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Logistikbranche braucht Reformen: DSLV fordert entschlossenes Handeln der neuen Bundesregierung

Reformdruck in der Logistik: Nach der Bundestagswahl 2025 mahnt der Speditions- und Logistikverband schnelle Reformen an. Weniger Bürokratie, bessere Infrastruktur und praxisgerechter Klimaschutz sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Logistikbranche sichern.

Effiziente Logistikdrehscheiben sind essenziell für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Container werden für den Weitertransport auf Straße und Schiene verladen. (Foto: Pixabay)

Die neue Bundesregierung steht vor großen Herausforderungen. Nach der Bundestagswahl 2025 fordert der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik ein entschlossenes politisches Vorgehen, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern.

 

In einer aktuellen Stellungnahme appelliert das Präsidium des Verbandes an die künftige Regierungskoalition, wirtschaftliche Reformen mit hoher Priorität umzusetzen und dabei insbesondere die Rahmenbedingungen für die Logistikbranche zu verbessern.

„Die wirtschaftliche Leistungskraft und die internationale Wettbewerbsfähigkeit müssen mit Hochdruck wiederhergestellt werden – ansonsten gerät Deutschland endgültig in eine ökonomische und gesellschaftliche Sackgasse ohne Wendemöglichkeit“, heißt es in der Erklärung des DSLV.

Um dies zu verhindern, fordert der Verband eine grundlegende Neupriorisierung staatlicher Aufgaben. Ziel müsse es sein, Spielräume für Abgabensenkungen und höhere Investitionen in die Infrastruktur zu schaffen, ohne die Staatsverschuldung weiter in die Höhe zu treiben.

Weniger Bürokratie, mehr Wachstum

Der DSLV sieht vor allem in der Reduzierung von Standort- und Energiekosten sowie in der Entlastung der Unternehmen zentrale Hebel für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Dazu gehört auch eine Umstrukturierung der Bundesministerien, um die Zuständigkeiten für Verkehrs- und Energieinfrastrukturen sowie für Wirtschaft und Arbeit zu bündeln.

Eine handlungsfähige und wachstumsorientierte Regierungskoalition sei entscheidend, um die notwendige „Generalsanierung Deutschlands“ voranzutreiben. Die Bedeutung der Logistikbranche für die Gesamtwirtschaft betont der Verband mit Nachdruck.

„Denn ob Weltmarkt oder Wochenmarkt: Zwischen den international verknüpften Wertschöpfungsstufen der einzelnen Industriezweige und den Beschaffungsschnittstellen des Handels bis hin zum Endverbraucher bleiben deutsche Speditionen und Logistikunternehmen das entscheidende Scharnier“, erklärt der DSLV.

Trotz eines weiterhin schwierigen Marktumfelds sieht die Mehrheit der Unternehmen Chancen für Wachstum – allerdings nur, wenn die politischen Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden.

Fünf zentrale Handlungsfelder für die Logistik

Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und langfristig zu stärken, identifiziert der DSLV fünf wesentliche Handlungsfelder. Der Logistikstandort müsse durch eine solide Finanzierung der Infrastruktur gestärkt werden, um nachhaltige Investitionen in Straßen-, Schienen- und Hafeninfrastrukturen zu ermöglichen.

Gleichzeitig sei es dringend erforderlich, Bürokratiebelastungen zu reduzieren und Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten, um Unternehmen zu entlasten. Ein weiterer Schwerpunkt liege auf einem praxisgerechten Klimaschutz, der durch marktgerechte Alternativen und technologieoffene Strategien realisierbar sei.

Darüber hinaus müsse das Arbeitsrecht modernisiert werden, um die Tarifautonomie zu schützen und gleichzeitig flexible Regelungen zu schaffen, die Unternehmen nicht übermäßig belasten. Schließlich fordert der DSLV eine entschlossene Förderung von Logistikinnovationen, um den bestehenden Digitalisierungsstau aufzulösen und neue Geschäftsmodelle sowie digitale Lösungen in der Branche voranzubringen.

Akteur der Branche

Der DSLV vertritt als Spitzenverband die Interessen von rund 3.000 führenden deutschen Speditions- und Logistikunternehmen mit insgesamt 600.000 Beschäftigten. Diese erwirtschaften einen Jahresumsatz von 131 Milliarden Euro und stellen damit einen essenziellen Teil der drittgrößten Branche Deutschlands dar.

Die Mitglieder des Verbandes reichen von global agierenden Logistikkonzernen über mittelständische Spediteure mit eigenen Lkw-Flotten bis hin zu Spezialisten für See-, Luftfracht- und Zolldienstleistungen.

Als politisches Sprachrohr der Branche sieht der Verband seine Aufgabe darin, die Interessen der Logistikunternehmen gegenüber der Bundesregierung, dem Bundestag, dem Bundesrat sowie relevanten Ministerien und Behörden zu vertreten. Mit seinen Forderungen will der DSLV die zentrale Rolle unterstreichen, die er dem Logistiksektor für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zuschreibt – und er will den Reformdruck verdeutlichen, unter dem die künftige Regierung steht.