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Industrie- und Logistikimmobilien: Umsatz an den Top-8-Standorten verhalten

Der Rückgang betrug 2024 rund 8 % auf 2,3 Millionen m2. Standort-Ranking: Frankfurt führt vor dem Ruhrgebiet, Düsseldorf und Köln mit Umsatzplus.

Industrie- und Logistikimmobilien: Seit 2014 stellt das abgelaufene Jahr für die Top-8-Standorte das schwächste Gesamtjahr bezogen auf den Flächenumsatz dar. (Foto: Pixabay)

2024 wurden an den Top-8-Standorten in Deutschland durch alle Marktteilnehmer 2,3 Millionen m2 Logistik- und Industrieflächen zur Miete und Eigennutzung umgesetzt. Zwei Märkte – Köln (+109.900 m2) und Düsseldorf (+52.400 m2) – verzeichneten Zuwächse. Die Top-Standorte Ruhrgebiet, Hamburg, Frankfurt, Berlin, München sowie Stuttgart konnten ihren Vorjahresumsatz hingegen nicht halten. In Summe wurde das Vorjahresergebnis von 2,5 Millionen m2um 8 % verfehlt.

Zu diesem und weiteren Ergebnissen kommt das Beratungsunternehmen Realogis. Das Unternehmen vergleicht alle führenden Standorte und bildet zweimal jährlich die Entwicklungen der Märkte ab.

2024: Schwächstes Jahr beim Flächenumsatz

Seit 2014 – in dem Jahr erhob Realogis erstmals für alle Top-Märkte Daten – stellt das abgelaufene Jahr für die Top-8-Standorte das schwächste Gesamtjahr bezogen auf den Flächenumsatz dar. Der Zehn-Jahres-Schnitt liegt gerundet bei 3,1 Millionen m2 und wurde um –26 % bzw. –790.000 m2 verfehlt, ähnlich wie der Fünf-Jahres-Schnitt von aktuell 3,1 Millionen m2 (–25 % bzw. –773.000 m2).

„Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben zu einer länger anhaltenden Delle im Industrie- und Logistikimmobilienmarkt geführt. Ausgehend vom Rekordjahr 2021 mit 3,9 Millionen m2 lag das Delta 2024 bei mittlerweile rund 1,6 Millionen m2“, erklärt Bülent Alemdag, Geschäftsführer der Realogis Immobilien Düsseldorf GmbH.

„Die Nachfrage am Industrie- und Logistikimmobilienmarkt bleibt auch vorerst gedämpft. Erst wenn wieder langfristige strategische Entscheidungen getroffen werden können, wird sich eine neue Dynamik am Markt entfalten”, ergänzt Joel Adam, Geschäftsführer Realogis Immobilien Stuttgart GmbH.

Frankfurt top, Aufsteiger Düsseldorf

Unter allen Top-8 Standorten trug erneut der Frankfurter Markt für Industrie- und Logistikimmobilien zur Eigennutzung und Miete den größten Anteil zum Gesamtjahresergebnis bei: 19 % bzw. 423.300 m2 entfielen auf diese Region. Dahinter folgt erneut das Ruhrgebiet mit 15 % und 345.600 m2. Um drei Plätze auf den dritten Rang aufgestiegen ist der Düsseldorfer Markt mit 319.500 m2 bzw. 14 %.

Das Mittelfeld führt der Berliner Markt an, der mit 295.300 m2 bzw. 13 % allerdings gegenüber dem Vorjahr einen Rang verloren hat. Fünfplatziert ist Köln mit 278.000 m2 bzw. 12 % (Aufstieg um drei Ränge), dicht gefolgt von Hamburg mit 275.000 m2 bzw. 12 % (zwei Ränge verloren). Am Industrie- und Logistikimmobilienmarkt München wurden 229.600 m2 bzw. 10 % umgesetzt, und letztplatziert von Rang sieben kommend liegt Stuttgart mit 125.200 m2bzw. 5 %.

