Audi: So könnte "made in USA" klappen
Audi hat ein Problem: Aktuell kein Werk in den USA. Der Q4 e-tron kommt aus Zwickau, der Q6 e-tron aus Ingolstadt. Und der Q8 e-tron? Der lief bis Februar 2024 noch im Werk Brüssel, das aber inzwischen geschlossen ist. Der Nachfolger – größer, womöglich mit dritter Sitzreihe – ist bisher für Mexiko geplant – gern für die USA, deshalb auch die Nähe zum dortigen Markt, aaaber: Auch auf Autos aus Mexico werden Zölle fällig. Deshalb überlegt Audi laut der Autombilwoche fieberhaft, wie man vor allem die SUV in die USA bekommen kann.
Beim Q4 e-tron könnte man analog wie in Zwickau vorgehen
Im Fokus von Audis Überlegungen steht das E-SUV Q4 e-tron, das vielleicht künftig im VW-Werk Chattanooga, Tennessee, vom Band rollen darf. Warum gerade dort? Ganz einfach: Die passende MEB-Plattform steht dort schon parat, der VW ID.4 wird dort bereits seit Juli 2022 für die US-Kundschaft gebaut. Und das Beste: Die Lieferkette ist teilweise lokalisiert – ein gefundenes Fressen für alle, die sich weniger Abhängigkeit von Übersee wünschen.
Doch das war erst der Appetizer: Auch der große Bruder, der künftige Q8 e-tron, ist auch auf dem Umzugs-Radar. Eigentlich sollte der in Mexiko produziert werden, aber auch dort drohen mittlerweile unangenehme Zoll-Duschen dank, Donald Trump. Also überlegt man in Ingolstadt, den großen Stromer vielleicht doch lieber in die frisch gegossenen Fundamente des Scout-Werks in South Carolina zu schicken. Dort entsteht gerade das neue Werk der VW-Tochter Scout, mit Produktionsstart 2027.
Der Q6 e-tron kommt aktuell nur aus Ingolstadt
Besonders heiß diskutiert wird zudem der Q6 e-tron. Laut Automobilwoche sieht das Planspiel vor, noch einen dritten Standort in den USA zu finden. Und hier wird’s spannend: Weil VW dort bislang nur Chattanooga und das Scout-Projekt im Portfolio hat, bleiben eigentlich nur zwei Optionen übrig – entweder Audi baut selbst ein neues Werk oder lässt einen Partner ran. Letzteres wäre weniger glamourös, aber immerhin pragmatisch.
Offizielle Audi-Stellungnahme? Fehlanzeige. Aber zwischen den Zeilen hört man’s raus: Audi-CEO Gernot Döllner plauderte schon bei der Auto Shanghai über „verschiedene Optionen für die USA“ – von bestehenden Werken bis hin zu „zusätzlichen Kapazitäten“. Klingt verdächtig danach, als sei der Transatlantik-Plan nicht mehr ganz so geheim.
Was bedeutet das?
Audi denkt amerikanisch. Ob durch die Vordertür, die Hintertür oder den Lieferanteneingang – der US-Markt formuliert gerade neue Gesetze in denen made in USA vor allem anderen steht.
Quellen: Automobilwoche, Electrive.net