BMW iX: Mehr Power UND Reichweite!
BMW legt beim iX nach, nachdem der sich leider nicht so ganz als der Verkaufsrenner erwies, als der er einst gedacht war. Immerhin konnte man 2023 die 100.000er-Marke bei der Produktion knacken. Doch die E-Mobilität entwickelt sich rasend schnell, weshalb BMW auch beim iX wieder nachlegte: So entwickelten die Münchner die Leistungselektronik weiter, betrieben Feinoptimierung unter anderem an den Radlagern und der Bereifung und konnten so den Verbrauch nach eigenen Angaben im gesetzlichen WLTP-Testzyklus um mehr als 8 Prozent (Best-Case-Betrachtung, modell- ausstattungsabhängig) drücken.
Bis zu 60 Kilometer mehr Reichweite
Umgerechnet auf die Reichweite soll dies einem Plus von rund 60 Kilometer im Fall des neuen BMW iX xDrive60 ergeben. Neue Modellbezeichnungen verweisen auf das Leistungs-Plus des BMW iX. Er ist von Frühjahr 2025 an als BMW iX xDrive45, BMW iX xDrive60 und BMW iX M70 xDrive weltweit verfügbar. Interessant: Die wichtigsten Absatzmärkte für den neuen BMW iX sind die USA; Großbritannien und Deutschland. Produziert wird er weiterhin im BMW Group Werk Dingolfing.
Mit je einer E-Maschine an Vorder- und Hinterachse bietet er elektrischen Allradantrieb, spürbar verbesserte Kraftentfaltung und beeindruckende Performance. Das neue Programm setzt sich wie folgt zusammen:
BMW iX xDrive45: Mit 408 PS beschleunigt er in 5,1 Sekunden auf 100 km/h.
BMW iX xDrive60: Erreicht 544 PS und beschleunigt in 4,6 Sekunden auf 100 km/h. Das Topspeed bei 45 und 60 beträgt je 200 km/h.
BMW iX M70 xDrive: Das Topmodell liefert 659 PS, ein maximales Drehmoment (bei Launch-Control) von 1.100 Nm und sprintet in 3,8 Sekunden auf 100 km/h, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.
Die neuen Akkus bieten noch mehr Kapazität in gleichem Bauraum
Wichtiger ist aber der Zuwachs bei Reichweite und Effizienz. Mit einer neuen Batteriezellen-Technologie wird der Energiegehalt des Hochvoltspeichers für den BMW iX xDrive45 um rund 30 Prozent auf 94,8 kWh gesteigert. Die Hochvoltbatterien der weiteren Modellvarianten stellen einen nutzbaren Energiegehalt von 109,1 kWh (BMW iX xDrive60) beziehungsweise 108,9 kWh (BMW iX M70 xDrive) zur Verfügung. Die Reichweiten nach WLTP und Verbräuche betragen im Einzelnen:
BMW iX xDrive45: 490 bis 602 km bei 21,8 kWh/100 km Verbrauch nach WLTP
BMW iX xDrive60: 563 bis 701 km bei 21,9 kWh/100 km Verbrauch nach WLTP.
BMW iX M70 xDrive: 521 bis 600 km bei 23,5 kWh/100 km Verbrauch nach WLTP.
Eine adaptive Rekuperation und die Funktion „MAX RANGE“ steigern die Effizienz zusätzlich.
Verbesserte Ladeleistungen ermöglichen zudem schnelles Aufladen: Der BMW iX xDrive45 erreicht bis zu 175 kW, die anderen Varianten 195 kW. Wechselstrom kann mit 22 kW geladen werden. Funktionen wie „Plug & Charge“ und die neue BMW Wallbox Plus bieten modernes, solar- und kostenoptimiertes Laden.
Die Routen kann man detailliert und individuell planen (lassen). Nutzende können in der My BMW App oder direkt im Fahrzeug nicht nur ihr Ziel, sondern auch Abfahrts- oder Ankunftszeiten sowie Zwischenstopps eingeben. Die intelligente Navigation soll dabei nicht nur die Ladestopps anpassen, sondern soll auch die Auswahl bevorzugter Ladestationsanbieter und gewünschter Ladezustände bei Ankunft filtern können. Während der Fahrt liefert das System im Idealfall präzise Informationen über die Verfügbarkeit von Ladestationen, Ladezeiten, Kosten und die Infrastruktur vor Ort.
