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ACEA warnt: Bürokratie bremst Innovationen in Europa

Automatisiertes Fahren, Digitalisierung, KI – Europa könnte führend sein. Doch die Automobilbranche sieht sich ausgebremst. Daher fordert ACEA von der EU bessere Bedingungen für Forschung und Entwicklung. Der Verband warnt: Ohne Änderungen droht Europa den Anschluss zu verlieren.

(Symbolbild: Pixabay)

Seit über einem Jahrhundert sieht sich die europäische Automobilindustrie zählt in der Rolle eines technologischen Vorreiters. Doch nun warnt sie vor übermäßigen bürokratischen Hürden. Diese könnten ihre Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt gefährden, betonte der europäische Automobilverband ACEA in einer aktuellen Pressemitteilung. Er forderte die Europäische Union daher auf, regulatorische Hindernisse abzubauen und innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Im Rahmen eines Strategiedialogs mit EU-Kommissarin Virkkunen appellierten Vertreter von Fahrzeugherstellern und Automobilzulieferern an die Politik, den regulatorischen Aufwand zu reduzieren.

„Wir brauchen eine EU, die Anreize schafft, nicht unseren Vorsprung nicht“, erklärte Sigrid de Vries, Generaldirektorin der ACEA.

Branche schreitet bei der Entwicklung automatisierter Fahrzeuge stetig voran

Insbesondere im Bereich des automatisierten Fahrens sei Europa gut aufgestellt. Autos, die sich selbst einparken, Lkw, die selbstständig um Güterbahnhöfe fahren – all dies sein bereits Realität. Dabei sein die Branche jedoch auf günstige Rahmenbedingungen angewiesen.

De Vries kritisierte zudem die überraschende Entscheidung der EU-Kommission, den Vorschlag zu standardessenziellen Patenten zurückzuziehen, ohne vorherige Konsultation mit der Branche. Dieser sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit im Bereich des teil- und vollautomatisierten Fahrens.

Europa braucht einen mutigen Ansatz

Auch Benjamin Krieger, Generalsekretär des europäischen Zulieferverbands CLEPA, forderte eine stärkere Unterstützung der EU:

„Die Vereinigten Staaten und andere Länder investieren massiv in Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz und Cloud-Computing. Europa muss mit einer mutigen Strategie reagieren, um den Markt für digitale Mobilitätslösungen zu stärken.“

Krieger betonte, dass die EU ihr Halbleiter- und Elektronik-Ökosystem ausbauen, Forschung und Entwicklung vorantreiben sowie globale Partnerschaften fördern müsse. Zudem sei eine ausgewogene Finanzierung im Rahmen des kommenden Forschungsprogramms FP10 unerlässlich.

Die europäische Automobilindustrie ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor: Sie beschäftigt 13,2 Millionen Menschen, generiert über 7,5 Prozent des EU-Bruttoinlandsprodukts und investiert jährlich 72,8 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Damit trägt sie maßgeblich zur wirtschaftlichen Stärke Europas bei. Um diese Position zu sichern, fordert die Branche nun von der EU entschlossenes Handeln.