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VM-Test Volvo EX30 Single Motor Plus: Mit dem Kleinen fährt man (etwas) besser ...

... respektive sparsamer. Gegenprobe auf's Exempel: Weil der EX30 SM mit Extended Range-Akku ziemlich durstig war, unterzogen wir den Bruder mit dem kleinen Speicher einem weiteren Test. Kehrseite: Mit 49-kWh-Akku reicht es nie weiter als 300 Kilometer ... Ein zwiespältiges Package für ein so reisefeines, leises und agiles Fahrzeug.

Läuft - aber leider nicht lange: Maximal 300 Kilometer sind mit dem kleinen Akku im EX30 drin. | Foto: J. Reichel
Läuft - aber leider nicht lange: Maximal 300 Kilometer sind mit dem kleinen Akku im EX30 drin. | Foto: J. Reichel

Klein und spaßig, aber durstig, das war unser Fazit über den zitronengelben Straßenfeger aus Göteborg alias Volvo EX30 Single Motor Extended Range, der uns vor kurzem zum Frühlingstest zur Verfügung stand. Mit 22,7 kWh/100 km bekleckerte sich der fröhlich-frische "Zitronenfalter" also nicht gerade mit Effizienzruhm für ein 4,23-Meter-Kompakt-SUV, großer Fahrspaß hin, agiles Handling her. Vor allem auf der Autobahn langte der mit 1,55 Meter relativ hoch bauende Schwede aus China ziemlich zu, mit 25,3 kWh/100 km lag er eher in Richtung ausgewachsener Großraumlimousinen oder Oberklasse-SUV. Noch immer scheinen die Volvo-Motoren, so kräftig und zackig sie sind, nicht gerade ein Ausbund der Sparsamkeit.

Also auf zur Gegenprobe auf's Exempel: Statt des 65 kWh-Akkus (nutzbar) beherbergt der perlweiße EX30 Single Motor Plus nur einen Speicher mit 49 nutzbaren Kilowattstunden. Puh, ganz schön klein für ein so reisefeines, leises, satt und sicher liegendes und vergnüglich fahrendes Automobil, denken wir uns schon beim Studium der Technischen Daten. Und so kommt es denn auch. Zwar macht der "Kleine" seine Sache mit ein paar Kilo weniger auf den stählernen Rippen (exakt 18 kg) etwas besser, aber eben für ein Fahrzeug der by the way sehr angenehmen und auch mit zwei Fahrrädern und drei Personen an Bord ausreichend großen "Golf-Klasse" noch immer nicht gut genug. Mit 21,1 kWh/100 km kamen wir über die identische Testrunde, nach Ladeverlusten. Wobei angemerkt sei, dass selbige mit einem Zuschlag von 3 kWh ganz schön hoch ausfielen. 18,1 kWh/100 km betrug der Bordcomputerverbrauch. 

Und zwischenzeitlich keimte auch Hoffnung, alldieweil der Rechner im Betrieb recht sparsame 14,9 kWh/100 km in der Stadt sowie gar 14,6 kWh/100 km Überland vermeldete. Fleißig und stramm rekuperiert der kleine Schwede auf Conti-Eco-Pneus in den Hügeln der Hallertau, mit echtem One-Pedal-Drive. Was das insgesamt nahtlose, flummiartige Fahrgefühl "wie aus einem Guss" gut unterstreicht: Der 200 kW-Motor drückt vehement von heckseits und man schnalzt trotz zwei Tonnen Gewicht in knapp sechs Sekunden auf 100 km/h. Erst recht agil geht es zu, wenn man das Lenkgefühl auf straff stellt: Dann flippert man mit dem bocksteifen Göteborger Würfel fidel durch die Kurven, genießt das satte Abrollen, stört sich kaum am eher straff sortierten Fahrwerk und wäre bereit für lange Touren in dem skandinavischen Maßanzug.

Mit dem kleinen Akku häufiger an der Säule

Doch halt, auch mit gezügeltem Stromfuß, den wir auf der VM-Runde stets walten lassen, sind mit dem kleinen Energiespeicher kaum mehr als sommerliche 300 Kilometer drin. Eine Tour von München Richtung Innsbruck und retour zwang uns schon am Zirler Berg zur Sicherheit an den Lader, um dann auf dem Rückweg durchbrausen zu können. Dann noch eine schnelle Landkreis-Runde? Leider nicht drin, lieber nochmal am lahmen AC-Lader zehn kWh saugen, um auf der sicheren Seite zu sein. Brutto fielen bei der Tour schließlich 22,3 kWh/100 km an. Man muss also kein Prophet sein, um dem "kleinen" EX30 eine im Winter noch häufigere Präsenz an der Ladesäule zu prognostizieren. Das ist auch insofern störend, als es selbst bei 20 Grad Außentemperatur nie mit den theoretisch möglichen 175 kW vorangeht. Bei der Zwischenladung am Zirler Berg brachten wir es in 30 Minuten von 34 auf 82 Prozent oder 26,3 kWh, wobei die Ladekurve lange bei gut 40 kW dümpelte. 

Das erwartet man von einem E-Auto der preislichen Premium-Liga besser: Schließlich startet der EX30 auch als Single Motor Plus bei 42.790 Euro Brutto, damit 2.200 Euro günstiger als der 65er, mit Winterpaket und der Crystal White Pearl Lackierung, sowie dem feinen Komfortsitz summiert sich das summende E-SUV auf 45.000 Euro, freilich bei von Haus aus üppiger Ausstattung nebst Wärmepumpe, Android-Infotainment und hohem Level an Fahrerassistenz. 

So bleibt ein zwiespältiges Gefühl: Der EX30 wäre von den Eigenschaften ein universelles, kompaktes Gefährt und Gefährte von Alltag und Reise. Aber von der Effizienz leider nicht, auch wenn der kleine Akku hier etwas weniger hungrig ist. Schade, er hätte mehr auf dem schwedenstählernen Kasten.

Volvo EX30 Pure Electric Single Plus Daten und Messwerte:

Abmessungen:

LxBxH: 4.233 x 2.037 (m. Spiegel) x 1.549 mm

Radstand: 2.650 mm

Wendekreis: 11,3 m

Kofferraumvolumen: 318 l +7 l Frunk

Anhängelast gebr. (bis 8%Steig.) /ungebr.: 1.600 kg / 750 kg

49-kW-Akku

Permanentmagnet-Synchronmotor

Fahrwerk: McPherson-Vorderachse, Mehrlenker-Hinterachse, Reifen: 245/40 R20

Max. Systemleistung kW (PS): 200 (272)/ 5.375 - 9.248/ min

Max. Drehmoment: 343 Nm/116 – 5.375 /min.

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Messwerte:

Leergewicht Testwagen (inkl. 80-kg-Fahrer): 1.870 kg

Zuladung Testwagen: 340 kg

Elastizität 50-80/80-120 km/h (Kickdown Sport-Modus): 1,8/4 s.

0-60/80/100 km/h: 3,1/4,6/6,1 s

Geräusch 30/50/60/80/100/120 km/h: 46/49/52/53/54/58 dB(A)

Verbrauch:

City:      17,4 kWh/100 km

Land:    17,0 kWh/100 km

BAB:     23,6 kWh/100 km

Gesamt: 21,1 kWh /100 km

Preis Volvo EX30 EX30 Single Motor Plus (Stand 1.5.2025):

ab 42.790 Euro brutto; Testwagenpreis 45.140,-