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Verkehrsunfallstatistik: DVR und ACE betonen Bedeutung der Vision Zero

Das Statistische Bundesamt legte die Unfallbilanz für das Jahr 2024 vor: 2.780 Menschen sind in Deutschland bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der ACE fordern weiterhin umfassenden Einsatz, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.

 Die Zahlen der vorgelegten Unfallstatistik liefern laut DVR und ACE keinen Grund, sich auszuruhen.  Es müsse noch viel mehr für die Verkehrssicherheit getan werden. (Symbolbild: Pixabay)
Die Zahlen der vorgelegten Unfallstatistik liefern laut DVR und ACE keinen Grund, sich auszuruhen. Es müsse noch viel mehr für die Verkehrssicherheit getan werden. (Symbolbild: Pixabay)

Im Jahr 2024 sind in Deutschland 2.780 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, so die Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis). Nach vorläufigen Ergebnissen seien dies zwei Prozent oder 59 Todesopfer weniger als im Jahr 2023 (2.839 Todesopfer).

Es handle sich um den drittniedrigsten Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1953 – in den von der Corona-Pandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 starben 2.719 beziehungsweise 2.562 Personen im Straßenverkehr.

Leicht gegenüber dem Vorjahr gesunken sei 2024 zudem die Zahl der Verletzten - und zwar um ein Prozent auf rund 363.000 Personen. Die Zahl der Schwerverletzten sank um fünf Prozent auf 50.300. Dies sei der niedrigste Wert seit 1991, dem ersten Jahr, in dem die Verletzten getrennt in schwer- und leichtverletzt ausgewiesen wurden.

Vision Zero sollte weiter Fokus sein

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) bekräftigt jedoch, der Blick auf die Vision Zero sei notwendiger denn je. Der DVR fordert deshalb gemeinsame Anstrengungen, um die Anzahl der im Straßenverkehr Getöteten und Verletzten zu reduzieren.

„Nach wie vor werden Tag für Tag durchschnittlich acht Menschen auf unseren Straßen getötet, rund 1.000 verletzt. Unser Auftrag ist klar: Es ist weiterhin ein kontinuierlicher und umfassender Einsatz notwendig, um die Sicherheit auf unseren Straßen zu erhöhen. Wir können diese nach wie vor inakzeptablen Zahlen nicht einfach hinnehmen und zur Tagesordnung übergehen“, so DVR-Präsident Manfred Wirsch angesichts der aktuellen Destatis-Zahlen.

Die künftige Bundesregierung sei gefragt, der Verkehrssicherheitsarbeit neuen Schwung zu geben. Denn das angestrebte Ziel, die Anzahl der im Straßenverkehr Getöteten von 2021 bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren, sei ansonsten schwer erreichbar.

Es sei dem DVR zufolge ein Umdenken notwendig mit Blick auf ungeschützte Verkehrsteilnehmende wie Radfahrende oder Fußgängerinnen und Fußgänger. Wirsch zufolge müsse in der mobilen Welt die Sicherheit immer oberste Priorität haben. Der „Pakt für Verkehrssicherheit“ könne den passenden Rahmen bilden.

Gemeinsame Verantwortung

„Alle Beteiligten, Politik, Fahrzeugindustrie, Behörden, Verbände und Wissenschaft tragen die gemeinsame Verantwortung für ein sicheres Verkehrssystem. Dafür müssen alle verfügbaren Potenziale genutzt werden“, sagt Wirsch.

Der DVR werde sich seiner Aussage nach weiterhin für die Einbindung aller Akteurinnen und Akteure einsetzen. Von entscheidender Bedeutung sei bei der Koordination die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen auf europäischer, nationaler, föderaler und lokaler Ebene. So könnten die Zahlen der im Straßenverkehr Getöteten und Verletzten nachhaltig reduziert werden.

Vision Zero als Leitbild

Ähnlich sieht dies auch der ACE Auto Club Europa. Die Vision Zero – das Ziel von null Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr – müsse als Leitbild für das gesamte Verkehrsrecht im Straßenverkehrsgesetz verankert werden.

„Der Rückgang bei den Verkehrsunfällen ist natürlich positiv. Die Zahlen liefern jedoch keinen Grund, sich auszuruhen. Die Unfallzahlen sind weiterhin sehr hoch. Wir müssen noch viel mehr tun für die Verkehrssicherheit. Da ist die neue Bundesregierung gefragt. Die Verkehrssicherheit darf nicht vernachlässigt werden“, so der Appell des ACE-Vorsitzenden Stefan Heimlich.

Der ACE kritisiert, die letzten beiden Bundesregierungen seien mit der Zielsetzung, die Anzahl der Verkehrstoten bis 2030 um 40 Prozent zu senken, unter den europäischen Zielmarken von minus 50 Prozent geblieben. Das Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung von 2021 müsse nach dem gefährdungsorientierten Ansatz grundlegend überarbeitet. werden.

Wer die Vision Zero ernst nehme, müsse in Präventionsmaßnahmen und Aufklärungskampagnen investieren und Kontrollen sowie Sanktionen bei Fehlverhalten im Straßenverkehr verstärken, lauten die Kernforderungen des ACE.

Dass die nationale Fußverkehrsstrategie umgesetzt worden ist, sei begrüßenswert, so Heimlich. Doch damit die Maßnahmen effektiv realisiert werden könnten, müssten seiner Meinung nach ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.