PKW

Vorstellung Smart #5: Tschüss, Mercedes!

Klotzen statt Kleckern: Mit dem #5 steigt Smart in die Sphären der großen und starken Mittelklasse-SUV auf: Bis zu 200 kW Ladeleistung und bis zu 432 kW Motor-Power katapultieren ihn in eine ganz andere Liga!

In er Summe seiner Qualitäten legt der neue Smart #5 die Latte ab der Version pro+ merklich höher. | Foto: Smart
In er Summe seiner Qualitäten legt der neue Smart #5 die Latte ab der Version pro+ merklich höher. | Foto: Smart

Smarts neues Topmodell basiert auf der leistungsseitig nicht gerade zimperlichen SEA-Plattform von Geely und bietet je nach Variante bis zu 432 kW! Eine klare Ansage in puncto Performance. Die Variantenpalette reicht von der heckgetriebenen Basis bis hin zum allradgetriebenen Power-Würfe. Geplant sind am Ende fünf verschiedenen Lines – und die zusätzliche High-Performance-Version, die später Zeitpunkt ihre Premiere feiern wird.

Die Basis startet ab 45.900 Euro, spannend wird es ab 50.900 Euro

Doch jetzt geht es erstmal mit dem #5 Pro los: der startet mit einem 76 kWh Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP), Panorama-Halo-Dach, nahtloser Konnektivität und üppigen Fahrerassistenzsystemen. Ab dem #5 Pro+ sitzt im Untergeschoss ein 100-kWh-Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid-Akku (NCM) und eine 800-Volt-Plattform. Sie sollen bis zu 590 Kilometer nach WLTP kommen und mit bis zu 400 kW laden. Womit klar ist: #5 ist nicht gleich #5! Während die Basis bei 45.900 Euro bruttostartet, sind für das „plus“ mindestens 50.900 Euro anzulegen. Trotzdem ist es für Langstreckenfahrer gut investiert, denn das + sorgt eben für 4C-Laden, sodass der Akku unter optimalen Bedingungen in nur 18 Minuten von 10 % auf 80 % geladen werden kann. Die Basis soll immerhin noch in unter 30 Minuten mit maximal 150 kW von 10 auf 80% laden. Und sie kann AC nur mit 11 kW (heißt acht Stunden Ladezeit), während die Modelle ab pro+ AC auch mit 22 kW laden – und den größeren Akku binnen 5,5 Stunden vollgezogen haben sollen. Womit schnell klar wird: Der #5 bietet als pro eher Durchschnittliches, als pro+ wird er dann erst interessant. Das gilt auch für die Reichweiten, die von bis zu 465 km nach WLTP auf 590 km steigen, bei den Allradlern bleiben davon bis zu 540 km übrig.

Klar kann er Plug&Charge

Die Plug & Charge-Funktionalität nach ISO 15118 ermöglicht zudem eine nahtlose und sichere Authentifizierung an kompatiblen Ladestationen. Darüber hinaus ermöglicht die serienmäßig vorhandene Vehicle-to-Load-Funktion mit 230 Volt das Aufladen elektronischer Geräte unterwegs, was auch offroad Sinn macht.

Ab 630 Liter Kofferraum sind eine Ansage

Kurz zu den Maßen: Mit einem Radstand von 2.900 mm bei 4695 mm Gesamtlänge gibt es auch dank der würfeligen Optik viel Platz in Fond und Kofferraum. Die Breite beträgt üppige 1.920 mm, die Höhe üppige 1.700 mm. Echte Offroadermaße also. Der Kofferraum fasst 630 bis zu 1.530 Liter Volumen, dazu kommt ein beleuchteter 72-Liter-Frunk, der bei den Allradlern auf 47 Liter. Und Smart zählt 34 Ablagefächer auf.

Wichtig bei solchen Modellen ist vor allem die Rücksitzanlage: Am besten kann man die längs- und neigungsverstellen. Und in einen Ruhe- und Schlafbereich verwandeln, was in China immer ganz wichtig ist. Da ist der #5 sehr „smart“ aufgestellt und bietet im Idealfall beheizbare Rücksitze und elektrisch verstellbare Rückenlehnen sowie ein elektrisches Sonnenrollo, LED-Leselampen im Flugzeugstil und eine 256-farbige Ambientebeleuchtung.

