Frigosped: Drei eActros 600 für den Fernverkehr
Mit zwölf Standorten ist die Frigosped GmbH in Deutschland und Spanien vertreten. Für die Verkehre für das in der Medizintechnologie tätige Unternehmen B. Braun wurde die Flotte nun um drei Elektro-Lkw, genauer gesagt drei eActros 600, erweitert.
„Wie alle anderen Sattelzugmaschinen im täglichen Einsatz werden die Elektro-Lkw monatlich etwa 10.000 Kilometer im Fernverkehr zurücklegen“, sagt Michael Bähr, Director Finished Good Logistics bei B. Braun.
Frigosped bedient den Angaben zufolge mit mehr als 80 Sattelzugmaschinen und rund 120 Thermotrailern täglich die Distributionszentren von B. Braun in Deutschland. Übernommen wird zudem auch die Beschaffungslogistik sowie innerbetriebliche Umfuhren zwischen den Werken.
Real-Einsatz
Um dafür den kontinuierlichen Kommissionier- und Versandprozess sicherzustellen, betreibt der Logistiker einen Tauschtrailer-Pool in Melsungen. Nun kam Michael Bähr die Idee, auf geeigneten Strecken den Einsatz von E-Lkw zu testen – was Anklang bei Logisped fand, da man bereits erste Erfahrungen mit zwei elektrischen Sattelzugmaschinen gesammelt hatte.
„Die E-Trucks fahren regelmäßig vom B. Braun-Warenverteilzentrum in Melsungen zum Standort Glandorf bei Osnabrück und zu den Distributionszentren in Recklinghausen (Nordrhein- Westfalen) und Eggenstein (Baden-Württemberg)“, erklärt Bähr.
Täglich würden drei der rund 50 Touren auf den reinelektrischen Antrieb umgestellt. Auch bei B. Braun hätte man zuvor bereits positive Erfahrungen im innerbetrieblichen Verkehr mit einem E-Truck am Standort Melsungen sammeln können.
Langzeit-Daten
„Für uns ist es wichtig, die E-Trucks unter unseren spezifischen Bedingungen zu erproben und eigene Erfahrungen zu sammeln“, bekräftigt Bähr, der nach vier Wochen ein erstes positives Fazit zieht: „Laden, Technik und Pünktlichkeit funktionieren einwandfrei“, erklärt er.
Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen nun Daten gesammelt werden, um die Fahrzeuge perspektivisch in größerem Umfang einsetzen zu können. Die drei kürzlich beschafften Mercedes eActros 600 verfügen den Angaben gemäß über eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern und eine Batteriekapazität von 621 Kilowattstunden.
Lade-Situation
In Zukunft sollen die Fahrzeuge per Megawatt-Charging in etwa 30 Minuten zu 80 Prozent geladen werden können, heißt es. Derzeit erfolge das Laden bei Frigosped und an externen Stationen bei einer etwa doppelt so langen Ladezeit. Bähr zufolge sei eine eigene Ladeinfrastruktur an den B. Braun-Standorten denkbar, „wenn sich die neue Technologie bewährt“.
Nach Angaben von Bernhard Heinrich werden die vorgeladenen Trailer direkt nach Beladung durch die eigene Flotte von Frigosped gemäß einem festen Fahrplan in der Nacht zu den Umschlagpunkten transportiert.
„Dank digitaler Unterstützung und Echtzeitüberwachung wird eine Pünktlichkeits- Quote in Höhe von 99,8 Prozent erreicht“, so der Frigosped- Geschäftsführer. Laut Heinrich setzen die Kunden neben dem Umweltbewusstsein immer stärker auch auf Digitalisierung.
Vor dem Umstieg auf den E-Antrieb seien geeignete Strecken ausgewählt worden, die eine Regelmäßigkeit in der Hin- und Rückfracht bieten. Topografie, Ladungsgewicht und Optionen zur Nachladung seien ebenfalls mit einbezogen worden. Zudem benötige man auch im Wintereinsatz ausreichende Energie- Reserven.
„Die Hauptladung der Lkw erfolgt zwar in den Schichtpausen der Fahrer. Aber auf zwei Touren muss noch eine Zwischenladung erfolgen“, berichtet Heinrich.
Wie geht es weiter?
Die E-Fahrzeuge seien auf reges Interesse bei den Fahrern gestoßen. Bevor sie auf den Elektro-Lkw umsteigen, erhalten die ausgewählten Fahrer eine Einweisung. Zu den tatsächlichen Kosten und den CO2-Einsparungen sei eine umfassende Analyse geplant.
Dabei würden viele Aspekte und saisonale Einflüsse eine Rolle spielen, so Bähr. Anhand langfristig gewonnener Daten wolle man dann entscheiden, ob und wie die Transformation des Fuhrparks schrittweise vorangetrieben wird.