PKW

VM-Vorstellung Smart #5 Brabus: 475 kW für ein Halleluja!

475 kW Spitzenleistung, 800 Volt-Plattform und ein Preis ab 60.900 Euro: Mit dem #5 Brabus stößt Smart in neue Sphären vor – und bietet dafür außer dem üblichen „schneller, höher, weiter“ wenigstens ein smartes Innenraumkonzept.

Der neue Smart#5 kommt als Brabus mit 475 kW - und lädt mit bis zu 400 kW! | Foto: Smart
Der neue Smart#5 kommt als Brabus mit 475 kW - und lädt mit bis zu 400 kW! | Foto: Smart

Die Mailänder Designwoche ist 2025 totalst angesagt bei den Autoherstellern – auch bei Smart, wo man im März einen Totalabsturz der Absatzzahlen gegenüber dem Vorjahr um 84% in Kauf nehmen musste. Was etwas verwundert, da man ein grundsätzlich starkes und mehrheitsfähiges Programm im Zentrum des EU-marktes am Start hat. Jetzt baut man oben an – einmal mehr mit Brabus. Die Tuning-Schmiede war vertreten durch Auch Constantin Buschmann himself, der auf die mittlerweile 20 Jahre andauernde Kooperation zwischen Brabus und Smart verwies.

Nachdem schon der Basis #5 mit seiner 800-Volt-Plattform schnell fährt und lädt, legt man jetzt nochmal richtig nach: Ein spezieller Launch-Modus schaltet 710 Nm Drehmoment und die ganzen 475 kW Leistung frei, dass man den 4,7 Meter Kasten auf Wunsch binnen 3,8 Sekunden auf 100 km/h schießen kann. Das Topspeed wurde um zehn auf 210 km/h erhöht. Und auch hier gibt es einen Im Brabus-Modus mit simulierten Brummel-Motorengeräuschen.

Trotz all der Potenz soll der #5 eine Reichweite von bis zu 540 Kilometern nach WLTP bieten, von der auch im Worst Case immer 300 plus x bleiben sollten. Und: der #5 Brabus lädt mit bis zu 400 kW, sodass der 100 kWh große Akku im Idealfall in nur 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen ist – sofern man einen entsprechend potenten DC-Lader findet. AC-Laden ist mit bis zu 22 kW möglich.

Auch optisch hat der Brabus nachgelegt

Um die geballte Power auch optisch anzudeuten, rüstete Brabus den #5 auch optisch auf: Große 21-Zoll-Rädern mit roten Bremssätteln sowie spezielle Außenlackierungen sorgen für den bei diesen Modellen so wichtigen „Stand“ in der Menge.

Innen geht Smart im Wortsinn „volle Breite“ – displaytechnisch gesehen. Es gibt es auch hier zwei 13-Zoll-OLED-Displays je einmal für Fahrer und Beifahrer, dazu kommt das direkt vor dem Fahrer platzierte 10,25 Zoll großen Instrumenten-Display mit Augmented Reality-Head-Up-Display. Infotainment und Fahrassistenz sind fett vorhanden. Und Sennheiser „Signature“-Soundsystem mit 20 Hochleistungslautsprechern sowie einem zentral ausfahrbaren Lautsprecher macht ordentlich Sound. Mit einer maximalen Ausgangsleistung von 1.190 Watt und integrierten Lautsprechern, die für verschiedene Eingangsformate von Stereo und Surround bis hin zu einem vollständigen 7.1.4 Dolby Atmos-Setup ausgelegt sind, will man aus dem großen Kasten einen gewaltigen Konzertsaal machen – könnte klappen.

In China ist der #5 Chauffeurslimo

Und ist wichtig in China, wo man viel Zeit im Auto verbringt: Dort wird der #5 durchaus auch als Chauffeurslimo gesehen. Das verrät die Tatsache, dass der Beifahrer- Vordersitz vom Fond aus nach vorne verschoben werden, was dem oder der Chauffierten extrem viel Beinfreiheit gibt und den Blick durch das gigantische Panorama-Glasdach gen Himmel nochmal weitet. Und hier wird der Smart endlich ein bisschen Smart, nämlich raumnutzend: denn für 4,71 Meter Länge – das ist auch nach heutigen Maßstäben Mittel- und nicht mehr Kompaktklasse – sind 2,9 Meter Radstand viel und Smart Chef-Designer Kai Sieber spricht begeistert vom „besten Body-Space ever“ bei Smart und meint damit, dass er eben sehr viel Platz biete auch im Vergleich zu anderen Fahrzeugen im gleichen Größen-Segment.

Dazu kommen hier keine versteckten „Ostereier“ wie Designer dezente, kaum zu entdeckende Details nennen, sondern „Hidden Delights“, wie Sieber es nennt. Er meint damit zum Beispiel, dass die perforierten Sitze eben nicht nur „performativ mit Belüftungs- und Heizfunktion, sondern in der Brabus-Version auch noch mit rotem Nappa-Leder hinterlegt“ sind. Dazu kommen rote Gurte und viel Aufwand, denn die mussten, wie all die anderen speziellen Features extra einzeln Crash-getestet werden.

Aber wir versprachen ja etwas „smartes“ im Smart: hat er unserer Meinung nach in Form des „Body Spaces“: damit lassen sich alle Sitze flachlegen und in eine große Liegewiese verwandeln – womit der #5 fast zum Minicamper wird. Diese Frage kam dann bei unseren Kollegen von Edison auf und Dirk Adelmann, der Europachef von Smart, soll verschmitzt gelächelt haben:

„Dass wir mit smart überhaupt mal so groß werden, war ja eigentlich gar nicht der Plan.“

Genau daran könnte im „alten Europa“ aktuell vielleicht auch das Problem der momentan nicht ganz so smarten Absatzzahlen liegen…man darf jetzt gespannt sein, ob es dem Top-Performer mit über 600 PS gelingt, die wieder massiv nach vorne zu schieben.

Was bedeutet das?

Für sich betrachtet ist der #5 Brabus ein wirklich steiler Kasten! An Kraft und Leistung mangelte es den Geely-Smarts noch nie, weshalb die aktuell gar so schmalen Stückzahlen doch etwas verwundern. Doch der Scheideweg zwischen der Wahrnehmung als „etablierter und frischer Mercedes-Benz-Tochter“ und einer „weiteren China-Midsize-SUV-Marke“ ist gerade in Europa schmaler als vielleicht gedacht.

Quellen: Smart Pressemitteilung, Edison