VM-Vorstellung Alpine A390: Erste Sitzprobe
Man muss Manches einfach live erleben: Zum Beispiel die Alpine A390, die dreimotorig elektrisch als neuer E-Dynamiker verkauft wird. Mit 400 oder 470 PS, 89,5-kWh-Akku und vor allem „Soul statt Software“. Woran wir angesichts des Renault-Standard-Instrumentenclusters erstmal zweifelten. Seele mit Google-Betriebssystem? Hat sie die?
Hat sie! Denn man findet vorn eine ansprechende Sitzposition, die zum zupacken und fahren einlädt, das Volant vielleicht etwas dick wie bei BMW, aber griffig. Und trotz Elektro-CUV-Unterbau sitzt man IN und nicht AUF der A390! Gleiches gilt für den Fond, wo man ebenfalls tief eingebettet sitzt – den nicht ganz optimalen Kniewinkel ignorieren wir jetzt mal – aber auch hier passt das Alles. Auch für vier 1,9-Meter-Reisende!
Wahnsinnig viel Liebe zum Detail
Die sich über wunderbare Details freuen können: Tolle Stoff-Leder-Wildlederkombinationen, den Zacken am „A“, der am schwarzen Einleger an der C-Säule zitiert wird, nette Nähte und beim GTS Räder ohne Rand im Schneekristalldesign!
Ja, sie haben sich viel Mühe gegeben und tatsächlich ein emotionales Autp auf die Räder gestellt, das Stückzahlen machen sollte. Die 2.121 Kilogramm Leergewicht könnten sich so knackig fahren wie man drinsitzt!
Dazu soll eine kurz übersetzte direkte Lenkung ebenso beitragen wie das straffe Fahrwerk und die Gewichtsverteilung von 51:49 hinten:vorn. Ja, wir sind echt überrascht angesichts der Daten, die sich jetzt nicht so dramatisch von vielem anderen unterscheiden und dem allzu bekannten Instrumentencluster.
Klarer Klang dank Devialet-Soundsystem
Und der Sound? Wenn er so ähnlich kommt wie in der A290 ist das fein – das Devialet-System mit 13 Speakern konnten wir schon mal „erhören“: Das profunde Wissen der Soundspezialisten soll in drei Phasen des Entwicklungsprozesses zum Einsatz gekommen sein: bei der Systemdimensionierung und der Erstellung des Lastenheftes für die Soundausrüstung, wo es darum ging, das Ganze so leicht und kompakt wie möglich zu machen. Bei Alpine darf nix zu viel wiegen oder auftragen! Dann bei der Anwendung proprietärer Signalverarbeitungstechnologien und klar, bei der Klangabstimmung für bis zu fünf Hörmodi. Unser erster Eindruck: Für „nur“ 13 Speaker klingt das gut und kann einen auch fein „umhüllen“.
Devialet entwickelte einen speziellen, nicht ganz schwachen 850-Watt-Verstärker, einen 224-mm-Subwoofer mit ultratiefem Frequenzgang und drei Frontkanälen (Tieftöner, Mitteltöner, Neodym-Magnet-Hochtöner), die sowohl bei Musik als auch bei Telefongesprächen eine tatsächlich klare und satte Klangqualität liefern. Und wie gesagt, es sind „nur“ 13 Lautsprecher verbaut, darunter ein Subwoofer und Surround-Lautsprecher in den hinteren Seitenverkleidungen, die für ein besonders intensives Klangerlebnis sorgen.
Verschiedene Hörmodi - nicht alle klingen gleich gut
Das System bietet darüber hinaus verschiedene Hörmodi für individuelle Vorlieben: Fidelity, Speech, Dynamic und Heavy, wobei nicht alle für alle Ohren gut klingen: Teils zu dumpf, teils zu fokussiert, aber man findet was. Und eigentlich würden wir fast zum Devialet XtremeSound Audio System (ist Serie im GTS, optional bei der GT-Version greifen. Denn das bietet zusätzlich den „immersiven Space-Modus“ mit einem Devialet-spezifischen Algorithmus zur Verräumlichung des Klangs.
Es soll laut Alpine einen breiteren Frequenzbereich, höhere Lautstärken, dynamische Bässe und eine klar definierte Inszenierung ermöglichen. Klangpegel und -balance entwickeln sich je nach Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Auch die Alpine Driving Sounds Sport und Daily werden über das Audiosystem ausgegeben und verstärkt. Was wir hören konnten: Tatsächlich wurde der „Space“ um uns herum sehr gut und ausgewogen beschallt und alle Klänge kamen glasklar rüber.
Die Französin punktet tatsächlich mit dezentem Charme im Maßanzug, kann aber auch anders: Nämlich wild und knackig in die Herzen doch gar nicht so weniger Kunden fahren. Für 65.000 respektive 76.000 Euro – zu vergleichsweise fairen Tarifen!
Was bedeutet das?
Man hat immer vier Sekunden für einen ersten Eindruck, die A390 hat sie gut genutzt! Sie könnte sich tatsächlich als wilde, nicht ganz rationale Alternative einen Platz unter Kennern Europäischer Konfektion erfahren – die gern auch etwas frankophil sein dürfen!