Wolff: „Deutschland-Ticket wird bleiben“
VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff unterstrich auf der VDV-Jahrespressekonferenz heute die Zukunftsfähigkeit des Deutschland-Tickets.
„Das Deutschland-Ticket wird bleiben“, ist Wolff überzeugt.
Knackpunkt Finanzierung
Nun gehe es aber darum, die Zukunftsfähigkeit auch tatsächlich zu sichern. Das sei Aufgabe der neuen Bundesregierung. Das Ticket müsse zudem in eine mittelfristige Planung von fünf bis acht Jahre übergehen, damit die Verkehrsunternehmen Planungssicherheit hätten. Das sei natürlich eng gekoppelt mit einer Finanzierung des Tickets. Und die ist momentan noch nicht gesichert. Denn seit Einführung des 9-Euro-Tickets und des späteren Deutschland-Tickets sind die Einnahmen sukzessive auf 62,1 % der Erlöse auf Basis des Jahres 2020 gefallen. Das macht Ausgleichzahlungen des Bundes nötig, die mittelfristig gesichert werden müssen. Denn gleichzeitig sind Personal- und Energiekosten (Strom, Diesel) seit 2020 gestiegen, wenn auch letztere seit 2023 wieder rückläufig sind, aber dennoch weiterhin 40 bis 46 % über jenen des Vergleichsjahres liegen.
„Es gibt keine Preis-Elastizität beim Deutschland-Ticket. Es um 20 Euro zu erhöhen funktioniert nicht, das würde keine Akzeptanz finden“, so Wolff.
D-Ticket-Einnahmen steigen
Auf der anderen Seite ist das Ticket so interessant für die Bürger, dass die Einnahmen von 2023 auf 2024 von 3,6 auf 7,2 Mrd. Euro gestiegen sind. Allerdings sanken auch die Einnahmen aus dem Restsortiment, also Ticketeinnahmen unabhängig vom Dauerticket, von 8,6 auf 5,4 Mrd. Euro. So mussten die Ausgleichszahlungen für die Verkehrsunternehmen von 2023 auf 2024 von 2 auf 3,45 Mrd. Euro steigen.
„Die Politik hat das Deutschland-Ticket bestellt, also muss sie es auch bezahlen“, fordert Wolff.
Kritik am Bundesverkehrsminister
Kein gutes Haar ließ der VDV-Hauptgeschäftsführer an der Arbeit von Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing.
„Die Bilanz des Bundesverkehrsministers ist desaströs.“
Er rühme sich, das Ticket eingeführt zu haben. Dabei hätten es die Grünen angestoßen, so Wolff. Wissing habe es bislang versäumt, das Ticket zukunftsfähig aufzustellen.