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VW: Was hinter dem Abschied vom ID-Kürzel steckt

Der Wechsel weg vom ID-Kürzel ist mehr als ein Namenswechsel. Vielmehr will VW ein klares Signal für die E-Zukunft setzen.

Eigentlich auch ein Millionenkürzel: Erst kürzlich feierte man das 1,5 millionste ID.-Modell. Es war ein ID.7. | Foto: VW
Eigentlich auch ein Millionenkürzel: Erst kürzlich feierte man das 1,5 millionste ID.-Modell. Es war ein ID.7. | Foto: VW

Umsteuern in Wolfsburg: Statt futuristischer Kürzel sollen die E-Modelle künftig wieder vertraute Namen tragen. Auf einer Betriebsversammlung im Februar erntete Markenchef Thomas Schäfer dafür angeblich donnernden Applaus – so berichtet es die Wolfsburger Allgemeine Zeitung.

Neue Namen statt nüchterner Kürzel

Der erste Kandidat für die Umbenennung: der ID.2. Noch vor der Internationalen Automobilausstellung (IAA) im September soll das Modell einen neuen Namen erhalten. Wie er heißen wird, hält VW allerdings noch geheim. Schäfer stellte gegenüber der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung klar: „Ikonische Namen dürfen nicht sterben.“

Womit er durchaus als Polo (dessen Ablösung bald ansteht), Lupo, Fox oder Up an den Start gehen könnte, wobei Letztere Bezeichnung für den „ID.1“ genutzt werden dürfte.

Damit scheint der Konzern eine klare Botschaft zu senden – weg von abstrakten Bezeichnungen, zurück zu jenen Modellnamen, die jahrzehntelang für Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und zeitloses Design standen.

Experten: „Die ID-Reihe war unglücklich benannt“

Branchenexpertin Helena Wisbert, Professorin für Automobilwirtschaft an der Ostfalia-Hochschule und seit jeher „nah dran“ am Wolfsburger Konzern, sieht in dieser Kehrtwende den richtigen Schritt. Sie erklärt in der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung:


„Die ID-Reihe war von der Namensgebung nicht ganz so glücklich. Kunden sind damit nie richtig warm geworden. Es ist auf jeden Fall der richtige Weg, auf die Namen zu setzen, die mit VW-Versprechen wie Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und zeitlosem Design verbunden sind. Modelle, die so gut gelaufen sind, muss man nicht anders benennen. VW braucht keine fancy Namen.“

Auch Auto-Experte Stefan Reindl findet deutliche Worte:

„Kürzel wie ID.4 werden eher wie interne Entwicklungsbezeichnungen wahrgenommen, aber nicht wie Fahrzeuge, mit denen man solche Attribute assoziiert. Elektromobilität braucht keine neuen Namen, sondern starke Marken. Ein Polo mit Elektroantrieb ist für die Kunden klarer, emotionaler und markentreuer als ein ID.2.“

Was bedeutet das?

Während für den ID.4 bereits ein großes Facelift mit klassischen Knöpfen im Cockpit vorbereitet wird, deutet sich mit der Namens-Rückkehr eine breitere Strategie an. Ob der Schritt gelingt und den Kunden tatsächlich wieder mehr Begeisterung für die E-Modelle entlockt, bleibt jedoch abzuwarten.