Die Zuwächse in Köln und Düsseldorf konnten das summierte Minus der weiteren Märkte in Höhe von 374.300 m2nicht ausgleichen. Sechs von acht Märkten weisen im Jahresvergleich einen rückläufigen Flächenumsatz auf, mit einer akkumulierten Jahresdifferenz von 212.000 m2 gegenüber dem Vorjahr. Nachgegeben haben vor allem das Ruhrgebiet (104.800 m2 absolut am deutlichsten bzw. 28 % Anteil am Delta), Stuttgart (–92.400 m2, 25 % Anteil am Delta) und Berlin (–76.700 m2 bzw. 20 % Anteil am Delta).

Bestandsimmobilien behaupten sich, Brownfields legen um 67 % zu

Wie auch im Vorjahreszeitraum waren die Top-Märkte durch Neuabschlüsse in Bestandsimmobilien geprägt: Mehr als zwei Drittel des gesamten Flächenumsatzes bzw. 1,56 Millionen m2 entfielen auf bestehende Immobilien. Damit ist dieser Flächenumsatz auf vergleichbarem Niveau gegenüber dem Vorjahr geblieben (2023: 1,6 Millionen m2).

Neubauten auf der grünen Wiese stellten 520.400 m2 bzw. 23 % des Flächenumsatz, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gaben sie damit um –249.000 m2 bzw. –32 % von allen Gebaudekategorien am meisten nach (2023: 769.400 m2).

„Vor dem Hintergrund der weiteren Unsicherheit, wie sich die Wirtschaft und ihre Rahmenbedingungen weiter entwickeln werden, herrschte bei der Errichtung von spekulativen Neubauten bei Investoren und Projektentwicklern nach wie vor Zurückhaltung. Gleichzeitig hatten durch einen Flächenüberhang bei den Bestandsmietern Untervermietungen deutlich zugenommen“, kommentiert Julian Petri, Geschäftsführer der Realogis Immobilien Frankfurt GmbH.

Die Nutzung von Flächen auf revitalisierten Brownfields konnte hingegen auf einen Umsatz von 215.300 m2 zulegen, baute damit ihren Anteil um 86.100 m2 bzw. 67 % aus und erzielte 2024 einen Marktanteil von 9 %.

„Brownfield-Entwicklungen haben in den letzten Jahren bei allen Beteiligten – den Gemeinden und Kommunen, Investoren, Projektentwicklern und Nutzern – immer mehr Aufmerksamkeit erfahren. Die ehemaligen Brachen sorgten dafür, dass bestens angebundene Areale erneut dem Wirtschafts- und Immobilienzyklus zugeführt werden“, erklärt Alexander Ego, Geschäftsführer der Realogis Immobilien Berlin GmbH.

Big-Box-Objekte stabil, Gewerbeparks warten auf weitere Impulse

Big-Box-Logistikflächen, d.h. logistisch genutzte moderne Großflächen ab 10.000 m2, haben 2024 bei der Flächenabnahme fast jeden zweiten umgesetzten Quadratmeter gestellt (49 % oder 1,13 Millionen m2). Kommend von 1,15 Millionen m2 ist das ein moderater Rückgang von 20.300 m2 bzw. 2 %. Von allen Gebäudekategorien ist dies der geringste Rückgang, der einer beinahen Seitwärtsbewegung gleichkommt. Zwar wiesen alle Gebäudetypen rückläufige Flächenumsätze auf, Big-Objekte zeigen sich hier aber am stabilsten.

Auf dem zweiten Platz folgen erneut Objekte, die weder Big-Boxes noch Gewerbeparks zuzuordnen sind mit 640.700 m2 bzw. 28 %, kommend von 727.100 m2 bzw. 27 % (–86.400 m2 bzw. –12 %).

