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Trans-o-flex: Special Services für extrem eilige, wichtige Sendungen

Das Unternehmen Trans-o-flex hat einen neuen Geschäftsbereich aufgebaut: Dieser bietet individuelle Lösungen für extrem eilige, sensible oder wichtige Sendungen – beispielsweise im Falle dringend benötigter Medizinprodukte.

Von Herzschrittmachern bis zu Display-Aufbau Apotheken oder Patentauslauf eines Medikaments – der neue Geschäftsbereich realisiert individuelle Logistiklösungen, so Trans-o-flex. (Foto: Trans-o-flex)

Wenn ein Patient in São Paulo einen Herzschrittmacher benötigt, den es in Brasilien nicht gibt, jedoch in Tuttlingen, dann könnte Trans-o-flex mit dem neuen Geschäftsbereich Special Services zum Einsatz kommen.

„Immer wenn einer unserer Kunden plötzlich eine Sendung hat, die extrem eilig, sensibel oder wichtig ist oder die eine besondere Behandlung braucht, dann ist das ein Fall für Special Services“, so Trans-o-flex-CEO Martin Reder.

Erstmals vorgestellt wird der neue Geschäftsbereich auf der Messe Transport Logistic, die vom 02. bis zum 05. Juni 2025 in München stattfindet.

Reder zufolge wolle man dann für die Kunden da sein, wenn sie es am nötigsten haben. Je nach Bedarf greife das Team Special Services dabei auf verschiedene Servicevarianten zurück.

„Klassisch ist die direkte Kurierfahrt“, sagt Reder. Entsprechend der Größe der Sendung oder ihrer speziellen Anforderungen, etwa an die Temperierung, organisieren wir einen Fahrer mit dem passenden Fahrzeug, der die Ware innerhalb von 90 bis 120 Minuten nach Auftragsbestätigung abholt und direkt zum Ziel fährt.“

Der Service ist nicht auf Straßentransporte beschränkt, sondern es würden auch Tools wie Onboard Courier (OBC), Next Flight Out oder Air Charter genutzt. Ein Onboard Courier sei zum Beispiel dafür geeignet, einen Herzschrittmacher aus Deutschland direkt zur Operation in ein Krankenhaus in São Paulo zu bringen.

„Erst eine Kurierfahrt vom Hersteller zum Frankfurter Flughafen. Dort übergibt der Fahrer den Herzschrittmacher an den OBC, dem wir ein Ticket im Direktflug nach São Paulo gebucht haben. Der OBC reist in der Regel nur mit Handgepäck und spart sich so die zeitraubende Gepäckaufgabe“, erklärt Reder, und fügt hinzu: „Und am Zielflughafen braucht der OBC nicht auf die Gepäckentladung zu warten, sondern kann sich nach der Passkontrolle und der Warenverzollung sofort in ein Taxi setzen, zum Krankenhaus fahren und den Herzschrittmacher dort persönlich an eine berechtigte Person übergeben.“

Ein Next Flight Out Service (NFO) komme hingegen in Frage, wenn keine persönliche Begleitung der Sendung notwendig ist. Dann reise die Ware im Gepäckraum des nächsten verfügbaren Linienflugzeugs, das auf der gewünschten Route verkehrt.

Häufig sei allerdings aufgrund der Vorschriften hinsichtlich Größe, Gewicht oder Verpackung statt des NFO nur ein Air Charter möglich - auch wenn kein Linienflieger im zur Verfügung stehenden Zeitfenster buchbar ist.

White Glove Solutions

Zu Special Services gehören auch sogenannte White Glove Solutions, bei denen es darum gehe, dass die Ware nicht nur transportiert, sondern in einer bestimmten Art und Weise behandelt wird - zum Beispiel beim Aufbau und bei der Bestückung von Verkaufsdisplays in Apotheken.

Speziell geschulte Fahrer bringen dann, so Trans-o-Flex, die Displays in die Apotheken, bauen sie auf, befüllen sie mit der Ware, die sie mitgebracht haben, nehmen das gesamte Verpackungsmaterial wieder mit und machen Fotos vom fertigen Display zur Dokumentation.

Auch beim sogenannten Regal-Service müssen die Waren nicht nur geliefert, sondern beispielsweise in die Regale eingeräumt werden.

Wenn Patente auslaufen

Eine weitere Besonderheit: maßgeschneiderte Logistiklösungen bei Patentausläufen. „Das ist zwar planbar, aber extrem zeitkritisch“, unterstreicht der Trans-o-flex-CEO. Laufe der Patentschutz eines Medikaments aus, mache oft dasjenige Generikum den größten Umsatz, das am schnellsten in den Apotheken verfügbar ist.

„Oftmals wird das mit großen Werbekampagnen unterstützt. Da muss die Logistik 100-prozentig passen“, betont Reder. 

Ihm zufolge besteht die Herausforderung darin, dass das Generikum einen Tag vor dem Auslauf des Patentschutzes noch nicht in Deutschland gelagert werden darf, einen Tag später aber bereits überall erhältlich sein soll. Special Services organsiert daher in solchen Fällen eine exakt getaktete Distributionslösung.

Die Generika würden dann an einem oder mehreren Standorten im Ausland, wo kein Patentschutz mehr besteht, zwischengelagert. Dort würden Fahrzeuge am Tag zuvor vorgepackt.

"Und um null Uhr am ersten Tag des Patentauslaufs überqueren diese vorgepackten Fahrzeuge die deutsche Grenze und steuern verschiedene Trans-o-flex-Umschlagstandorte an. Von dort erreicht die Ware im gewünschten Zeitfenster jeden Ort in Deutschland“, sagte Reder.