BALM-Daten 2024: 97 % der Fahrleistung durch Euro-6-Fahrzeuge
Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) hat in der Jahresausgabe von „Mautverkehr Kompakt“ die Entwicklungen des Straßengüterverkehrs im Jahr 2024 basierend auf den Lkw-Mautdaten komprimiert und übersichtlich zusammengefasst. Die Fahrleistung von Fahrzeugen mit mindestens vier Achsen auf Autobahnen liegt 2024 rund 2,0 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre und 0,3 % unter der vom Vorjahr.
Entwicklung des Straßengüterverkehrs 2024
Im Laufe des Jahres ist nach einem leichten Anstieg ein Abwärtstrend der täglichen Fahrleistung zu erkennen. Im ersten Quartal liegt der bereinigte Sieben-Tages-Durchschnitt weitestgehend unter dem 24-Monats-Durchschnitt, im zweiten Quartal über diesem. Im dritten Quartal befindet sich der Sieben-Tages-Durchschnitt auf gleichem Niveau mit dem 24-Monats-Durchschnitt und sinkt jedoch zum Jahresende stark ab. Der starke Rückgang im Dezember kann auf das Bereinigungsverfahren zurückzuführen sein, das bei täglichen Werten als experimentell gilt und um die Weihnachtszeit mit einer höheren Schätzunsicherheit einhergeht.
Fahrleistungen nach Schadstoffklassen
Der Anteil der durch Euro-6-Fahrzeuge erbrachten Fahrleistung steigt seit 2013 und liegt im Jahr 2024 bei nahezu 97 %. Seit 2016 ist der Anteil der Fahrleistung von Euro-6-Fahrzeugen höher als der Anteil der Fahrleistung von Euro-5-Fahrzeugen. Euro-4 und niedrigere Schadstoffklassen weisen zusammen 2024 einen Anteil der Fahrleistung von weniger als 0,5 % auf.
Herkunftsländer im Straßengüterverkehr
Der Anteil der Fahrleistung der gebietsfremden Fahrzeuge mit vier Achsen und mehr ist nach dem Anstieg 2023 im vergangenen Jahr wieder leicht zurückgegangen. Der Trend der zunehmenden Fahrleistung der gebietsfremden Fahrzeuge ist seit der Coronapandemie erstmalig leicht rückgängig. Die Veränderung des gebietsfremden Anteils ist von 2023 auf 2024 mit 0,1 Prozentpunkten marginal gesunken.
Herkunftsländer im Straßengüterverkehr im Zeitverlauf
Der Anteil der Fahrleistung der gebietsansässigen mautpflichtigen Fahrzeuge ist im Jahr 2024 ist um rund 2,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2019 (vor Covid-19) zurückgegangen. Unter den Gebietsfremden ist die Fahrleistung polnischer (3,1 Prozentpunkte) und litauischer (4,5 Prozentpunkte) Fahrzeuge leicht gestiegen. Bis auf die Fahrleistungen aus Polen und Litauen sind die Anteile der gebietsfremden Fahrzeuge gegenüber 2019 marginal gesunken.
Räumliche Entwicklung des Straßengüterverkehrs
Leichte Abnahmen der Fahrleistung sind in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bremen zu verzeichnen. In Baden-Württemberg sinkt die Fahrleistung mit 2,5 % am stärksten. In den Bundesländern Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin liegt ein leichter Anstieg der Fahrleistung von 1 % bis 2 % vor. Die größte Zunahme verzeichnet Mecklenburg-Vorpommern mit 2,1 %. In den übrigen Bundesländern stagniert die Fahrleistung.
Räumliche Entwicklung des Fahrleistungsanteils
Bayern hat sowohl 2024 als auch im Vorjahr den höchsten Anteil an der Fahrleistung, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Auf die drei Bundesländer entfallen rund 50 % der gesamten Fahrleistung. Die Mehrheit der Bundesländer weist keine oder nur eine marginale Veränderung gegenüber dem Vorjahr auf. Der Anteil der Fahrleistung, der auf Niedersachsen entfällt, steigt mit 0,3 Prozentpunkten am stärksten.
Anzahl mautpflichtiger Fahrzeuge
Im Jahr 2024 waren rund 1,685 Millionen mautpflichtige Fahrzeuge auf Bundesstraßen und Bundesautobahnen unterwegs. Dies entspricht einem Anstieg von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr. Davon sind rund 807.000 Fahrzeuge (+11,9 % gegenüber Vorjahr) in Deutschland und rund 878.000 Fahrzeuge (+0,2 %) außerhalb Deutschlands zugelassen. Der stark gestiegene Anteil an gebietsansässigen Fahrzeugen ist auch darauf zurückzuführen, dass ab Juli 2024 Fahrzeuge mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t zusätzlich mautpflichtig geworden sind.
Entwicklungen der Grenzfahrten
Bei den Grenzfahrten über alle Grenzübergänge in Deutschland zeigt sich im Vorjahresvergleich ein Anstieg von 1,6 %. An der Grenze zu Luxemburg sind die Übergänge um 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Bei den Grenzübergängen zu Österreich, der Schweiz, Belgien und Polen zeigt sich eine Stagnation. Zuwächse weisen die Grenzübergänge zu den Niederlanden (1,1 %), Dänemark (2,0 %) und Tschechien (4,6 %) auf. Eine Zunahme von Grenzfahrten über 5 % ist in Frankreich zu verzeichnen.
Weitere Mautdaten hier. Jahrestabellen und aktuelle Mautanalysen durch das BALM finden Sie zudem in unserem Anhang.