Den deutlichsten Einbruch verzeichnen Gewerbeparks mit –105.300 m2 bzw. –17 % auf aktuell 523.300 m2, kommend von 628.600 m2.

Bezogen auf die Nutzer der Industrie- und Logistikflächen sind die Topstandorte in weit überwiegendem Maße Mietmärkte: 95 % des gesamten Flächenumsatzes bzw. rund 2,19 Millionen m2 entfiel auf Mieter, nur 5 % bzw. 105.200 m2 erfolgten durch Eigennutzungen. Abschlüsse durch Eigennutzer waren nur in Frankfurt mit 58.500 m2, Hamburg mit 35.000 m2 und Berlin mit 11.400 m2 zu beobachten.

Branchen-Ranking: Handel legt um 33 % zu und führt vor Logistik/Spedition

Der Handel hat sich von Rang zwei kommend 2024 mit 861.900 m2 bzw. 37 % an die Spitze des Branchenrankings gesetzt und sein Vorjahresergebnis um 215.300 m2 bzw. 33 % getoppt (2023: 646.600 m2 bzw. 26 %). Der Fünf-Jahres-Durchschnitt der Oberkategorie Handel, der aktuell bei 1,01 Millionen m2 liegt, wurde um 20 %unterschritten.

Beide Unterkategorien – E-Commerce und klassischer Handel – waren auf vergleichbarem Niveau, wenngleich die Flächenabnahme seitens Unternehmen des klassischen Handels mit einem Anteil von 53 % bzw. 460.400 m2 einen leichten Vorsprung hat (+103.800 m2 im Jahresvergleich bzw. +29 %) vor E-Commerce- Unternehmen mit 401.500 m2bzw. 47 % (+111.500 m2 bzw. 38 %). Während der E- Commerce aktuell auf dem Niveau seines Fünf-Jahres-Durchschnittes rangiert (1 % darüber), liegt der klassische Handel 11 % unterhalb des Fünf-Jahres-Schnitts von 519.000 m2.

Die Branche Logistik/Spedition hat ihre Spitzenposition mit 730.600 m2 bzw. 32 %, kommend von 1,05 Mio. m2 bzw. 42 %, nicht mehr erreichen können und erlitt einen deutlichen Einbruch des Flächenumsatzes um 316.900 m2 bzw. –30 %. Das zeigt sich auch im Fünf-Jahres-Durchschnitt, der bei 1,18 Millionen m2 liegt und um 38 % bzw. absolut um 448.000 m2 unterschritten wurde.

Die Branche Industrie/Produktion war 2024 mit 452.900 m2 bzw. 20 % weiterhin ein stabiler Flächenabnehmer. Kommend von 486.300 m2 bzw. 19 % in 2023 ist der Rückgang mit 33.400 m2 bzw. 7 % moderat. Der Fünf-Jahres-Schnitt in Höhe von 542.000 m2 wurde allerdings um 16 % verfehlt.

Auf dem letzten Rang sind erneut Abschlüsse durch Unternehmen, die keiner der zuvor genannten Branchen zugerechnet werden konnten, mit 246.100 m2 bzw. 11 %, kommend von 323.100 m2 bzw. 13 %, was einem Delta von 77.000 m2 bzw. 24 % entspricht.

Ranking der Größenklassen: 1 Mio. m2 entfallen auf Großflächen

Großflächen ab 10.001 m2 bleiben an den Top-8-Standorten weiterhin am gefragtesten: Auf sie entfiel in 2024 insgesamt rund 1 Million m2 bzw. 44 % des Flächenumsatzes. Kommend von 1,2 Mio. m2 bzw. 48 % (–4 Prozentpunkte) entspricht das absolute Minus 209.950 m2 bzw. 17 %.

„Alle Flächen ab 5.001 blieben mit einem summierten Flächenumsatz in Höhe von rund 1,5 Millionen m2 und einem Anteil am Gesamtflächenumsatz in Höhe von 63 % weiterhin marktprägend und gaben nur fünf Prozentpunkte am anteiligen Umsatz gegenüber 2023 mit einem Flächenumsatz von 1,7 Mio. m2 nach“, kommentiert Nicolas Werner, Geschäftsführer der Realogis Immobilien München GmbH.

