrenzungen berücksichtigen die höheren Fahrzeuggewichte emissionsfreier Antriebe nicht und erschweren somit ihre wirtschaftliche Nutzung im Güterverkehr.

ACEA verweist darauf, dass in den vergangenen zwei Jahren ein Konsens zwischen Industrie, EU-Kommission und Europäischem Parlament erreicht worden sei. Dennoch blockiere der Ministerrat weiterhin eine Einigung. „Emissionsfreie Lkw und Busse sind für den Wandel Europas hin zu einem klimaneutralen Straßenverkehr unerlässlich“, sagte Thomas Fabian, Chief Commercial Vehicles Officer bei ACEA.

„Aber ohne eine rasche Einigung über eine Überarbeitung der Gewichts- und Maßvorschriften wird der Markt für diese Fahrzeuge stark begrenzt bleiben.“

Die EU hat die CO₂-Grenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge zuletzt verschärft. Bis 2030 soll mindestens ein Drittel aller Neuzulassungen in diesem Segment emissionsfrei erfolgen. Ohne angepasste Fahrzeugvorgaben sehen sich Hersteller und Transportunternehmen jedoch mit technischen und wirtschaftlichen Hürden konfrontiert. Größere Batterien oder zusätzliche Komponenten zur Wasserstoffspeicherung erhöhen das Fahrzeuggewicht, was sich negativ auf Zuladung und Effizienz auswirkt – ein entscheidender Nachteil im Gütertransport.

Für Transportunternehmen steht damit nicht nur die Frage der Investitionssicherheit im Raum. Auch die betriebliche Planung wird erschwert, wenn unklar bleibt, unter welchen technischen Rahmenbedingungen emissionsfreie Lkw künftig im Fern- und Regionalverkehr einsetzbar sind. Eine praxisgerechte Regulierung wäre laut ACEA ein wichtiger Hebel, um die Transformation des Sektors voranzubringen.

Der Verband rief die Mitgliedstaaten daher eindringlich auf, die Blockade im Rat zu beenden. Es sei „von entscheidender Bedeutung, dass die Mitgliedstaaten den derzeitigen Stillstand überwinden und die politische Dynamik aufbringen, die erforderlich ist, um sich rasch auf eine sinnvolle Aktualisierung der Regeln zu einigen“, so Fabian.

ACEA betonte zugleich die eigene Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren. Man wolle die Verhandlungen konstruktiv unterstützen und gemeinsam mit den EU-Institutionen eine Lösung herbeiführen, um den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe praktikabel zu gestalten.