Digital soll Alles besser werden

Und natürlich klotzt Smart auch bei der Connectivity: Mit einem sogenannten AMD V2000-Chipsatz der neuesten Generation, der ordentlich Rechenleistung hat. Optisch ausgespielt wird die über ein 25,6-Zoll-Augmented-Reality-Head-up-Display, ein digitales 10,25-Zoll-Full-HD-Instrumentencluster und zwei 13-Zoll-OLED-Bildschirme in der Mitte und auf der Beifahrerseite. Die KI-gestützte Sprachsteuerung, gepaart mit dem neuen Avatar „Leo“, soll die freihändige Steuerung zahlreicher Fahrzeugfunktionen ermöglichen. Wie gut das wirklich funktioniert, wird man erst im Alltag auf der Straße erfahren.

Und auch Smart benennt seine Software jetzt: Hier sind wir aktuell beim Stand „Smart OS 2.0“, das gegenüber älteren Versionen mit optimierter Ladeplanung punkten soll. Und das Video-Center soll ruckfreies Videostreaming ermöglichen. Dank der sogenannten „Unreal 3D-Engine“ von Epic Games sollen die Display-Grafiken sehr flüssig und detailliert laufen und ermöglichen eine vergleichsweise einfache Bedienung aller Funktionen der digitalen Benutzeroberflächen.

Bei den teuren Modelle gibt es Sennheiser-Sound mit ordentlich Bumms

Soundseitig orientiert man sich an Mama Mercedes und nutzt Sennheiser-Sound, in dem Fall „Sennheiser Signature Sound System“ genannt, welches über zwanzig Hochleistungslautsprecher ordentlich Sound machen soll. Dazu kommt ein Hub-Lautsprecher auf dem Armaturenbrett, der mit der Ambiente-Beleuchtung synchronisiert ist. Und jetzt wird es wieder sehr chinesisch, denn natürlich kann man das Audiosystem mit einer Reihe von Anpassungsoptionen auf seine Vorlieben abstimmen, darunter Soundeffekt-Einstellung, Immersionspegel, Basspegel und Klangfokuszonen. Power ist im Kilowattbereich vorhanden: Mit einer maximalen Ausgangsleistung von 1.190 Watt und integrierten Lautsprechern, die für verschiedene Eingangsformate ausgelegt sind – von Stereo und Surround bis hin zu einem vollständigen 7.1.4 Dolby Atmos-Setup – soll das System eine anpassungsfähige und immersive Hörumgebung bieten. Auch hier muss man sehen, was davon auf der Straße wirklich geliefert wird – da hatten wir schon unterschiedlichste Erfahrungen.

Man zielt auch auf Off-Road-Fahrende

Und dass man es offroad ernst meint, zeigt die Ausstattung der pulse Line und Summit-edition. Dort findet man fünf Offroad-Fahrmodi (Adaptive, Sand, Snow, Mud und Rock. Bei Bedarf sprinten beide Modelle binnen 4,9 Sekunden auf 100 km/h. Innen geht man ebenfalls den nächsten Schritt und kann den #5 um Akzente in Eichenholz oder eine echte Premium-Lederpolsterung anreichern.

Angereichert wurde auch das Gewicht: Schon die Basis wiegt mindestens 2.200 Kilogramm, das Topmodell gar 2.370 Kilogramm. Was absolut gesehen viel ist, aber im Vergleich in Ordnung geht, zumal #1 und #3 wahrlich nicht zu den Leichtgewichten gehören und fast genauso viel wiegen. Und: Auch hier darf man bis zu 1,6 Tonnen anhängen.

In Deutschland wird der smart #5 für 45.900 Euro brutto in der Line Pro, ab 50.900 Euro in der Line Pro+, ab 55.400 Euro in der Line Premium und Pulse und ab 56.900 Euro in der Summit-Edition angeboten. Er kann ab dem 24. April 2025 in Deutschland bestellt werden.

Was bedeutet das?

Mit der Ladeleistung der „großen“ Modelle setzt Smart auf jeden Fall ein Zeichen – und düpiert damit auch ein bisschen „Mama Mercedes“, wo man sich beim künftigen kompakten Elektro-Offroader, der elektrischen „Baby-G-Klasse“ dann schon strecken muss, um da mitzuhalten. Vom Konzept her fährt der Smart allerdings mitten ins Haifischbecken: Elektrische Midsize SUV mit 2,9 Meter Radstand ab 45.000 Euro gibt es von fast allen Herstellern. Und die Maße und Gewichte ließen Nicolas Hayek im Grab rotieren…mit seiner Idee eines „smarten“ Stadtwagens verbindet den #5 der Name, sonst nix.