Am Fahrwerk wurde feingeschliffen
Das Fahrwerk wurde auf die gesteigerte Leistung und die veränderte Gewichtsbalance durch die neue Batterietechnologie abgestimmt. Die Kombination aus Doppelquerlenker-Vorderachse, Fünflenker-Hinterachse, hubabhängigen Stoßdämpfern und einer variablen Lenkübersetzung soll weiter für eine gelungene Balance aus Komfort und Dynamik sorgen. Beim iX M70 xDrive, kommen eine adaptive 2-Achs-Luftfederung, M-spezifische Stabilisatoren und eine Sportbremsanlage hinzu. Effiziente Leichtmetallräder in Größen von 21 bis 23 Zoll, teils mit geräuschdämmenden Schaumstoffabsorbern, tragen zusätzlich zur optimierten Fahrdynamik bei.
Auch hier: Spur wechseln per Blickbestätigung
Serienmäßig sind unter anderem ein Driving Assistant Plus, der bis zu 180 km/h aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-&-Go-Funktion bietet, und ein Parking Assistant mit Rückfahrassistent enthalten. Ergänzt wird dies optional durch einen Autobahnassistenten, der auf Schnellstraßen bis 130 km/h Lenkaufgaben übernehmen kann, sowie einen Spurwechselassistenten, der per Blickbestätigung aktiviert wird. Für besonders anspruchsvolle Manöver steht ein Parkassistent Professional zur Steuerung per Smartphone bereit.
Die Bedienung wurde ebenfalls dezent geändert und wird per Touch-Display und Sprachsteuerung aktiviert, ergänzt durch digitale Services wie Video-Streaming und In-Car-Gaming. 5G-Konnektivität, die BMW ID und der BMW Digital Key sollen für die übliche „nahtlose Vernetzung“ und ein personalisiertes Fahrerlebnis sorgen. Gleichzeitig ermöglichen moderne Technologien wie solar- und kostenoptimiertes Laden sowie eine umfassende Unterstützung bei der Ladeplanung eine effiziente und durchdachte Nutzung.
Er bleibt ein Monolith: Optisch änderte man nur Details
Auch optisch änderte man Details: Es blieb bei der klaren Formensprache und der monolithischen Gestaltung mit fließenden, nahezu fugenlosen. Besonders prägend ist die neugestaltete BMW Niere mit einem feinen Rahmen und einer Struktur aus vertikalen und diagonalen Linien. Optional ist eine beleuchtete Variante, die Iconic Glow Niere, erhältlich, die beim iX M70 xDrive zur Serienausstattung gehört.
Die überarbeiteten Scheinwerfer kombinieren vertikale Elemente für Tagfahrlicht und Fahrtrichtungsanzeiger mit einer modernen Lichttechnologie. Adaptive LED-Scheinwerfer mit Abbiegelicht und Stadtlicht sind serienmäßig. Die Designelemente der Niere werden durch diagonale Linien in den Scheinwerferblenden ergänzt, wodurch ein harmonisches Gesamtbild entstehen soll. Optisch lehnt man sich hier an die „Neue Klasse“ an.
Bei Front- und Heckschürzen ist ein hoher Anteil in Wagenfarbe gehalten. Das neu verfügbare M Sportpaket unterstreicht die Dynamik des Fahrzeugs durch betonte Lufteinlässe und vertikale Reflektoren am Heck. Ergänzt wird es durch das M Sportpaket Pro, das dunkle Akzente in den Scheinwerfern und Heckleuchten setzt. Das Topmodell, der BMW iX M70 xDrive, hebt sich mit modellspezifischen Designelementen ab, darunter eine exklusive Niere mit M Logo, schwarze Außenspiegelkappen und 22-Zoll-Leichtmetallräder.
Neu im Angebot sind mehrere Außenfarben, darunter Arctic Race Blue metallic, Dune Grey metallic und Space Silver metallic, die ab Sommer 2025 verfügbar ist. Für den BMW iX xDrive45 und xDrive60 steht zusätzlich die BMW Individual Exterieur Line Titanbronze als Option bereit.
Alle beschriebenen Ausstattungsumfänge, technischen Daten, Verbrauchs- und Emissionswerte entsprechen dem Angebot auf dem Automobilmarkt in Deutschland. Die Angaben zu den Abmessungen beziehen sich auf ein Fahrzeug in Basisausstattung in Deutschland, je nach gewählter Rad- und Reifengröße sowie ausgewählter Sonderausstattung können sich diese entsprechend der Konfiguration verändern.
Was bedeutet das?
BMW liftet den iX – und gleicht ihn damit profilaktisch an die „Neue Klasse“ an. Es bleibt abzuwarten, ob er nochmal einen Nachfolger erhalten wird, oder ob der neue X5 künftig zuerst als Verbrenner und Plug-in und dann als Stromer nachgeschoben wird. Erste Prototypen deuteten auf Letzteres hin. Denn wenn BMW den iX in die X5-Familie eingliedert, spart das bei einer Produktion in den USA dortige Zölle und den Aufwand einer kompletten Extra-Baureihe. Zumal die Montage in den USA günstiger sein dürfte als in Dingolfing.