LKW

THW: 120 neue Gerätekraftwagen auf Basis des Mercedes-Benz Atego

Mit über 100 neuen Gerätekraftwagen auf Basis des Atego baut das THW seine Einsatzkapazitäten bei Hochwasser, Bränden und Erdbeben aus.

Der neue Gerätekraftwagen kombiniert hohe Geländetauglichkeit mit Platz für Mannschaft und umfangreiche Ausstattung. | Foto: BINZ Automotive
Der neue Gerätekraftwagen kombiniert hohe Geländetauglichkeit mit Platz für Mannschaft und umfangreiche Ausstattung. | Foto: BINZ Automotive

Das Technische Hilfswerk hat im August 2025 den 75. Gerätekraftwagen auf Basis des Mercedes-Benz Atego erhalten. Laut Angaben von Daimler Truck fällt die Übergabe mit dem 75-jährigen Bestehen der Bundesanstalt zusammen. Das Jubiläumsfahrzeug ging an den Ortsverband Amberg.

Umfangreicher Auftrag mit Ausbauoption

Der Gesamtauftrag umfasst 120 baugleiche Fahrzeuge, die von der BINZ Automotive GmbH mit einem speziellen Aufbau ausgestattet werden. Nach Unternehmensangaben besteht zudem die Möglichkeit, bis zu 60 weitere Fahrzeuge abzurufen.

Technische Grundlage: Mercedes-Benz Atego

Die neuen Gerätekraftwagen basieren auf dem Modell Mercedes-Benz Atego 1530 AF 4×4. Das Fahrgestell ist mit einem Sechszylinder-Dieselmotor ausgestattet, der 220 Kilowatt Leistung (299 PS) erbringt. Dank Allradantrieb, Differenzialsperren und einer Wasserdurchfahrtsfähigkeit von 800 Millimetern ist das Fahrzeug auch im unwegsamen Gelände einsetzbar. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 16 Tonnen bei einer Nutzlast von über 3,6 Tonnen, die sich auf Vorder- und Hinterachse verteilt. Eine hydraulische Seilwinde mit 50 Kilonewton Zugkraft nach vorn ist serienmäßig verbaut. Durch eine Umlenkung verdoppelt sich die Zugkraft nach hinten auf 100 Kilonewton, während die Seillänge auf 25 Meter halbiert wird.

Aufbau aus Aluminium mit hoher Funktionalität

Seit über 85 Jahren ist BINZ im Sonderfahrzeugbau aktiv. Das Unternehmen fertigt den Aufbau für das THW in Plauen und setzt dabei auf eine Aluminiumstruktur, die Korrosionsschutz und Langlebigkeit gewährleistet. Die Bauweise mit Aluprofilen reduziert das Eigengewicht und erhöht die Nutzlast des 16-Tonners. Im Kofferaufbau sind zahlreiche maßgefertigte Verstausysteme integriert. Erstmals wurde zudem eine Andockkabine in der bislang größten verfügbaren Ausführung als Gruppenfahrerhaus hinter der Fahrerkabine eingebaut. Sie bietet sieben Plätze mit 70 Zentimetern Sitzabstand zum Gegenüber und damit mehr Komfort bei langen Anfahrten.

Einsatzspektrum bei Katastrophen und Großschadenslagen

Die Gerätekraftwagen sind nach Angaben des THW für ein breites Einsatzspektrum konzipiert. Sie sollen bei Gebäudeeinstürzen, Bränden, Hochwasser, Erdbeben und weiteren Großschadenslagen eingesetzt werden. An Bord befinden sich ein tragbarer Stromerzeuger, hydraulische Großgeräte, Pump- und Schlauchsysteme sowie Materialien zur Abstützung und Sicherung. Auch Ausrüstung für den Krankentransport und persönliche Schutzausrüstung sind integriert. Damit können die Bergungsgruppen der Ortsverbände im In- und Ausland ihre Aufgaben im technischen und logistischen Zivilschutz umfassend wahrnehmen. (av)