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VM-Fahrbericht Zeekr 7X AWD Privilege - Starke Ansage!

Zeekr ist die (oder eine weitere?) Premiummarke des chinesischen Geely-Konzerns. Jetzt startet man mit dem  7X - einem Mittelklasse-SUV - in Europa. Dabei bietet der Zeekr 7X einige Überraschungen, um erfolgreich auch gegen die deutsche Premiumkonkurrenz bestehen zu können. Man startet in den Niederlanden, Norwegen und Schweden. 

Mit dem 7X steigt Zeekr ins Premiumsegment ein. | Foto: Zeekr
Mit dem 7X steigt Zeekr ins Premiumsegment ein. | Foto: Zeekr

Zeekr will im ebenso volumenstarken wie imageträchtigen Segment der Mittelklasse-SUV mit dem 4,79 Meter langen 7X eine nennenswerte Rolle spielen und tritt gegen so starke Wettbewerber wie den Audi Q6, den Porsche Macan oder einen kommenden BMW iX3 an. Dabei soll nicht allein mit moderner Technik, sondern auch ein günstiger Preis helfen, der ab rund 65.000 Euro brutto starten wird.

Die Geely-SEA-Basis ist extrem flexibel: Von vier bis 6,5 Meter Länge kann man Alles aufbauen

Technisch ist der chinesische SUV auf der SEA-Plattform unterwegs, die unter anderem Konzernmodellen wie Zeekr 001 und X, aber auch Fahrzeugen von Volvo, Geely oder Lynk & Co eine wohlige Heimat bietet. Die Architektur ist dabei so flexibel, dass sie die Basis für Autos von Autos von einem vier Meter langen Kleinwagen bis zu einem 6,50 Meter langen Nutzfahrzeug sein kann.

Ladeleistung: In Europa erstmal "nur" 360 statt 480 kW

Die maximale Ladeleistung von bis zu 480 Kilowatt wurde für den europäischen Markt zunächst auf immer noch stattliche 360 kW reduziert. Heißt, dass das 100 kWh große NMC-Batteriepaket im Unterboden von 10 auf 80 Prozent in kaum mehr als einer Viertelstunde erstarkt. Da schauen die meisten Wettbewerber mächtig in die Röhre. Das kleinere Batteriepaket für die 7X-Version mit Hinterradantrieb hat aufgrund der weniger energiereichen LFP-Chemie eine Kapazität von 75 kWh. Die beiden Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse mit 160 kW / 218 PS sowie 310 kW / 421 PS sorgen für eine imposante Gesamtleistung von 470 kW / 639 PS und 710 Nm maximales Drehmoment.

Auch der Zeekr ist in China als Chauffeurslimousine gedacht

Der gerade einmal 4,79 Meter lange Elektrocrossover bietet nicht allein durch seinen 2,90 Meter langen Radstand ein enormes Platzangebot vorne wie hinten. Gerade im Fond können Erwachsene überaus luxuriös sitzen und nach dem Einstieg durch die elektrischen Türen den Aufenthalt im edlen Innern des Crossovers genießen. Die Rückenlehnen lassen sich auch in der zweiten Reihe elektrisch justieren, was gerade bei längeren Fahrten ein besonderes Komfortgefühl bringt. Etwas mehr Seitenhalt dürfte es jedoch vorne wie hinten geben. Wie bei der Konkurrenz lässt sich das 539 Liter große Ladeabteil durch Umlegen der Rücksitze auf über 1.300 Liter erweitern. Unter der vorderen Haube befindet sich ein zweites Ladeabteil mit einem Volumen von 42 Litern für kleinere Gegenstände oder das Ladekabel.

Wertiger Innenraum

Das über 1,30 Quadratmeter große Panoramadach mit elektrischem Rollo lässt sich zwar nicht öffnen; bringt aber viel Licht ins Innere und so fallen schnell die wertigen Materialien auf, mit denen der Zeekr 7X ausgekleidet ist. Allemal liegen Oberflächen, Sitze und Verkleidungen auf Augenhöhe mit der europäischen Premiumkonkurrenz oder bisweilen auch darüber, denn alles hat einen weichen Bezug und so gefallen Leder, Velours und Kunststoff gleichermaßen. Vorne gibt es groß dimensionierte Displays (13 und 16 Zoll Diagonalen), zwei kabellose Ladeschalen und ein mächtiges Head-Up-Display mit Augmented-Funktion.

 

Erstaunlich präzises Fahrverhalten

Der Schub der beiden Elektromotoren ist so imposant wie erwartet und die Beschleunigung gefällt nicht nur bei dem Allradler, sondern auch der 416 PS starke Hecktriebler mit seinem ambitionierten Antritt. Angenehm dabei, dass sich die verschiedenen Fahrprogramme im Vergleich zu so manchem Wettbewerber tatsächlich nennenswert voneinander unterscheiden. Zudem fühlt sich die Lenkung im Vergleich zu anderen China-Modellen selbst im Komfortmodus nicht zu leicht und indirekt an. Entsprechend variiert die Dämpfung, die hohe Kurvengeschwindigkeiten ebenso ermöglicht, während Schlaglöchern und Bodenwellen angenehm dezent kaschiert werden. Für maximalen Komfort kann durch die variable Luftfederung die Bodenfreiheit um 70 mm variiert werden. Ausgehend von der Standardposition kann sie im Offroadmodus um 45 mm (bis 40 km/h) oder nur 20 mm (bis 70 km/h) angehoben oder um 16 sowie 25 mm abgesenkt werden, um den Passagieren das Ein- und Aussteigen sowie das Be- und Entladen des Kofferraums zu erleichtern.

Ebenso überzeugend wie das Fahrwerk und Lenkung zeigt sich die Bremsen, die ihrer präzisen und schnellen Rückmeldung, wobei der Fahrer eher überflüssigerweise zwischen drei Stufen der Bremsunterstützung wählen kann. Ein sehr gelungener Start des Zeekr 7X – nicht nur als Allrad-Topversion.

Was bedeutet das?

Zeekr startet zwar etwas "ruckelig" in Europa - nicht in alle Märkte mit allen Produkten zugleich, aber der 7X kann inhaltlich gefallen. Man darf gespannt sein, wie ihn Geely neben Lynk&Co., Polestar und Volvo (und Smart) positionieren will.

Den Zeekr 7X fuhr für uns Joaquim Oliveira von press-inform

Technische Daten: Zeekr 7X AWD

Motoren: Elektro; vorn / hinten
Leistung: 470 kW / 639 PS
Max. Drehmoment: 710 Nm
Bordnetz: 800 Volt – max. Ladeleistung. 360 kW
Akkugröße: 100 kWh
Antrieb: Allrad
Reichweite (WLTP): bis zu 543 km
Normverbrauch: 17,7 - 19,9 kW / 100 km
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 3,8 Sekunden
Leergewicht: 2.535 kg
Laderaum: 539 – 1.330 Liter
Preis: ab 62.990 Euro (Niederlande), Baureihe ab 52.990 Euro