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Voltfang: 15 Millionen in Batteriespeicher-Fabrik für Second-Life-Akkus

Voltfang baut Europas größte Fabrik für Batteriespeicher mit Second-Life-Akkus in Aachen. Mit 15 Millionen Euro soll die Produktion hochgefahren und der Speichermarkt gestärkt werden.

Große Pläne am Standort Aachen: Mit einer Second-Life-Akkufabrik in der ehemaligen e.GO-Fertigung wollen die Macher von Voltfang die Unabhängikeit von China und Asien stärken. | Foto: Voltfang

Das Aachener Batteriespeicher-Start-up für Industrie, Gewerbe und Netz-Anwendungen, hat seine Series B Finanzierungsrunde über 15 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde erneut vom niederländischen Deeptech-Investor FORWARD.One als Lead-Investor angeführt. Zu den weiteren Investoren zählen sowohl bestehende Partner wie Interzero, PT1, Helen Ventures, Daphni, Aurum Impact (Goldbeck-Familie), als auch neue Geldgeber wie Fiege Ventures und Newberry Investments.

Gleichzeitig expandiert und eröffnet das Unternehmen einen neuen Produktionsstandort in Aachen, NRW. Die neue Produktionsanlage “Voltfang Future Fab” bietet erhebliches Wachstumspotenzial und ermöglicht eine Skalierung auf bis zu 1 GWh mit leistungsstarken und energiedichten Speicherlösungen. Durch den Ausbau der Produktionskapazitäten sollen bis 2030 genug Batteriespeicher vom Band gehen, um das Kohlekraftwerk Weisweiler zu ersetzen und den Industriestandort Deutschland zu stärken, heißt es vom Unternehmen.

Erweiterte Produktionskapazitäten

Mit dem frischen Kapital will man die Produktionskapazitäten deutlich ausweiten und bis Ende 2026 weitere 250 Megawattstunden an grüner Speicherkapazität in Europa bereitstellen und damit die stark wachsende Nachfrage nach Großspeichersystemen zu bedienen. Parallel dazu wird das intelligente Energiemanagementsystem Venma mit KI-Funktionen weiterentwickelt. Mithilfe von Venma, können Unternehmen ihren Eigenverbrauch maximieren, ihre Stromkosten senken und am Energiemarkt handeln.

Akkufabrik am e.GO-Standort

Der Umzug in die ehemaligen Produktionshallen des Aachener Elektroauto-Herstellers Next.e.GO mit 6000 m² im TRIWO-Technopark in NRW unterstreicht die große Nachfrage aus Industrie-, Gewerbe- und Großspeichern. Während 2023 die produzierte Speicherkapazität der Firma 5 MWh betrug, stieg sie 2024 auf 20 MWh. Mit der Skalierung seiner Produktion kann der Anbieter die Abhängigkeit von Batteriespeichern aus China und anderen asiatischen Ländern weiter reduzieren. Durch die Nutzung von Second-Life- und überproduzierten Batterien aus der europäischen Automobilindustrie fördert das Unternehmen die Entwicklung einer unabhängigen und widerstandsfähigen Batterieindustrie in Deutschland und Europa.

Energiespeichermarkt wächst stark

Der Energiespeichermarkt in Deutschland wächst kontinuierlich stark und Prognosen des Fraunhofer-Instituts unterstreichen seine Bedeutung, führt der Spezialist an. Bis 2030 werden rund 100 GWh und bis 2045 rund 180 GWh elektrische Speicherkapazität benötigt. Ein Vorteil des Standorts sei zudem die Nähe zu anderen innovativen Unternehmen vor Ort wie Cylib, die ebenfalls dem Battery Circle Aachen angehören und Black Semiconductor, einem Pionier der nächsten Chip-Technologie. Daraus schöpfe man Synergien und unterstützt die Entwicklung des Technologiestandortes Aachen im Bereich der Batterietechnologie.

„Die Finanzierungsrunde ist eine direkte Reaktion auf die enormen Auftragseingänge, die wir im Q1 dieses Jahres verzeichnet haben. Der Ausbau der Energieinfrastruktur wird sowohl in Deutschland und Europa dringend gebraucht. Denn Europa steht vor großen Herausforderungen in der Energieversorgung, um sich gegenüber externen Einflüssen resilient zu machen. Wir müssen jetzt deutlich mehr Flexibilität in Form von Batteriegroßspeichersystemen schaffen. Die Verdopplung unserer Bewertung innerhalb von 6 Monaten ist ein Zeichen für das Vertrauen des Marktes in die technologische Relevanz und das Wachstumspotenzial von Voltfang", erklärte David Oudsandji, CEO und Mitgründer von Voltfang. 

Paul Pruijmboom, Partner bei FORWARD.One sieht die Firma exemplarisch für die Investitionsstrategie: ein starkes Hardware-Produkt mit intelligentem Softwarekern, meint er. Mit einer leistungsstarken und europäischen Speichertechnologie adressiere das Team eines der drängendsten Probleme unserer Zeit, die Energiewende.

"Wir sind überzeugt, dass lokale Energieinfrastruktur in Europa einer der wichtigsten Säulen für europäisches Wirtschaftswachstum ist", meint Pruijboom weiter.

Jens Fiege, Co-CEO der Fiege Gruppe ergänzt, Voltfang biete Logistikunternehmen, was sie für die Zukunft brauchen: "eine technologisch überzeugende, ökologisch sinnvolle und wirtschaftlich skalierbare Lösung". Mit der Beteiligung wolle man nicht nur Kapital bereitstellen, sondern auch unsere Infrastruktur und Expertise einbringen, um gemeinsam wirtschaftliche Energiespeicherlösungen für die Logistik voranzutreiben, so Fiege weiter.

„Die Kombination aus Kreislaufwirtschaft, Energiemanagement und skalierbarer Speichertechnologie löst genau die Herausforderungen, vor der der Gebäudesektor und die Energieversorgung heute stehen. Voltfang ist für uns ein wichtiger Partner, wenn es darum geht, Gebäude- und Energielösungen ganzheitlich zu denken”, unterstreicht Jan-Hendrik Goldbeck, geschäftsführender Gesellschafter von GOLDBECK