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Xiaomi YU7: Tschüss, Ferrari Purosangue?

Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens hat der chinesische Technologiekonzern Xiaomi mit dem YU7 seinen ersten vollelektrischen SUV vorgestellt. Der auf der „Modena“-Plattform steht. Womit Xiaomi eine klare Ansage macht ...

Der YU 7 steht auf der "Modena" genannten Plattform und orientiert sich optisch dezent am V12-CUV aus Maranello. | Foto: Xiaomi
Der YU 7 steht auf der "Modena" genannten Plattform und orientiert sich optisch dezent am V12-CUV aus Maranello. | Foto: Xiaomi

Xiaomi baut sein Engagement im Automobilbereich weiter aus, nachdem bereits über 258.000 Einheiten der E-Limousine SU7 ausgeliefert wurden. Der YU7 markiert den Einstieg von Xiaomi in das gehobene SUV-Segment und richtet sich an eine Zielgruppe, die technologische Innovation, luxuriösen Komfort und sportliche Leistung in einem Fahrzeug vereint.

Die offiziellen Preise sollen zwar erst im Juli 2025 bekannt gegeben werden, doch CEO Lei Jun hat Gerüchte um einen Einstiegspreis von 199.000 Yuan (ca. 27.600 US-Dollar) bereits zurückgewiesen. Es ist also von einem deutlich höheren Preisniveau auszugehen – allerdings weiterhin weit unter dem eines Fahrzeugs wie dem Ferrari Purosangue, was den YU7 in einem besonders spannenden Licht erscheinen lässt.

Drei Meter Radstand bei fast fünf Meter Länge

In seinen Abmessungen ist der YU7 ein großes, aber elegant proportioniertes SUV. Er misst 4.999 Millimeter in der Länge, 1.996 Millimeter in der Breite und 1.608 Millimeter in der Höhe, bei einem großzügigen Radstand von 3.000 Millimetern. Das Leergewicht liegt, je nach Variante, zwischen 2.140 und 2.460 Kilogramm. Die Kunden haben die Wahl zwischen neun Außenfarben, darunter ein spezielles Grün, das von kolumbianischen Smaragden inspiriert ist, sowie metallic-orange und titanfarbene Lackierungen. Xiaomi setzt auf versenkbare, elektrisch betriebene Türgriffe mit Ambiente-Beleuchtung und Ultra-Breitband-Technologie (UWB), die ein schlüsselloses Öffnen per Smartphone erlaubt – inklusive Zugang zum Kofferraum.

Edler Innenraum – man strebt gen Premium

Im Innenraum zeigt sich der YU7 äußerst luxuriös und digital geprägt. Die Kabine ist komplett mit feinem Leder ausgekleidet, wobei vorne Nappa-Ledersitze im sogenannten „Zero Gravity“-Design zum Einsatz kommen. Diese lassen sich um 123 Grad zurücklehnen und bieten eine Zehn-Punkt-Massagefunktion. Auch die Rücksitze sind elektrisch verstellbar – mit einem maximalen Neigungswinkel von 135 Grad – und verfügen über einen eigenen 6,68 Zoll großen Touchscreen zur Steuerung von Klima, Musik und Navigation. Im Cockpit dominiert ein 1,1 Meter breites Displayband, das aus drei Mini-LED-Bildschirmen besteht. Mit einer Pixeldichte von 108 PPD erreichen die Displays Retina-Niveau und zeigen Fahrdaten, Medieninhalte, Kamerabilder (z. B. für den toten Winkel) sowie individuell anpassbare Widgets. Die Softwareplattform basiert auf einem leistungsfähigen 4-nm Snapdragon 8 Gen 3 Chip, der Systemstarts in nur 1,35 Sekunden ermöglicht und Over-the-Air-Updates in 15 Minuten erlaubt. Ein zentrales Steuergerät vereint die Systeme für Fahrzeugsteuerung, Fahrassistenz, Infotainment und Kommunikation in einer 4-in-1-Architektur.

