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Green Planet Energy Studie: Wie E-Autos und Wärmepumpen den Strompreis senken

Die Kombination aus Wärmepumpen und E-Autos zu stromgünstigen Zeiten bietet viel Klimaschutzpotenzial, senkt aber auch die Kosten, ohne Komfortverlust. In Summe sinkt auch der Strompreis für alle. Appell an die Regierung: E-Auto- und Wärmepumpen-Ziele nicht herunterschrauben, Digitalisierung forcieren.

Coole Kombi: Wärmepumpen können so gesteuert werden, dass sie Strom genau dann verbrauchen, wenn er besonders grün und günstig ist. | Foto: Green Planet Energy/Christine Lutz

Wärmepumpen und Elektroautos sind nicht nur Klimaschützer, sondern tragen erheblich dazu bei, Ökostrom besser zu nutzen. Dazu müssen sie gezielt so gesteuert werden, dass sie Strom genau dann verbrauchen, wenn dieser grün und günstig ist. So werden die Einspeisespitzen von Photovoltaik in den Mittagsstunden deutlich reduziert und die Netze entlastet. 

"Mit smart vernetzten Wärmepumpen, E-Autos und Heimspeichern treiben Verbraucher:innen die Energiewende aktiv voran und sorgen für eine bessere Ernte von Wind- und Solarstrom. Dadurch sparen Haushalte bei ihren eigenen Energiekosten und machen die Energiewende insgesamt effizienter und den Strom für alle günstiger", erklärt Carolin Dähling, Leiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy. 

Die Ökoenergiegenossenschaft zeigt in einer neuen Studie die Effekte von Wärmepumpen und Elektroautos auf den Strompreis, CO2-Reduktionen und die Nutzung Erneuerbarer Energien. Die Studie des Beratungsunternehmens enervis zeigt: Wenn Wärmepumpen und E-Autos ihre Leistung an die aktuelle Ökostrommenge anpassen, sinken Kosten und CO2-Ausstoß. Der Energiebezug verlagert sich von den klassischen Stoßzeiten morgens und abends in die Mittagsstunden mit hoher Solarleistung.

Optimierter Betrieb sorgt für günstigere Strompreise für alle

Verbraucher:innen müssen dadurch keine Nachteile befürchten: Intelligente Steuerungen sorgen dafür, dass die Wärmepumpen z.B. über Pufferspeicher vorheizen, sodass die Wärme bei Bedarf stets bereitsteht. Fahrer:innen können einfach angeben, bis wann ihr E-Auto geladen sein soll. Konkret belegt die Studie, dass sich die Anzahl der Stunden mit negativen Strompreisen deutlich verringert - im Durchschnitt um 110 Stunden pro Jahr. Das macht Wind- und Solaranlagen rentabler, die Zahl der Abschaltungen wird um 6 TWh pro Jahr reduziert und auch der Einsatz teurer, klimaschädlicher Erdgaskraftwerke sinkt, skizziert das Unternehmen. Bis 2035 werden dadurch insgesamt 8 Millionen Tonnen CO2 eingespart - das entspricht den jährlichen CO2-Emissionen von zwei Braunkohlekraftwerken, so die Prognose. Nicht zuletzt sorgt der optimierte Betrieb der Wärmepumpen und E-Autos dafür, dass Strom günstiger wird: Der durchschnittliche Börsenstrompreis sinkt pro Jahr um rund 4 EUR/MWh.

"Wir müssen jetzt die Voraussetzung schaffen, damit die Millionen Wärmepumpen und E-Autos, die in den nächsten Jahren dazukommen, unser Stromsystem entlasten. Anstatt neue Erdgaskraftwerke im großen Stil zu subventionieren und damit den Strompreis zu erhöhen, senkt mehr Flexibilität die Kosten und schützt das Klima", betont Carolin Dähling.

 

Ausbau intelligenter Zähler muss schneller und einfacherer werden Voraussetzung dafür sind intelligente Zähler (Smart Meter). Doch genau hier gibt es in Deutschland erhebliche Defizite. 2025 startete zwar der verpflichtende Smart-Meter-Rollout für Verbraucher:innen mit Wärmepumpen und Elektroautos, doch der Ausbau hinkt deutlich hinterher. "Wenn wir die Digitalisierung der Energiewende weiter verschlafen, liegt dieses Potenzial brach. Die neue Bundesregierung muss den Smart Meter-Rollout priorisieren und die rund 900 Messstellenbetreiber in Deutschland stärker in die Pflicht nehmen", fordert Carolin Dähling. 

"Anstatt die Ausbauziele für Wärmepumpen und Elektromobilität abzuschwächen, brauchen wir außerdem mehr Tempo bei der Wärme- und Verkehrswende, um die Klimaziele zu erreichen. Gerade in Kombination mit dynamischen Stromtarifen bestehen erhebliche Sparpotenziale - für die Verbraucher:innen und für den Staat", appelliert Dähling.