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Typisch Bahn: Auch die Generalsanierung kommt später

(dpa) Ursprünglich war 2031 das Zieljahr, nun wird umgeplant: Weniger Sanierungen pro Jahr, spätere Starttermine für zentrale Strecken. Was hinter der zeitlichen Streckung steckt – und welche Linien konkret betroffen sind.

Die fast 200 Meter lange Spezialmaschine RPM-RS-900, genannt „Katharina die Große“, der Spitze Logistik ist bei der Generalsanierung der Riedbahn im Einsatz. | Foto: Arne Dedert
Die fast 200 Meter lange Spezialmaschine RPM-RS-900, genannt „Katharina die Große“, der Spitze Logistik ist bei der Generalsanierung der Riedbahn im Einsatz. | Foto: Arne Dedert

Die Deutsche Bahn (DB) plant, den Zeitraum für die Generalsanierung stark belasteter Strecken bis 2035 zu verlängern. Ursprünglich war vorgesehen, die Arbeiten bis 2031 abzuschließen. Der Vorschlag wurde auf einer Informationsveranstaltung für die Branche vorgestellt. Ziel sei es, gemeinsam mit Verkehrsunternehmen und Verbänden eine überarbeitete zeitliche Planung abzustimmen. Ein weiterer Branchentermin ist für Juli angesetzt. Anschließend soll das finale Konzept mit der Bundesregierung abgestimmt und verabschiedet werden.

Umfangreiche Arbeiten auf über 40 Korridoren

Im Rahmen der Generalsanierung sollen über 40 vielbefahrene und infrastrukturell überlastete Korridore grundlegend modernisiert werden. Die Maßnahmen umfassen neben der baulichen Erneuerung auch die Vorbereitung für den digitalen Ausbau. Die Sanierungen erfolgen unter Vollsperrung der jeweiligen Strecke. Ziel ist es, die Bauzeit zu verkürzen und eine baufreie Nutzung der sanierten Abschnitte für mindestens fünf Jahre zu ermöglichen.

Ziel: Mehr Pünktlichkeit im Fernverkehr

Mit dem Programm reagiert die Bahn auf die stark gesunkene Pünktlichkeit im Fernverkehr. 2023 erreichte die DB den schlechtesten Wert seit der Bahnreform 1994. Hauptursache ist laut Konzern das marode und überlastete Schienennetz, das durch zahlreiche Einzelbaustellen zusätzlich belastet wird.

Kritik am bisherigen Zeitplan

Der ursprünglich vorgesehene Zeitplan bis 2031 war insbesondere von Wettbewerbern im Schienengüterverkehr kritisiert worden. Sie bemängelten eine unzureichende Vorbereitung alternativer Routen während der Vollsperrungen. Auch politische Skepsis äußerte sich, unter anderem durch die Union. Im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung ist eine Überprüfung und mögliche Anpassung der Strategie vorgesehen.

Konkrete Änderungen ab 2027

Die DB will an den bisherigen Sanierungsplänen bis einschließlich 2026 festhalten. Ab 2027 soll es zu ersten Verschiebungen kommen. So ist etwa die Sanierung der Strecke Frankfurt–Heidelberg nun für 2030 statt 2027 geplant. Die Erneuerung der Verbindung Lübeck–Hamburg verschiebt sich auf 2028.

Für das Jahr 2028 sind nur noch vier statt wie ursprünglich vorgesehen neun Sanierungsprojekte geplant. Weitere Änderungen betreffen unter anderem folgende Strecken:

  • Würzburg–Ansbach–Treuchtlingen: neu 2029
  • Aachen–Köln: neu 2029
  • Forbach–Ludwigshafen: neu 2029
  • Weddel–Magdeburg: neu 2032
  • Minden–Wunstorf: neu 2034
  • Flensburg–Hamburg: neu 2035 (letztes Projekt der Planung)

Weitere Abstimmungen folgen

Die zuständige Bahntochter DB InfraGo arbeitet derzeit an der Finalisierung des Zeitplans. Die Hinweise der beteiligten Verkehrsunternehmen und Verbände sollen einfließen, bevor das überarbeitete Konzept auf Regierungsebene beschlossen wird.