Volvo ES90: Erste Sitzprobe – famos vor allem im Fond!
Als die ersten Hersteller einen Mix aus Limo, Hatchback und SUV ankündigten, dachten wir: Was heben die geraucht? Jetzt wissen wir: Flacher kriegen wir E-Mobilität kaum hin, wenn wir nicht mit Fußgaragen oder Kardantunneln voller Akkus arbeiten wollen…weshalb man auch im ES90 ganz leicht „erhöht“ thront, wenn man ihn direkt mit dem S90 oder einem Porsche Taycan vergleicht. Kann notorische Tiefsitzer betrüben, aber erleichtert Ein- uns Ausstieg auch im Fond. Und um den geht es hier zuerst: Platz ohne Ende (außer zum Dach hin, aber auch da gehen sich 1,9 Meter Körpermaß noch aus), komfortable elektrisch verstellbare und trotzdem umlegbare Sitze.
Dahinter bleiben 391 Liter Kofferraum, die sich eher nach 500 anfühlen: Wie schon bei Mazda vermuten wir hier ein knallhartes Quadermaß, das sich immerhin auf 1.256 Liter erweitern lässt. Reicht also auch für üppiges Reisegepäck der Fondverreisenden, sofern die sich einen Chauffeur gönnen.
Auf den Punkt genau eingepreist
Aber auch der hat noch genug Platz und kann mit bis zu 500 kW auch jede Menge Spaß haben und den ES90 bei Bedarf binnen vier Sekunden gen 100 km/h schießen. Und das Alles für unter 95.000 Euro, womit man in Deutschland auf das einst angedachte maximal Mögliche des Dienstwagenmarktes schielte, um auch hier nur mit 0,25% versteuern zu müssen.
Und sonst? Volvo bleibt Gott sei Dank Volvo, heißt: Weitestgehend „echte“ Materialien – Holz IST Holz, Alu IST Alu und Leder IST….kein Leder – man ist ja dem Tierwohl verpflichtet. Weshalb die vermeintliche Lederlounge auch nicht duftet wie beispielsweise ein echtbelederter DS8 oder Bentley…und ja, kundige Nasen können die Produktion im chinesischen Chengdu erriechen. Verliert sich aber und das Wohlgefühl setzt sich mit der Dämmerung im neu abgestimmten Ambientelicht fort, wo man sich an nordischen Mittsommern orientierte.
Satter Sound oder totale Ruhe – man hat die Wahl
Dazu kommt ein toller Bowers & Wilkins-Sound aus 25 Boxen, bis zu 1.610 Watt stark – entweder mit Dolby-Atmos oder der typischen Abbey-Road-Einstellung. Womit wir schon im Menü scrollen: Ja, der ES90 kann kompetent Ladeplanen, zeigt gestochen scharfe Kartenbilder an, ist ziemlich sprachverständig (wobei man hier dank und wegen Google immer noch ganz leichte Kompromisse machen muss gegenüber reinen Automotive-Befehlen) und man findet auch die Klimatisierung sofort auf erster Ebene. Interessant: Während dafür die neueste Snapdragon-Cockpit-Version von Qualcomm verantwortlich ist, setzt man bei der Fahrassistenz auf Nvidia.
Der ES90 ist der erste Volvo mit einem zentralisierten System, das von einer doppelten Nvidia Drive AGX Orin-Konfiguration betrieben wird und 505 bis 550 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) ausführt. Womit sich viele Eventualitäten unfalltechnischer Art vermeiden lassen sollten. Wie nervig und penetrant sich das Warnsystem gegenüber den Lenkenden gibt, wird die erste Ausfahrt zeigen. Fest steht: Der ES90 ist jedenfalls sicher! So sicher, wie der gar nicht so wilde Mix aus Hatch, Limo und SUV funktioniert!
Was bedeutet das?
Der ES90 darf als gelungene Businesslimo gelten – er tritt knackig und doch raumnutzend auf und bietet sogar Details wie die „Premiumfuge“ zwischen Vorderachse und Türkante, die eine lange Haube mit mindestens Reihensechser simuliert. Stattdessen findet sich dort ein Frunk fürs Kabel. Denn fahren soll sich der ES90 flüsterleiser denn je!