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Test Mitsubishi ASX Hybrid: König der Facelifts

Nach nur einem Jahr erhielt der aktuelle ASX ein Facelift – was ihm gut tat. Im Test konnte uns der Mitsu mehrfach überraschen!

Der ASX erhielt schon nach einem Jahr ein Facelift - was ihn deutlich stärker vom baugleichen Renault Captur differenziert. | Foto: G. Soller
Der ASX erhielt schon nach einem Jahr ein Facelift - was ihn deutlich stärker vom baugleichen Renault Captur differenziert. | Foto: G. Soller

Dieser ASX kommt Ihnen spanisch vor? Ist er auch! Er läuft nämlich mit dem sehr eng verwandten Renault Captur im spanischen Valladolid, der einstigen Hauptstadt Kastiliens, vom Band. Und er erhielt schon nach einem Jahr ein Facelift, das die Optik aber deutlicher vom Renault Captur differenzierte. Generell darf der ASX als „König der Facelifts“ gelten: Die erste Version trug von 2010 bis 2023 tatsächlich VIER Gesichter. Grundsätzlich galt und gilt er immer als solide und bezahlbare Bank unter den Kompakt-SUV.

Renaults Hybrid kann man sehr unterschiedlich abstimmen

Erste Überraschung: Innen gefällt der „Edition“ mit viel robustem und trotzdem ehr angenehmem Stoff. So waren auch die Basis-Mitsubishis der 1980er irgendwie ausgeschlagen. Leder vermissen wir in keinster Weise, denn man fühlt sich sehr wohl in dieser weichen Stofflandschaft, wohler als im cooleren Dacia Duster jedenfalls, der in der Topversion mit einem ähnlichen Hybrid-Antriebskonzept antritt. Das im Mitsu aber viel harmonischer abgestimmt ist!

Zweite Überraschung: Zwar heult der Hybrid auch hier immer mal wieder kurz auf, wenn man Power braucht, aber grundsätzlich kann man den Verbrenner gut per Gaspedal steuern: An Kuppen oder im Ort Fuß lupfen – und es herrscht Ruhe! Sodass wir mit dem ASX viel entspannter und intuitiver unterwegs waren als im Duster, was direkt auf den Verbrauch eingezahlt hat: In der City und über Land schafften wir laut Anzeige eine vier vorm Komma (real lagen wir knapp drüber), auf der Autobahn ging es eher Richtung 6,0 l/100 km. Womit wir aber überall dramatisch unter dem Dacia Duster Hybrid lagen, der sich über einen Liter mehr auf 100 km zog!

Das Fahrwerk bleibt auf der gutmütigen Seite: wie bei Renault üblich, lässt das ESP den ASX im Grenzbereich lange stumpf über die Vorderräder schieben, bevor es etwas plump regelnd eingreift. Und ja, die lenkung könnte eine Idee straffer, die Dämpfung dafür eine Idee softer sein. Grundsätzlich wird sich am sonst eher straffen, aber sonst nicht unkomfortablen Fahrwerk niemand stören.

Gelassenes Gleiten ist besser als turboloses Treiben

Grundsätzlich liegt dem turbolosen Sauger das gelassene Gleiten ohnehin mehr als das freudige Fahren, denn auch hier bietet der 1,6er nur schüttere 148 Nm Drehmoment, welche die E-Maschine deutlich boosten kann. Sodass man ich auch über einen rein elektrischen ASX freuen würde…Die 1,26 kWh des Akkus reichen allenfalls für immer mal wieder kurze, rein elektrische Rolletäppchen.

Der Screen liefert dazu eine „Fahrerbewertung“. Die kennen wir von Renault und sie ist hier genauso streng: Schafften wir in der Stadt bei wenig Verkehr noch vorausschauende 90 Punkte, genügte über Land ein Kick-Down um einen Traktor zu überholen und das starke Bremsen in eine Lücke hinein, um nicht mehr über schwache 67 Punkte zu kommen – was der ASX „orange“ statt „grün“ wertet…

Dritte Überraschung: Immer „grün“ ist dafür das Infotainment: Handykoppelung, Sound, Rechenzeiten des Navis und Sprachverständnis: Alles fein – am Feinsten das Abschalten der nervigsten Fahrassistenten per doppeltem Extra-Knopf – auch das kennt man von Renault/Dacia.

Erstaunlich viel Platz im gemütlichen Fond

„Grün“ sind auch die Platzverhältnisse im Fond: selbst wenn vorn zwei 1,9-Meter-Hünen thronen, haben dort zwei weitere, ebenso große Mitfahrende Platz. Nur müssen sie mit Hartplastik- statt Stoffverkleidungen in den Türen leben. Irgendwo muss er günstige Preis ja herkommen.

Vierte Überraschung: Der Preis! Denn aktuell (Stand 1.3.2025) startet der ASX nach Rabatt bei 21.450 Euro und den Hybrid erhält man ab 29.990 Euro. Mitsubishis kommen immer mit üppigen fünf Jahren Garantie und in der Regel sehr netten, kompetenten und verständigen Händlern, die die Hauptverantwortlichen dafür sein dürften, dass die Marke sich trotz des Ikonen-und Modell-Aderlasses überhaupt noch so gut schlägt. Und ja, Spanien kann (noch) günstige Autos bauen – neuerdings auch für Mitsubishi! Womit wir schon gespannt sind auf das nächste Facelift des ASX…

Was bedeutet das?

Package passt – und Design jetzt auch: Das sehr frühe Facelift tat er Optik des ASX gut – und mit den aktuellen Kampfpreisen bietet Mitsubishi wieder eine sehr reale Alternative im Segment der kompakten SUV. Wer partout nicht elektrisch Fahren und nie laden mag, findet hier eine interessante Alternative. Dazu kommen tolle Händler und Garantien. 2025 könnten für die Marke in Deutschland wieder mehr als 0,9 % Marktanteil drin sein.

Mitsubishi ASX HEV Daten und Messwerte:

Abmessungen:

LxBxH: 4.239 x 2.003 (m. Spiegel) x 1.575 mm

Radstand: 2.639 mm

Wendekreis: 10,8 m

Kofferraumvolumen: 348 – 1.458 l

Anhängelast gebr./ungebr.: 1.200 kg / 685 kg

48-l-Tank + 1,26 kWh-Li.-Io.-Akku

Vierzylinder-Saugbenziner + Elektromotor

Hubraum: 1.598 ccm

Max. Systemleistung: 105 kW (143 PS)

Max. Drehmoment: 148 Nm/3600 min.

Fahrwerk: Pseudo-McPherson-Vorderachse, Verbundlenker-Hinterachse, Reifen: 215/55 R18

Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h

Messwerte:

Leergewicht Testwagen (inkl. 80-kg-Fahrer): 1.508 kg

Zuladung Testwagen: 392 kg

Elastizität 50-80/80-120 km/h (Kickdown Sport-Modus): 3,9/7,2 s.

0-60/80/100 km/h: 5,1/7,5/10,4 s

Geräusch 30/50/60/80/100/120 km/h:

48,4/50,4/51,3/53,4/58,4/60,2 dB(A)

Verbrauch:

Stadt:           5,14 l/100 km (120 g CO2)

Land:            5,02 l/100 km (117 g CO2)

BAB:             5,94 l/100 km (138 g CO2)

Gesamt:       5,59 l/100 km (133 g CO2)

Kosten/km:        0,43 Euro

Preis Mitsubishi ASX Hybrid (Stand 1.3.2025):

Ab 29.990 Euro brutto (25.201,68 Euro netto)