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VM-Vorstellung Nissan Micra: Der witzigere Renault 5?

Der Micra ist zurück – aber diesmal mit Stecker statt Tankdeckel. Ab Ende 2025 rollt Nissans Kleinwagenklassiker wieder auf europäische Straßen – auf Basis des Renault 5 e-Tech.

Der neue Nissan Micra basiert auf dem Renault 5 e-Tech, interpretiert diese Basis optisch aber ganz anders. | Foto: Nissan
Der neue Nissan Micra basiert auf dem Renault 5 e-Tech, interpretiert diese Basis optisch aber ganz anders. | Foto: Nissan

Nissan erfindet den Micra mal wieder ganz neu – mit einem Zwinkern der ganz großen runden Scheinwerferaugen.  Der neue Micra ist jetzt rein elektrisch, basiert technisch auf der Plattform des Renault 5 E-Tech (AmpR Small) und kommt so urban, verspielt und vernetzt daher wie ein Elektro-Scooter auf Koffein.

Die Wärmepumpe ist Serie

Unter der Haube – oder besser: im Fahrzeugboden – stecken zwei Batterieoptionen: eine 40-kWh-Version für die Stadt (ca. 300 km Reichweite) und eine größere 52-kWh-Variante für längere Strecken, mit bis zu 408 Kilometern nach WLTO, wovon real dann um die 200 respektive 300 bleiben. Geladen mit maximal 100-kW DC (bzw. 80 kW beim kleineren Akku) dann soll es von 15 auf 80 Prozent rund 30 Minuten dauern. Fürs Picknick oder Festival kann der Micra auch Strom an andere Geräte abgeben – Lautsprecher, Luftpumpe, Staubsauger, was auch immer – Stichwort Vehicle2Load. Zur Steigerung der Effizienz unterwegs und beim Laden verfügen beide Batterievarianten serienmäßig über eine Wärmepumpe sowie über eine Batterieheizung und -kühlung.

Leistungstechnisch gibt’s je nach Akku verschiedene Motoren – auch wie bei Renault zwischen 95, 122 und 150 PS. Kombiniert mit einem Gewicht von rund 1.400 Kilogramm (bzw. 1.524 kg mit großer Batterie) und Fahrmodi von „Komfort“ bis „Eco“, ist der neue Micra nicht nur flink, sondern auch flexibel.

Witzige Namen und Detailideen

Auch optisch zeigt sich der Micra erwachsener, aber nicht langweilig. SUV-Anleihen, knackige Radkästen, 18-Zoll-Räder mit Namen wie „Active“ oder „Iconic“, und ein Design-Detail namens „Ice Cream Scoop“ – eine feine Vertiefung an der Seite, die aussieht, als hätte jemand Eiscreme mit Stil serviert. Dazu sagt Nissan-Designchef Giovanny Arroba:

„Das Design der sechsten Generation feiert all jene Werte, die das Modell so beliebt gemacht haben – und schlägt zugleich ein neues Kapitel für den Micra als Elektrofahrzeug auf.“

Bei einer Länge von 3,97 Metern und einer Breite von 1,77 Meter ist der Nissan Micra für den Einsatz im urbanen Umfeld mit engen Kurven und vollen Straßen prädestiniert. Der Radstand von 2,54 Metern drückt die Räder in die äußeren Ecken der Karosserie, was gleich drei Vorteile auf einmal bietet: Es bietet mehr Platz im Innenraum, sorgt für eine dynamischere Straßenlage und eine Mischung aus Agilität und Stabilität. Auch der Micra wird ausschließlich als Fünftürer angeboten. Komfort und Raumgefühl gehen aber nicht zu Lasten der Funktionalität: Der Nissan Micra bietet ein Kofferraumvolumen von 326 Litern. Durch Umklappen der Rücksitze im Verhältnis 40:60 lässt sich das Ladevolumen auf bis zu 1.106 Liter erweitern. Auch diese Werte kommen einem bekannt vor…

Geschmackvoll eingerichtet mit gepolsterter Armaturentafel

Innen geht’s geschmackvoll weiter, auch wenn man das Basislayout der Armaturentafel ebenfalls vom Renault 5 übernahm, aber anders inzenierte. Zwei Designlinien („Modern“ und „Audacious“), Ambientebeleuchtung mit 48 Farben und subtile Hinweise auf die Herkunft – wie ein kleines Mount-Fuji-Relief im Stauraum, das man nur bei geöffneter Heckklappe entdeckt.

 Zentral thront – auch wie bei Renault - ein zum Fahrenden geneigtes 10,1-Zoll-Display mit Google Maps, Sprachsteuerung („Hey Google!“) und Zugriff auf Podcasts, Musik und Navi-Tipps. Keine Lust, das Smartphone zu kramen? Muss man nicht – das Infotainment ist vernetzt und updatefähig wie ein Handy auf Rädern.

Auch bei der Sicherheit gibt sich der neue Micra keine Blöße. Mit dabei: ProPilot-Assistent, Notbremsfunktionen vorne und hinten, Müdigkeitserkennung, Spurhalte- und Ausstiegswarner – fast wie ein kleiner Bodyguard mit USB-C-Anschluss.

Zum Schluss bringt es Nissan-Manager Arnaud Charpentier charmant auf den Punkt:

„Der Micra schlägt ein neues, rein elektrisches Kapitel für Nissan und unsere Kundinnen und Kunden auf – und bleibt dabei seiner DNA treu: verspielt, mutig und agil.“

Und klar: Die reichweite des neuen Nissan Micra wird durch die Rückgewinnung kinetischer Energie über das regenerative Bremssystem weiter optimiert. Der Fahrende kann den Rekuperationsgrad über Schaltwippen am Lenkrad einstellen: Bei stärkerer Rekuperation verzögert der Nissan Micra deutlicher, mit dem e-Pedal bis zum Stillstand. Den Nissan in Sachen Micra jetzt beendet hat!

Was bedeutet das?

Puh, das wird schwer, sich zu entscheiden, ob man einen Renault 5 e-Tech oder Nissan Micra nimmt! Denn beide punkten mit witzigem Design und stimmigen inneren Werten. Und auch die Preise dürften nah beieinanderliegen. Sodass wir im Zweifel den Händler und die Rate entscheiden lassen würden. Gelungen ist der Micra allemal! Willkommen zurück!