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AutoScout24-Umfrage: Europäer fordern Prämien und günstigere Betriebskosten für E-Autos

58 Prozent der Deutschen fordern eine neue Prämie, sehen aber als wichtigste Maßnahme die Reduzierung von Kfz-Steuer und Ladekosten. Subventionen in Frankreich und Italien beliebt. Importen billiger Stromer aus China werden zwiespältig gesehen.

Endlich Strom geben: Damit Europa Anschluss an die E-Mobilität findet, befürwortet die Mehrheit Kaufprämien, findet aber Senkung der Betriebskosten noch besser. | Foto: Mercedes-Benz

Nach einer repräsentativen, europaweite Umfrage von AutoScout24 unter mehr als 6.000 Teilnehmern in sechs EU-Ländern befürwortet eine klare Mehrheit Prämien für E-Autos. So fordern 58 Prozent der Deutschen die Wiedereinführung eines Umweltbonus. Aber auch in anderen europäischen Ländern wünschen sich die Bürger entsprechende Programme: In Frankreich und Italien fordern sogar zwei Drittel Maßnahmen wie Kaufprämien oder steuerliche Anreize für E-Autos. 

Noch populärer als Kaufprämien sind allerdings staatliche Förderungen zur Senkung der Unterhaltskosten von E-Autos, wie etwa eine Reduzierung der Kfz-Steuer oder auch vergünstigter Ladestrom. Eine direkte Subventionierung der E-Auto-Hersteller findet im Vergleich dazu deutlich weniger Unterstützung bei den Befragten, ist aber vor allem in Frankreich und Italien durchaus mehrheitsfähig. Uneinigkeit herrscht bei der Bewertung von billigen Stromer-Importen aus China.

Der gerade vorgestellte Auto-Aktionsplan der EU-Kommission soll die angeschlagene Automobilindustrie entlasten und die Elektromobilität ankurbeln. Insbesondere mögliche neue Kaufprämien und Förderungen dürften die europäischen Verbraucher freuen, denn Kaufanreize für Elektrofahrzeuge gehören zu den dringendsten Forderungen, um den Umstieg attraktiver zu machen. Vier von zehn Verbraucherforderungen im Detail:

Zwei-Drittel-Mehrheit für Umweltbonus in Italien 

Anreize wie staatliche Zuschüsse oder Steuerboni beim Kauf eines Elektroautos erhalten in jedem Land eine Zustimmung von mindestens jedem zweiten Befragten. Besonders in Italien wünschen sich viele Bürger ein entsprechendes Programm ihrer Regierung: 67 Prozent stimmen für staatliche Zuschüsse beim E-Auto-Kauf. Auch in Frankreich (65 Prozent) und den Niederlanden (62 Prozent) werden entsprechende Maßnahmen von einer deutlichen Mehrheit begrüßt. 

In Deutschland optieren 58 Prozent für eine Wiederauflage des Umweltbonus oder vergleichbarer Instrumente. Deutschland liegt damit neben Belgien (59 Prozent stimmen zu) im unteren europäischen Mittelfeld, wenn es um die Zustimmung zu staatlichen Kaufanreizen für E-Autos geht. Nur in Österreich ist man bei diesem Thema skeptischer: „Nur“ 54 Prozent fordern hier öffentliche Subventionen für den Kauf von Stromern. 

Regierungen sollen Betriebskosten senken 

Noch beliebter als die Zuschüsse für den Kauf der Fahrzeuge sind in Europa Programme, die es sich zum Ziel setzen, den Unterhalt von E-Autos zu vergünstigen. Beispiele hierfür sind eine Reduzierung oder ein Verzicht auf die Kfz-Steuer, wie das ja in Deutschland befristet bereits der Fall ist, aber auch eine Subventionierung des Ladestroms für E-Autos oder kostenlose Parkplätze speziell für Stromer würden in diesen Bereich fallen. 

In vier Ländern liegen die Zustimmungswerte zu entsprechenden Maßnahmen über der 60-Prozent-Marke. So sehen 69 Prozent der Italiener, 67 Prozent der Franzosen, 64 Prozent der Niederländer und 62 Prozent der Belgier in Unterhaltssubventionen den richtigen Weg, um die Wende zur Elektromobilität einzuleiten. Auch in Deutschland ist die Zustimmung mit 61 Prozent hoch. Das gilt auch für die subventionsskeptischen Österreicher, bei denen sich dann doch 57 Prozent für Zuschüsse dieser Art aussprechen. 
 

Werkssubventionen bleiben in Deutschland umstritten 

Wenn es um das Thema Hersteller-Subventionen geht, sollte man denken, dass es an Standorten mit einer starken Automobilindustrie zu besonders hohen Zustimmungswerten kommt. Doch so einfach ist es nicht. So fordern in Deutschland nur 45 Prozent, dass Subventionen direkt an die Hersteller fließen sollten, um so E-Autos quasi schon „ab Werk“ zu verbilligen. Fast jeder dritte Deutsche (29 Prozent) spricht sich sogar klar gegen Gelder der öffentlichen Hand für Deutschlands wichtigste Industrie aus. 

Wieder sind es nur die Österreicher, die noch zurückhaltender bei der Bewertung sind: nur 41 Prozent stimmen den Werkssubventionen zu. Auch in den Niederlanden versammelt sich mit Zustimmungswerten von 46 Prozent keine absolute Mehrheit hinter dem Vorschlag. Das ist in Belgien anders, wo 50 Prozent der Befragten Herstellerprämien für eine gute Idee halten. Am meisten Befürworter findet dieser Weg in Italien mit einer Zustimmungsrate von 54 Prozent und in Frankreich, wo sogar 58 Prozent für die Industriehilfen plädieren – immerhin beides Länder mit einer starken Automobilindustrie. 

E-Autos made in China spalten Europa 

Eine weitere Möglichkeit, billigere E-Autos nach Europa zu holen, wäre ein freierer Marktzugang für chinesische Modelle. Sollte die EU also die Zölle für Stromer aus dem Reich der Mitte schleifen, damit den Verbrauchern günstigere Fahrzeuge zur Verfügung stehen? Das Thema ist umstritten und wird in den berücksichtigten Ländern durchaus unterschiedlich eingeschätzt. So unterstützen 58 Prozent der Italiener den Vorschlag, verstärkt billigere China-Stromer zu importieren. 

Auch in Frankreich (46 Prozent) Belgien (45 Prozent) und in den Niederlanden (40 Prozent) wird die Strategie positiv bewertet. Anders im deutschsprachigen Europa: Nur 36 Prozent der Österreicher halten es für eine gute Idee, die Elektromobilität mit Fahrzeugen made in China voranzutreiben, 41 Prozent sprechen sich sogar explizit dagegen aus. Ähnlich blickt man in Deutschland auf das Thema: Zwar begrüßt jeder Dritte (33 Prozent) die Fahrzeuginitiative aus Fernost, doch 37 Prozent sehen darin einen Irrweg.