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Tesla: Aus für Model S und X in Europa!

Still, heimlich und leise hat Tesla Model S und X aus dem deutschen Konfigurator gestrichen. In den USA wurde dagegen der 2026er-Jahrgang mit einem kleinen (weiteren) Facelift dezent aufgefrischt.

Neue Farben und Räder, neue Fahrwerksbuchsen und ein paar Detailverbesserungen: Das Model X erhielt im Juni 2025 ein leichtes Update - ist aber in Europa nicht mehr konfigurierbar. | Foto: Tesla

Nur 58 Model S und 59 Model X – das war’s dann wohl: So viele Neuzulassungen konnten die beiden einstigen Tesla-Flaggschiffe im ersten Halbjahr 2025 in Deutschland noch verbuchen. Zum Vergleich: Das Model Y rollte im gleichen Zeitraum 6.305 Mal neu auf unsere Straßen. Das Oberklasse-Duo hat also nicht nur den Anschluss verloren, sondern jetzt auch seinen Platz im deutschen Tesla-Konfigurator – aus und vorbei für Model S und X in Neuwagenform.

Wer heute noch versucht, sich eines der beiden Luxusmodelle auf der deutschen Tesla-Seite zusammenzuklicken, wird enttäuscht: Kein Konfigurator, kein Neubestellbutton – lediglich ein paar Vorführwagen (Model X) und zertifizierte Gebrauchte stehen zur Wahl. Eine Neubestellung? Fehlanzeige.

In den USA soll ein weiteres kleines Facelift die Dauerläufer frisch halten

Dabei hatte Tesla im Juni 2025 noch ein Facelift für S und X vorgestellt. Bei dem es sich allerdings eher um „Kosmetik“ handelt, die nur Markenkenner sofort erkennen:  Es gibt zwei neue Lackierungen ("Frost Blue Metallic" und "Diamond Black"), ein schwarzes Tesla-Logo, ein paar neue Felgendesigns und beim Model S Plaid einen optimierter Diffusor für bessere Aerodynamik. Innen wird’s ruhiger dank aktiver Geräuschunterdrückung, dazu gibt’s auch wieder ein normales Rundlenkrad serienmäßig (das Yoke bleibt optional), eine animierte Ambientebeleuchtung und ein freundliches Welcome-Display beim Einsteigen.

Technisch änderte man außer den Fahrwerkslagern praktisch nichts

Technisch bleibt alles beim Alten: Akkus und Antrieb stammen weiterhin aus dem 2021er-Modell. Auch Reichweite und Leistung ändern sich kaum. Die neue Frontkamera und überarbeitete Fahrwerkslager sind nette Details, aber keine Revolution. Im Model X wird immerhin die dritte Sitzreihe etwas luftiger, und das adaptive Fernlicht ist jetzt Standard.

Preislich? Amerikanisch ambitioniert.

Das Model S Long Range startet in den USA jetzt bei 84.990 Dollar, das Plaid bei 99.990 Dollar – jeweils mit den neuen Extras. Auch das Model X wird entsprechend teurer. Es startet bei 89.990 Dollar.

Was nach einem vorübergehenden Bestellstopp klingen könnte, ist wohl eher ein langsamer Abschied. Auch in Norwegen – Teslas wichtigstem Markt in Europa, Großbritannien oder in der Schweiz sind beide Modelle nicht mehr bestellbar. Man wird sofort auf Bestandsfahrzeuge geleitet – in der Schweiz gab es am 30.7.2025 noch ein neues weißes Model S und 15 Model X, wovon sechs Neuwagen und neun Vorführer waren.

Tesla selbst schweigt zum Rückzug aus der Oberklasse, aber es ist klar: Wenn man in Deutschland pro Jahr keine 200 Model S und X mehr abgesetzt bekommt und Nachfolger fehlen, bedeutet das: Rückzug.

Was bedeutet das?

Model S und X sind längst keine Volumenbringer mehr. In Zeiten, in denen das Model Y zum Kassenschlager mutiert und das Model 3 ebenfalls deutlich besser läuft, wirken die einstigen Vorzeige-Teslas wie Relikte aus einer anderen Zeit. Das Problem: Wenn Tesla sie nicht endlich durch ganz neue Modelle ersetzt verliert man auch den letzten Rest Volumen und Reputation in der Oberklasse. Und wenn sich das über die Jahre mit dem Model 3 und Y wiederholt…