Mittlere bis größere Flächen zwischen 3.001 und 5.000 m2 steuerten 339.100 m2 bzw. 15 %, kommend von 245.250 m2bzw. 10 % (Rang 4 wie in 2023). Sie erzielten einen Bedeutungsgewinn von fünf Prozentpunkten und mit 93.850 m2bzw. +38 % den deutlichsten absoluten Zuwachs.

Kleinere bis mittelgroße Flächen zwischen 1.000 und 3.000 m2 akkumulierten die drittmeisten Flächen mit 365.800 m2bzw. 16 %, kommend von 417.800 m2 bzw. 17 % (Rückgang um 52.000 m2 bzw. 12 %).

Kleinstflächen konnten ihr Vorjahresergebnis um 16.400 m2 bzw. 14 % auf 135.800 m2 bzw. 6 % (2023: 119.400 m2bzw. 5 %) steigern.

Spitzenmiete: Vorwiegend leichte Verteuerung oder Seitwärtsbewegung

Die Spitzenmieten für Industrie- und Logistikimmobilien haben sich 2024 weiter stabilisiert. Lediglich ein Standort weist eine Verteuerung höher als 5 % auf, drei Märkte liegen auf Vorjahresniveau:

  • 1. Platz: Teuerster Standort ist weiterhin München mit 11 Euro/m2 (+2 %, 2023: 10,80 Euro/m2)
  • 2. Platz: Berlin mit 9,90 Euro/m2 (+1 %, 2023: 9,85 Euro/m2)
  • 3. Platz: Stuttgart mit 8,50 Euro/m2 (+ 1 %, 2023: 8,40 Euro/m2)
  • 4. Platz: Hamburg und Düsseldorf mit jeweils 8,25 Euro/m2 (Seitwärtsbewegung für beide Märkte)
  • 6. Platz: Frankfurt mit 8,10 Euro/m2 (+ 3 %, zweithöchste Verteuerung, 2023: 7,90 Euro/m2)
  • 7. Platz: Köln mit 8,00 Euro/m2 (Seitwärtsbewegung)
  • 8. Platz: Ruhrgebiet mit 7,75 Euro/m2 (+ 7 %, höchste Verteuerung, 2023: 7,25 Euro/m2, aber günstigster Markt unter allen aller Top-8-Standorten)

Durchschnittsmiete: Vier Märkte verteuern sich um mehr als 5 %

Die Durchschnittsmieten für Industrie- und Logistikimmobilien verzeichneten 2024 eine dynamischere Entwicklung als die Spitzenmieten. Es wurde weder eine Stagnation noch ein Rückgang registriert. Vier Märkte verzeichnen eine Verteuerung von mehr als 5 %:

  • 1. Platz: Teuerster Standort nach der Durchschnittsmiete ist wieder München mit 8,50 Euro/m2 (+8 %, 2023: 7,85 Euro/m2)
  • 2. Platz: Zweitplatziert ist erneut Berlin mit 7,90 Euro/m2, kommend von 7,80 Euro/m2 liegt die Verteuerung bei 1 %
  • 3. Platz: Stuttgart (+ 1 %, 2023: 6,90 Euro/m2) und Düsseldorf (+ 8 %, 2023: 6,50 Euro/m2)
  • 5. Platz: Köln mit 6,85 Euro/m2 (+ 9 %, höchste Verteuerung, 2023: 6,30 Euro/m2)
  • 6. Platz Ruhrgebiet mit 6,50 Euro/m2 (+7 %, 2023: 6,10 Euro/m2)
  • 7. Platz: Hamburg mit 6,25 Euro/m2 (+2 %, 2023: 6,10 Euro/m2)