Start mit 235 kW – das Topmodell fährt aber 5608 kW auf

Beim Antrieb bietet Xiaomi drei Varianten an: Die Basisversion ist ein reiner Hecktriebler mit einem 235 kW (320 PS) starken Motor und 528 Newtonmetern Drehmoment, der den Sprint von 0 auf 100 km/h in 5,88 Sekunden schafft und eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h erreicht. Darüber rangiert die „Pro AWD“-Version mit Allradantrieb und zwei Motoren, die gemeinsam 365 kW (496 PS) und 690 Newtonmeter liefern. Damit beschleunigt das Fahrzeug in 4,27 Sekunden auf 100 km/h, ebenfalls mit einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Die Top-Version „Max AWD“ hingegen kommt auf eine Systemleistung von 508 kW (691 PS) und 866 Newtonmetern. Hier erfolgt der Standardsprint in nur 3,23 Sekunden – ein Wert, der sogar geringfügig unter dem Ferrari Purosangue liegt, der mit seinem V12 rund 3,3 Sekunden benötigt.

Topspeed des Topmodells: 253 km/h

Die Höchstgeschwindigkeit liegt beim YU7 Max bei 253 km/h. Alle Varianten nutzen eine 800-Volt-Architektur mit Siliziumkarbid-Technologie für besonders effizientes Schnellladen. Die Ladeleistung liegt bei 5.2C, was bedeutet, dass in nur 15 Minuten bis zu 620 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können.

Verschiedene Akkus für die verschiedenen Versionen

Auch bei den Akkus bietet Xiaomi unterschiedliche Lösungen an. Die RWD- und Pro-AWD-Versionen kommen mit einer 96,3 kWh großen Lithium-Eisenphosphat-Batterie, die Reichweiten von 835 beziehungsweise 770 Kilometern nach dem chinesischen CLTC-Zyklus ermöglichen. Die Max-AWD-Variante nutzt hingegen eine 101,7 kWh große NCM-Batterie mit einer Reichweite von 760 Kilometern.

Solide Sache: Auch im Rohbau legt man nach

Im Bereich Sicherheit geht Xiaomi ebenfalls in die Vollen. Die Karosseriestruktur setzt auf einen ultrahochfesten Stahlkäfig mit einer Zugfestigkeit von 2.200 MPa, der in Zusammenarbeit mit Universitäten entwickelt wurde. Dazu kommen ein 20-in-1-Aluminium-Druckgussrahmen für die Front sowie eine hybride Stahl-Aluminium-Karosserie, die Xiaomi als „Armour Cage“ bezeichnet. Der Batteriekasten ist mit einer schusssicheren Schutzbeschichtung versehen, und das Fahrzeug hat über 50 passive Crashtests erfolgreich durchlaufen. Verstärkte A- und B-Säulen sorgen für zusätzlichen Schutz bei Unfällen.

Zur Serienausstattung gehören außerdem Lidar-Sensoren, Nvidia Drive AGX Thor mit 700 TOPS Rechenleistung, 4D-Millimeterwellenradar sowie Anti-Glare-Kameras mit ALD-Beschichtung. Das Herzstück des Fahrassistenzsystems ist eine selbstentwickelte End-to-End-Softwareplattform von Xiaomi, die autonomes Fahren ermöglichen soll. Diese Entwicklung ist ein zentraler Bestandteil der langfristigen Mobilitätsstrategie des Konzerns. Ursprünglich sollte der YU7 im April 2025 auf der Auto Shanghai vorgestellt werden, jedoch wurde das Debüt nach einem tödlichen Unfall mit einem autonomen Testfahrzeug verschoben. Xiaomi leitete daraufhin umfassende interne Prüfungen und Sicherheitsüberarbeitungen ein.

Xiaomi fordert die Luxushersteller der Welt heraus

Im direkten Vergleich mit einem Fahrzeug wie dem Ferrari Purosangue fällt auf, wie stark Xiaomi den technologischen Vorsprung sucht – besonders im Bereich Infotainment, Komfort für alle Passagiere, Ladeleistung und Reichweite. Während der Purosangue mit seinem V12 auf emotionalen Fahrspaß, Sportlichkeit und Exklusivität setzt, will der YU7 mit digitalem Luxus, innovativer Technik und alltagstauglicher Performance überzeugen – und das zu einem Bruchteil des Preises. Besonders die Top-Version des YU7 liefert mit 691 PS, 866 Nm und einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 3,23 Sekunden Leistungswerte, die den Ferrari Purosangue in den Schatten stellen könnten – zumindest auf dem Datenblatt.

Was bedeutet das?

Xiaomi strebt weiter nach vorn – und macht dabei keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Man darf gespannt sein, wie die in Europa ankommen – bei Herstellern und Kunden.