PKW

VW gibt ersten Ausblick auf Budget-Stromer für 20.000 Euro

Die kriselnde Kernmarke gibt bei Betriebsversammlung ersten Ausblick auf elektrisches Einstiegsmodell, das 2027 kommen soll. Das Motto in Wolfsburg: Aufholen, Angreifen und Anführen. Ein ambitionierter Drei-Phasen-Plan bis 2030 soll aus dem Tal führen. Am Ende will man auch technologisch wieder Maßstäbe setzen.

Endlich ein elektrischer Volkswagen im Wortsinne: Betriebsratschefin Cavallo verspricht E-Mobilität für alle für den 20.000-Euro-Stromer, der 2027 anrollen soll. | Foto: VW
Endlich ein elektrischer Volkswagen im Wortsinne: Betriebsratschefin Cavallo verspricht E-Mobilität für alle für den 20.000-Euro-Stromer, der 2027 anrollen soll. | Foto: VW

Die Konzernkernmarke Volkswagen hat auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg ihre Pläne zur Bewältigung der aktuellen Krise skizziert. Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen, gab zudem einen ersten Blick auf das Design des künftigen Einstiegsmodells der Marke Volkswagen, das für rund 20.000 Euro 2027 präsentiert werden soll.

„Mit dem Verhandlungsergebnis im Dezember haben wir den größten Zukunftsplan in der Geschichte von Volkswagen auf den Weg gebracht. Wir folgen einem ambitionierten Kurs, um unsere gemeinsam vereinbarten Ziele verbindlich zu erreichen. Ein entscheidender Schritt dabei: E-Mobilität für alle attraktiv machen – das ist unser Markenversprechen“, warb Schäfer für seinen Kurs.

Gleichzeitig betonte der Volkswagen CEO, dass Wolfsburg das Zentrum für Innovation und Fertigungskompetenz bleibe. Das Stammwerk werde neue Maßstäbe in der Automobilproduktion setzen. Die Marke plant, das Showcar des elektrischen Einstiegmodells Anfang März der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Weltpremiere der Serienversion ist für 2027 vorgesehen. Mit einem Basispreis von rund 20.000 Euro soll das neue elektrische E-Modell für viele unterschiedliche Kundengruppen attraktiv sein.

„Ein erschwinglicher, hochwertiger, profitabler E-Volkswagen aus Europa für Europa: Das ist die Champions League des Automobilbaus", schwärmte Thomas Schäfer.

Für Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG soll der Budget-Stromer im wahrsten Sinne ein Volkswagen werden. Dazu passe, dass die Beschäftigten am Standort Wolfsburg bei der Betriebsversammlung als erste einen Blick auf das Design werfen konnten – noch vor der breiten Öffentlichkeit.
 

Preiswerte E-Mobilität als zentrale Säule

Preisgünstige Einstiegsmobilität im E-Zeitalter sei eine der zentralen Säulen im Zukunftsplan der Marke. Zusammen mit der Serienversion des ID. 2all ist das neue E-Modell Teil der neuen elektrischen Kleinwagen-Familie, die unter dem Dach der Markengruppe Core im Volkswagen Konzern entwickelt wird. Die Modellfamilie umfasst kompakte, vollelektrische Fahrzeuge auf Basis der neuen Evolutionsstufe des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB). Den Auftakt macht die Serienversion des Showcars ID. 2all, die im Jahr 2026 als erster elektrischer Kleinwagen von Volkswagen in den Handel kommt – zu einem Einstiegspreis von unter 25.000 Euro. Schon heute sieht sich die Marke bei den vollelektrischen Fahrzeugen (Battery Electric Vehicles – BEV) breit aufgestellt. Seit dem Start der ID.-Produktfamilie im Jahr 2019 hat die Marke weltweit insgesamt über 1,35 Millionen ID. Fahrzeuge verkauft, davon rund 500.000 ID.3. Im vergangenen Jahr setzten die Wolfsburger 383.100 vollelektrische Fahrzeuge ab.

Klare Perspektive für den Standort Wolfsburg

Markenchef Thomas Schäfer betonte bei der Betriebsversammlung, dass der Standort Wolfsburg auch im elektrischen Zeitalter das Herz der Marke Volkswagen und bleibe: „Das Werk Wolfsburg hat eine klare Zukunftsperspektive. Durch die vereinbarte Verlaqerung des Golf nach Mexiko schaffen wir Platz für moderne Technologien. In Halle 54 werden neue Produktionsverfahren Einzug halten. Wir wollen dort den elektrischen Golf-Nachfolger auf der neuen SSP-Plattform bauen, ebenso den volumenstarken elektrischen T-Roc. Damit machen wir Wolfsburg zur Hauptstadt für unsere neue vollelektrische Kompaktklasse.“

 

Scalable Systems Platform mit einheitlicher Software

Mit der Scalable Systems Platform (SSP) entsteht die nächste Generation einer rein elektrischen, volldigitalen und hochskalierbaren Mechatronikplattform auf Basis einer einheitlichen Software-Architektur. Die Technische Entwicklung werde mit der konzernweit genutzten SSP-Plattform Pionierarbeit für alle anderen Pkw-Marken leisten, ergänzte Cavallo. Dieser Hebel werde mindestens so entscheidend für unseren zukünftigen Erfolg sein wie die Baukasten-Strategie für unsere aktuellen Verbrenner. Im Stammwerk soll die nächsten Jahre weiterhin nicht nur entwickelt, sondern auch kräftig produziert werden: Die zukünftigen elektrischen Flaggschiffe Golf und T-Roc aus Wolfsburger Fertigung stehen für eine Volumengröße von aktuell mehr als 500.000 Einheiten pro Jahr. Damit habe sich das Kernwerk ein hochattraktives Fahrzeugsegment gesichert – und schreibe die mehr als 50-jährige Golf-Tradition in Wolfsburg fort, so Cavallo weiter.

"Volkswagen muss in Sachen Komplexität, Arbeitsabläufe und Synergien die Weichen stellen. Betriebsrat und Unternehmensspitze werden das zusammen eng begleiten, unter anderem mit einer gemeinsamen Bilanz-Klausur in jedem Quartal", appellierte Cavallo.

 

Präsentiert wurde ein schneidig genannter „Triple A“-Plan der Marke. Motto: Aufholen, Angreifen, Anführen. Mit der Vereinbarung „Zukunft Volkswagen“ hat sich die Volkswagen AG Ende Dezember 2024 mit der Arbeitnehmerseite auf ein Zielbild verständigt, das wirtschaftliche Stabilität, Beschäftigung und technologische Spitzenposition im Bereich nachhaltiger Mobilität vereint. Verbindliche Ziele und die dafür vereinbarten Maßnahmen bilden das Fundament für zentrale Zukunftsprojekte. Das gemeinsam erklärte Ziel: Die Marke Volkswagen Pkw wird bis 2030 als Kern der Volkswagen AG weltweit technologisch führender Volumenhersteller. Man wolle also aufholen, sprich die Wettbewerbsfähigkeit stärken, indem Kostenstrukturen optimiert und die bestehende Modellpalette gezielt erweitert wird. Aber auch zum Angriff übergehen: Neun neue Modelle sollen bis 2027 kommen, darunter die Serienversion des ID. 2all für unter 25.000 Euro sowie der Einstiegsstromer für rund 20.000 Euro. Und auch wieder anführen: VW soll als technologisch führende Marke im Volumensegment neue Standards setzen.