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TÜV-Verband: Verbindliche Standards für MPU-Vorbereitung gefordert

Der diesjährige Verkehrsgerichtstag (29.-31. Januar 2025) beschäftigt sich auch mit der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Der TÜV-Verband fordert eine klare sowie verbindliche Qualitätsanforderung für die Vorbereitungskurse.

Dem Verband zufolge sollte eine gesetzliche Grundlage mit verbindlichen Qualifikationsstandards, eine neutrale Qualitätskontrolle und mehr Transparenz in der MPU-Vorbereitung sichergestellt werden.(Symbolbild: Pixabay)
Dem Verband zufolge sollte eine gesetzliche Grundlage mit verbindlichen Qualifikationsstandards, eine neutrale Qualitätskontrolle und mehr Transparenz in der MPU-Vorbereitung sichergestellt werden.(Symbolbild: Pixabay)

Seit 70 Jahren ist die MPU, also die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, als zentrales Instrument der Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland etabliert. Allerdings steht das bewährte System dem TÜV-Verband zufolge vor einer großen Herausforderung.

Unseriöse Vorbereitung

Zunehmend würden Vorbereitungskurse genutzt, um sich auf die Untersuchung vorzubereiten und die MPU möglichst schnell erfolgreich zu bestehen. Doch es seien immer mehr unseriöse Anbieter tätig .

"Mit fragwürdigen Praktiken untergraben diese Anbieter nicht nur das Vertrauen in die MPU, sondern auch den eigentlichen Sinn der Untersuchung", so Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband.

Diese Anbieter würden mit fragwürdigen Methoden agieren und zum Teil mit unrealistischen Versprechungen wie einer "100-Prozent-Bestehensgarantie" werben.

Die Vorbereitungen, so der Verband, umfassen dort lediglich das Einüben vermeintlich erwünschter Antworten. Somit blieben Betroffene nicht nur schlecht vorbereitet, sondern auch finanziell geschwächt zurück.

Verkehrsverstöße vermeiden

Der Verband bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), denen zufolge im Jahr 2023 insgesamt 82.261 MPUs durchgeführt wurden - vor allem aufgrund von Fahrten unter Alkoholeinfluss (35 Prozent der Fälle).

"Die MPU greift dort ein, wo schwerwiegende Verkehrsverstöße oder Straftaten Zweifel an der Fahreignung aufwerfen", so Zaneta.

Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Bei der MPU handle es sich um keine Strafe, Betroffene hätten durch die Untersuchung die Möglichkeit, alle Zweifel an ihrer Fahreignung auszuräumen und durch Reflexion und Verhaltensänderungen ihren Führerschein wiederzuerlangen.

Die Auseinandersetzung mit den Ursachen des Fehlverhaltens, etwa Alkohol- oder Drogenprobleme, sowie die Umsetzung von Maßnahmen wie Abstinenznachweise oder Therapien würden das Risiko verringern, dass Betroffene erneut im Straßenverkehr auffällig werden und so zur Verkehrssicherheit beitragen.

Klare Standards notwendig

Angesichts des 63. Deutschen Verkehrsgerichtstags, der vom 29. bis zum 31. Januar 2025 in Goslar stattfindet, fordert der TÜV-Verband eine gesetzliche Grundlage, die verbindliche Qualifikationsstandards, eine neutrale Qualitätskontrolle und mehr Transparenz in der MPU-Vorbereitung sicherstellt.

"Verbindliche Qualifikationsstandards für Seminarleiter sind der Schlüssel zu einheitlicher Qualität von MPU-Vorbereitungskursen", betont Zaneta.

Die Anforderungen an Seminarleiter von MPU-Vorbereitungskursen sollten, so das Resümee, klar definiert werden. Dem Verband zufolge sollte ein Hochschulabschluss mit verkehrspsychologischer Spezialisierung verpflichtend sein.

Zudem fordert der Verband mehr Transparenz für Verbraucher. So könnte laut Zaneta eine zentrale Online-Plattform umfassende Informationen über den MPU-Prozess bereitstellen und eine Positivliste anerkannter Anbieter führen.